Unsere monstermäßige Weihnachtsgeschichte – erster Teil

Unsere monstermäßige Weihnachtsgeschichte – erster Teil
Illustration: Constanze von Kitzing

Die Duda-Weihnachtsgeschichte von Constanze von Kitzing.

Monstermäßige Weihnacht!

Illustration: Constanze von Kitzing

„Boaaa, das ist ja monstermäßig kalt!“, brüllt Papa Monster und schiebt noch einen Holzscheit in den Ofen. Familie Monster sitzt an diesem monsterkalten Dezembernachmittag in ihrem windschiefen Waldhäuschen beisammen. Mama und Papa Monster knabbern zum Aufwärmen glühende Äste, während die beiden Monsterkinder sich gegenseitig mit Tannenzapfen bewerfen. Das machen Monsterkinder so. Wer den anderen trifft, bekommt einen Punkt. „AUA!“, schreit Monsti, als sie einen Zapfen ins Auge bekommt. Sie stürzt sie sich auf ihren Bruder Kralle und boxt ihn. „Tut ja gar nicht weh“, stöhnt der und boxt zurück. Danach fressen sie die Tannenzapfen auf und setzen sich zu den Eltern. Seit einer Woche sind Monster-Ferien, die Freunde verreist und alle Spiele schon ‘zig mal gespielt.

„Mir ist langweilig!“, nölt Kralle.
„Mir auch“, jault Monsti, „alles ist so doof!“
„Können wir nicht auch weg fahren?“
„Können wir nicht mal was Monstermäßiges machen?“
Die Eltern rollen mit den Augen.
„Sollen wir Wettrülpsen spielen?“, schlägt Kralle vor.
„Nicht schooon wieder!“
„Oder Stolperfallen bauen?“
„Wen willst du denn zum Stolpern bringen? Bei so viel Schnee verirrt sich doch kaum ein Mensch hier zu uns in den Wald. Außerdem machen die doch alle grade dieses Weihnachten.“
„Oder … mh … oder wir spielen Weihnachten. Mit Geschenken und so!“
„… Weihnachten? Ok!“

Sie packen alles ein was sie finden (einen faulen Apfel, einen Schraubenzieher, ein paar Teller und eine stinkende Socke) und packen es dann wieder aus. Das machen sie genau 27 Mal und finden es monstermäßig.

„Sollen wir denn dieses Jahr nicht in echt mal Weihnachten feiern!“, fragt Kralle.
„Ja, gute Idee, lass uns Weihnachten feiern!“, schreit Monsti.
Die Eltern schauen auf.
„Weimachten? Was ist denn das?“, erkundigt sich Mama Monster.
„Wein-machen, meine Monsterperle, nicht Weimachten“, brüllt Papa Monster amüsiert.
„Doch nicht Weimachten oder Wein-machen!“ Die Monsterkinder kringeln sich vor lachen und liegen am Boden. „Das heißt doch W-E-I-H-N-A-C-H-T-E-N. Das machen die Menschen immer im Winter wenn es so richtig kalt ist. Da gibt’s dann Geschenke und voll viel zu Essen.“ Vor lauter Gekicher haben die beiden Schluckauf bekommen.
„Essen?“, grübelt Papa Monster. „Das klingt doch schon mal gut, die Menschen haben also doch nicht nur Flausen im Kopf.“
„Oh, und Geschenke!“, freut sich Mama Monster. Sie liebt es anderen Geschenke zu machen. Damit fiel sie schon in ihrer eigenen Familie negativ auf, denn Monster schenken sich niemals etwas – das gehört sich für ein anständiges Monster nicht.
„JAAAAA, WIR FEIERN WEINACHTEN!“, brüllen die Monsterkinder im Chor.
„Komm, wir verkleiden uns, gehen ins Dorf und schauen wie die Menschenkinder weihnachten“, ruft Monsti. „Hier ist unsere Menschenverkleidung, dann fallen wir nicht so auf.“
Sie kramt aus einer Kiste einen Rock, einen Hut, eine große, bunt karierte Badehose, eine Käppi, sowie eine Sonnenbrille und einen falschen Bart hervor. Als sie umgezogen sind, kann man sie kaum noch als Monster erkennen.

Die weiteren Teile unserer Weihnachtsgeschichte:

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