Wie funktionieren eigentlich … Zinsen?

Wie funktionieren eigentlich … Zinsen?
Foto: Tobias Hase/dpa

Bekommst du auch manchmal zum Geburtstag oder zu Weihnachten Geld geschenkt? Viele Menschen sparen einen Teil davon. Sie stecken Scheine und Münzen in ihr Sparschwein – oder bringen sie zur Bank auf ein Sparkonto. Dort bekommt man nämlich sogenannte Zinsen. Hier erklären wir dir, wie das funktioniert.

Was sind Zinsen?

Wenn du dein Geld zur Bank bringst, leihst du ihr quasi diese Summe. Die Bank kann dieses Geld an andere Leute verleihen – aber keine Sorge, du kannst deinen Betrag immer vom Konto abheben. Das plant die Bank so ein. Dafür, dass sie aber dein Geld verleihen darf, bekommst du Zinsen. Das ist ein kleiner Geldbetrag, der wie ein Mini-Geschenk ist.

Wann musst du Zinsen zahlen?

Wenn sich Menschen von der Bank Geld leihen, nehmen sie einen Kredit auf. Das machen sie, weil sie sich zum Beispiel ein Auto oder ein Haus kaufen wollen, aber nicht auf einmal genug Geld haben, um alles zu bezahlen. Die Bank stellt den Menschen also eine große Summe zur Verfügung. Diesen Betrag müssen die Leute zurückzahlen – plus Zinsen. Das sind die Gebühren dafür, dass die Bank ihnen Geld vorgestreckt hat. Damit verdient die Bank dann etwas – genau wie du, wenn du dein Geld auf dein Konto einzahlst.

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Wird man mit Zinsen reich?

Nein. Im Moment sind die Zinsen sehr niedrig. Man bekommt nur einen geringen Anteil seines Geldes als Zinsen. Das heißt zum einen, dass man nicht viel Geld von der Bank bekommt, wenn man sein Geld dort abgibt. Gleichzeitig heißt es aber auch, dass die Menschen keine hohen Gebühren zahlen müssen, wenn sie sich von der Bank etwas leihen wollen.

Warum sind die Zinsen niedrig?

Es gibt eine große Bank in Europa, die sagt, wie hoch die Zinsen sein sollen. Das ist die Europäische Zentralbank, die EZB – sie passt auf alle Banken in der Europäischen Union auf, einer Gemeinschaft von 28 Ländern. Die EZB sagt, wie hoch der sogenannte Leitzins ist. Er bestimmt, wie viele Zinsen man bekommt oder zahlen muss. An ihm müssen sich alle Banken orientieren. Und im Moment liegt der Leitzins bei Null – deshalb gibt es auch bei deiner Bank im Moment fast gar keine Zinsen!

Warum ist der Leitzins niedrig?

Die EZB hat nach der großen Wirtschaftskrise vor einigen Jahren den Leitzins immer weiter gesenkt. Viele Länder, in denen man auch mit Euro zahlt, hatten sich damals verschuldet. Sie haben nämlich Banken gerettet, die in Gefahr waren, Pleite zu gehen. Das wäre schlimm für die Wirtschaft gewesen. Weil die Länder jetzt aber hohe Schulden haben, können sie nicht mehr so viel Geld ausgeben. Trotzdem brauchen sie Geld, um zum Beispiel Straßen zu bauen. Damit sie besser von den Banken Geld bekommen können, hat die EZB den Leitzins gesenkt – so kostet es nicht viel, sich Geld zu leihen.

Von Jennifer Wagner