Frucht für alle Sinne

Frucht für alle Sinne
Orangen schmecken gut und liefern Vitamin C. Foto: Katharina Frenzel/mehr-genuss.de/dpa

Orangen essen wir am liebsten in der Weihnachtszeit. Mit ihrer leuchtenden Farbe bringen sie Helles in die Dunkelheit des Winters. Bekannt wurden die Früchte in Europa vor langer Zeit unter einem anderen Namen.

Ihre Farbe verrät schon ihren Namen. Sie ist saftig, gesund und meistens süß. Welches Obst ist gesucht? Richtig: die Orange, auch Apfelsine genannt. Viele mögen sie am liebsten in der dunklen Jahreszeit, wie Lebkuchen und Spritzgebäck, wie Spekulatius und heiße Schokolade.

Orangen gehören bei vielen Menschen mit auf den Weihnachtsteller. Foto: Claudia Irle-Utsch/dpa

Eine süßere Verwandte der Orange mögen Kinder oft noch mehr: die Clementine. Diese kleinen und großen Zitrusfrüchte stecken oft in der Nikolaustüte oder liegen auf dem Weihnachtsteller.

Früher eine Seltenheit

Das war früher anders. Vor rund 500 Jahren war die Orange in Europa eine Seltenheit. Bis dahin kannte man höchstens sehr bittere solcher Früchte. Roh essen konnte man diese nicht.

Deshalb freuten sich Seefahrer aus dem Land Portugal, als sie auf dem Kontinent Asien Orangen fanden, die richtig lecker schmeckten. Diese Entdecker brachten das Obst von ihren weiten Reisen mit. In größeren Mengen kam die Frucht im 17. Jahrhundert mit holländischen Schiffen auch nach Deutschland. Appelsien hieß sie damals oder Apfel aus 
China.

Die Orange gedeiht am besten, wo es warm ist und nicht zu trocken: wie in Spanien oder Italien. Sie wächst an Bäumen oder großen Sträuchern. Erntereif sind die Früchte in den Monaten November bis März.

Orangen sind beliebte Früchte im Winter und besonders an Weihnachten. Foto: Claudia Irle-Utsch/dpa

Besonders süß sind Orangen, die erst im Dezember gepflückt werden. „Denn neben sonnigen Tagen braucht die Frucht auch kühle Nächte“, erklärt Vanessa Michel. Aus Ländern wie Israel oder Südafrika kommen auch schon früher im Jahr Apfelsinen nach Deutschland. „Das sind Frühfrüchte“, sagt die Obstverkäuferin aus Siegen. Anders als Bananen oder Äpfel reifen Orangen nicht nach. Deshalb müssen sie ganz reif geerntet werden, am besten behutsam mit der Hand.

Verschiedene Sorten

Es gibt verschiedene Apfelsinen-Sorten. Die dicken Navelinas eignen sich am besten zum Einfach-so-Essen. Pressorangen haben eine dünnere Schale, geben aber mehr Saft. Das Fruchtfleisch von Blutorangen hat eine rötliche Färbung. „Ich mag am liebsten die Cara Cara“, sagt Frau Michel. „Das ist eine Kreuzung aus Orange und Grapefruit. Ihr Fruchtfleisch ist pink, und sie ist ein bisschen sauer.“

Dass Orangen und Clementinen im Winter so beliebt sind, liegt auch daran, dass sie gesund sind. Sie versorgen uns mit Vitamin C. Das kann zum Beispiel vor einer Erkältung schützen.

Die Apfelsine ist außerdem eine Frucht für alle Sinne. Ihre Farbe ist schön anzusehen, gerade wenn es draußen grau ist. Ihre Schale duftet köstlich. Außerdem hat das langsame Schälen einer Apfelsine oder einer Clementine auch etwas Beruhigendes. Das passt zur Gemütlichkeit der Weihnachtszeit.

Von Claudia Irle-Utsch (dpa)