Unterricht am Küchentisch

Unterricht am Küchentisch
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Corona-Ferien. Das hört sich gemütlich an. Nach schulfrei und chillen. Doch da ist ja noch dieser riesige Berg an Lernsachen, den die Lehrer dir mit nach Hause gegeben haben.

Denn: „Zurzeit sind keine Ferien. Normalerweise würden wir jetzt auch in der Schule sitzen und zusammen lernen“, sagt Valerie Sommersberg. Sie ist Grundschullehrerin an der Lindenschule in Frechen und gibt dir Tipps, wie das mit dem Lernen zu Hause klappt.

Suche dir einen Platz

Es ist wichtig, dass du dir einen Schulplatz einrichtest. Einen Platz, bei dem dein Kopf weiß: So, jetzt bin ich in der Schule, jetzt lerne ich. Wenn du keinen Schreibtisch hast, kann das auch am Küchentisch sein. „Wichtig ist, dass es genug Platz für das Lernmaterial gibt und vor allem, dass es ruhig ist“, sagt Valerie Sommersberg. Wenn deine kleinen Geschwister neben dir spielen, kannst du dich ja nicht konzentrieren.

Foto: Marijan Murat/dpa

Mach’ dir einen Plan

Die Lehrer haben dich mit Arbeit für drei Wochen versorgt – danach beginnen die Osterferien. „Ich habe für meine Kinder drei Wochenpläne geschrieben, sodass sie wissen, was sie in welcher Woche machen sollen.“ Falls deine Lehrerin das nicht gemacht hat, teile das große Materialpaket in drei Päckchen auf und überlege dir, was du in welcher Woche machst. Und am besten überlegst du dir sogar, was du an welchem Tag schaffen möchtest. Dabei solltest du dich aber nicht überschätzen. Schreib’ dir einen eigenen Stundenplan für zu Hause. „Wichtig ist, dass du jeden Tag ein bisschen machst“, rät Valerie Sommersberg. Denn sonst türmen sich die Lernsachen auf – und scheinen irgendwann unüberwindbar.

Teile deinen Tag ein

Am besten ist, wenn die Schule zu Hause jeden Tag zur gleichen Zeit beginnt. Überlege dir, ob du lieber vormittags oder nachmittags lernen möchtest. Bedenke: Wenn du bis zum Mittagessen fertig bist, hast du den Nachmittag wirklich frei und kannst spielen – ohne im Hinterkopf zu haben, dass du ja eigentlich noch lernen müsstest. Die Expertin rät: „Leih’ dir einen Wecker und stelle ihn jeweils auf zwanzig Minuten. Das ist eine Zeitspanne, in der sich Grundschüler gut konzentrieren können.“ Am besten arbeitest du in den zwanzig Minuten je an einem anderen Fach. Sonst bleibt am Ende der Woche nur noch das Fach übrig, das du am wenigsten magst. „Ich persönlich würde morgens mit dem unbeliebten Fach anfangen – dann hab ich es erledigt.“

Gestalte deine Pausen

Nach den zwanzig Minuten kannst du jeweils etwa fünf Minuten Pause machen. „Dann darfst du dich dafür belohnen, dass du fleißig warst“, sagt die Lehrerin. Mach’ deinen Lieblingssong an und tanze durch die Wohnung. Mach’ zwanzig Hampelmänner. Oder rangele kurz mit Papa. Wenn du dich zwischendurch bewegst, kannst du dich danach besser konzentrieren. Wichtig ist, dass die Pause nicht zu lange dauert, sonst fällt es dir schwer, weiterzumachen.

Verstehe die Aufgaben

Doch was tun, wenn die Aufgabe kompliziert ist? „Viele Lehrer haben ihren Schülern hauptsächlich Sachen zur Wiederholung aufgegeben“, sagt die Lehrerin. Heißt: Das Thema ist dir eigentlich schon bekannt. „Lies’ eine lange Aufgabe in Ruhe und Stück für Stück durch. Dann wirst du sie bestimmt verstehen.“ Falls nicht, solltest du deine Eltern fragen. Und wenn etwas wirklich unklar ist: Schreib deinem Lehrer, er müsste dir einen Kontakt genannt haben.

Dafür ist das gut

Klar, gerade lernst du nichts ganz neues, sondern wiederholst vor allem. Aber das ist auch superwichtig, sagt Valerie Sommersberg. „Wenn ein Kind aus dem zweiten Schuljahr jetzt die Rechentricks für den 100er-Zahlenraum wiederholt, ist das eine gute Vorbereitung fürs dritte Schuljahr. Da werden wir die Tricks nämlich für den 1000er-Zahlenraum wieder brauchen.“ Und auch, wenn es dir anfangs schwer fällt, zu Hause zu lernen – das ist ein gutes Training für später. In den höheren Klassen müssen die Schüler sich nämlich immer mehr selbst organisieren. Und das lernst du nun schonmal.

Wenn du noch mehr willst

Du bist jetzt schon mit allen Aufgaben durch? Kein Problem! „Lesen üben geht immer, Einmaleins wiederholen auch“, sagt Valerie Sommersberg. Oder du backst einen Kuchen – beim Abmessen macht man nämlich auch Mathe – löst Kreuzworträtsel, puzzelst oder bastelst schon mal für Ostern.

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Von Angela Sommersberg

Foto: IVDC/China CDC via GISAID/dpa

Wissenswert – Corona

Wenn du mehr über das Coronavirus wissen möchtest oder du dir Sorgen machst, findest du hier mehr Informationen:
https://www.duda.news/wissenswert-corona/

1 Comment

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