Halloween – Ein Brauch geistert um die Welt

Halloween – Ein Brauch geistert um die Welt
Foto: Patrick Pleul/ZB/dpa

Halloween ist vor allem in den USA beliebt – Wir erklären dir, wie es entstanden ist.

Verkleidest du dich heute Abend und klingelst bei den Nachbarn, um nach Süßigkeiten zu fragen? Oder bleibst du lieber zu Hause und guckst einen gruseligen Film? Es gibt verschiedene Arten, Halloween zu feiern.Wie ist der Brauch überhaupt entstanden? Und wie wird er in anderen Ländern gefeiert? Viele glauben, dass Halloween aus den USA kommt – doch das stimmt gar nicht.

Geister auf der Erde

Michelle Dunne arbeitet an der Universität in Dublin und forscht dort zur Geschichte der Traditionen in Irland. Halloween hatte seine Anfänge vor mehr als 2000 Jahren.„Es war eines der vier wichtigsten keltischen Feste“, sagt die Expertin. Die Kelten waren ein Volk, das damals verteilt in Europa lebte. Sie feierten am Vorabend und am Tag des 1. November den Beginn des Winters. „Samhain“ hieß das Fest. Damals glaubten die Menschen, dass am Vorabend Geister auf der Erde umher wandelten, weil die Grenze zum Totenreich in dieser Nacht verschwamm. „Bevor man ins Bett ging, zündete man in der Küche ein Feuer an. Dort stellte man Essen für die Vorfahren bereit, falls diese zurückkommen“, sagt Michelle Dunne. Bis heute wird Halloween deswegen am 31. Oktober gefeiert. Der Name entwickelte sich aus dem englischen Namen für den Abend vor Allerheiligen: All Hallows‘ Eve.

Party für die Nachbarschaft

Irische Einwanderer brachten den Brauch Ende des 19. Jahrhunderts auch in die USA. Und von dort wurde er später zurück nach Europa gebracht. In den USA ist Halloween vor allem ein Fest für Familien und Nachbarn. Kinder gehen verkleidet von Haus zu Haus. Die Gebäude sind oft mit Kürbisfratzen oder Spinnweben dekoriert. Für die meisten Erwachsenen in den USA ist es selbstverständlich, genug Süßigkeiten im Haus zu haben, falls die verkleideten Kinder klingeln. Die Supermärkte bieten vor Halloween riesige Packungen mit Schokoriegeln, Gummibärchen und Chips zu Sonderpreisen an. Während die Kinder um die Häuser ziehen, treffen sich die Erwachsenen oft zum Grillen im Garten. Dort ist Halloween eine Party für die ganze Nachbarschaft.

Hättest du sie erkannt? In dem Werwolf-Kostüm steckt Model Heidi Klum. Sie feiert jedes Jahr eine große Halloween-Party. Foto: Evan Agostini/Invision/dpa

Größte Party in Europa

Die größte Halloween-Party Europas steigt seit mehr als 30 Jahren in der Stadt Derry in Nordirland. Es gibt ein Festival mit Konzerten, Festumzug und Feuerwerk.Die Organisatoren erwarten dieses Jahr mehr als 100 000 Besucher. Die Gäste kommen aus der ganzen Welt: aus den USA, Kanada und sogar Australien.

Halloween in Deutschland

Dass sich auch bei uns am 31. Oktober Menschen verkleiden, liegt an amerikanischen Filmen und Serien. Sie haben Halloween in Deutschland bekannt gemacht, weiß die Amerikanerin Monique Scheer. Sie ist Expertin für die deutsche und amerikanische Kultur. Seit den 1990er Jahren spiele Halloween in Deutschland eine größere Rolle. Der Tag liegt einfach günstig – am nächsten ist Allerheiligen. Das ist in einigen Bundesländern ein Feiertag. Das heißt, die Menschen müssen nicht arbeiten und haben Lust, am Abend vorher etwas zu unternehmen.

Deutsche gruseln sich gerne

Deutschen Halloween-Freunden geht es laut Monique Scheer vor allem ums Gruseln: Totenköpfe, Hexen und Geister prägen Outfits und Dekoration. In den USA lautet das Motto dagegen „Hauptsache verkleiden“ – Halloween ist dort ein bisschen wie bei uns Karneval. Laut Monique Scheer ist es ganz normal, dass wir uns Feste in anderen Ländern abgucken. Das deutsche Weihnachtsfest setzt sich auch aus verschiedenen Traditionen zusammen. Umgekehrt feiern die Menschen auf der ganzen Welt mittlerweile das Oktoberfest– eigentlich ein Fest aus Bayern. Und welcher Party-Anlass schwappt als nächstes nach Deutschland? Das kann die Expertin nicht verraten: „Was Menschen cool finden und aufgreifen, lässt sich nicht vorhersehen.“

Von Nadja Lissok (mit dpa)