Evolution: Ein Zufall zur richtigen Zeit

Dieses Tier ist für die Evolutions-Forschung sehr wichtig: Am Quastenflosser kann man erkennen, wie sich aus den Fischen die Landtiere entwickelt haben. Er hat nämlich verschiedene Merkmale. Zum Beispiel die eines Fisches: Schuppen und Kiemen. Er hat aber auch andere Merkmale: eine Art Lunge und Gehflossen. Die Knochen in diesen Flossen sind ähnlich aufgebaut wie die Arme und Beine der Landlebewesen. (Foto: dpa)
Dieses Tier ist für die Evolutions-Forschung sehr wichtig: Am Quastenflosser kann man erkennen, wie sich aus den Fischen die Landtiere entwickelt haben. Er hat nämlich verschiedene Merkmale. Zum Beispiel die eines Fisches: Schuppen und Kiemen. Er hat aber auch andere Merkmale: eine Art Lunge und Gehflossen. Die Knochen in diesen Flossen sind ähnlich aufgebaut wie die Arme und Beine der Landlebewesen. (Foto: dpa)

Evolution – hast du dieses Wort schon einmal gehört? Damit ist gemeint, dass Lebewesen sich über lange Zeit entwickeln und wandeln. Auch wir Menschen sahen einmal anders aus.

Ulrich Schmid steht vor einem großen Glasschrank und zeigt auf riesige Knochen.“«Das sind die Schädel-Knochen von Elefanten“, erklärt der Fachmann. Was? Das alles sollen Elefanten sein? Die Knochen sehen doch unterschiedlich aus! „Ja klar“, sagt Ulrich Schmid. Er arbeitet in einem Museum in der Stadt Stuttgart. Die Schädel-Knochen stammen nämlich aus unterschiedlichen Zeiten.

Anhand der Knochen können Wissenschaftler erforschen, wie Elefanten sich verändert haben – und zwar im Laufe von vielen Millionen Jahren. Diese Veränderungen nennt man auch Evolution. Das bedeutet: Lebewesen entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Sie verändern sich.

Auch der Mensch verändert sich

Auch wir Menschen tun das. Unsere Vorfahren sahen beispielsweise noch anders aus. Sie hatten viel mehr Körperbehaarung. Und auch ihr Schädel war anders geformt. „Wer weiß, wie wir Menschen in einer Million Jahre aussehen?“, sagt Ulrich Schmid. Vielleicht haben wir dann riesige Ohren, superlange Arme und einen Eier-Kopf.

Mit bloßem Auge kann man die Evolution selten beobachten. Denn sie läuft meist extrem langsam ab. Solche Veränderungen dauern oft viele Millionen Jahre. Deshalb sind auch die alten Knochen für die Forscher so wichtig. Man nennt diese Knochen Fossilien. Mit ihrer Hilfe können die Fachleute die Veränderungen nachvollziehen.

Wer ist am besten angepasst?

Ulrich Schmidt ist Experte in Sachen Evolution. (Foto: dpa)

Ulrich Schmidt ist Experte in Sachen Evolution. (Foto: dpa)

Doch warum verändern Lebewesen sich überhaupt? Das hat zum Beispiel etwas mit Veränderungen in unserer Umwelt zu tun. Mit der Temperatur und dem Klima. Oder damit, wie viel Nahrung es gibt. „Dann kommt es darauf an, wer mit diesen neuen Bedingungen am besten zurechtkommt“, sagt Ulrich Schmid. Also wer am besten angepasst ist.

Diese Lebewesen schaffen es dann, zu überleben. Sie können wiederum Nachwuchs bekommen. So wird diese Anpassung weitervererbt. Im Laufe der Zeit gibt es so immer mehr Tiere mit einer guten Anpassung. Wenn Tiere mit einer Veränderung nicht umgehen können, sterben sie aus. Es können aber auch neue Arten entstehen.

Lamarck und seine Idee von Evolution

Einer der Ersten, der dazu eine Idee zu Evolution entwickelte, war ein Mann aus Frankreich. Er hieß Lamarck und lebte vor rund 200 Jahren.

Mit ihren langen Hälsen können Giraffen die Blätter von Bäumen erreichen. (Foto: dpa)

Mit ihren langen Hälsen können Giraffen die Blätter von Bäumen erreichen. (Foto: dpa)

Lamarck dachte: Lebewesen könnten sich absichtlich verändern. So wie zum Beispiel die Giraffe: Die Blätter, die sie frisst, wachsen hoch oben am Baum. Also lässt die Giraffe ihren Hals immer länger wachsen. So kommt sie an die leckeren Blätter ran! Dieser lange Hals wird dann an den Nachwuchs vererbt.

Würde die Giraffe nun aber nur noch Blätter von weiter unten fressen, dann würde auch der Hals wieder kürzer. Das war der Gedanke von Lamarck. Doch er stimmt so nicht. Trotzdem waren Lamarcks Ideen wichtig. Denn auf ihrer Grundlage konnten andere Forscher neue Theorien entwickeln.

Die Evolution hat keinen Plan

Heute weiß man: Die Evolution hat keinen Plan. Das bedeutet: Lebewesen können sich nicht absichtlich entwickeln oder anpassen. „Das passiert alles rein durch Zufall“, sagt der Fachmann. Indem sich unsere Gene spontan verändern. Gene bilden so etwas wie den Bauplan von Lebewesen. Verändern Gene sich, nennt man das auch Mutation.

Aber nicht jede Veränderung bringt automatisch einen Vorteil. Sie muss zur richtigen Zeit passieren. Wenn dieser Vorteil auch tatsächlich gebraucht wird.

Von dpa

KINA - Der berühmte Forscher Charles Darwin

Der berühmte Forscher Charles Darwin

Wenn es um Evolution geht, fällt oft ein Name: Charles Darwin. Er war ein berühmter Forscher. Vor langer Zeit hatte er eine Idee: Charles Darwin glaubte, dass verschiedene Tiere von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen können.

Der Forscher war mit einem Segelschiff mehrere Jahre um die Welt gereist. Auf der Reise sammelte Charles Darwin alles, was ihm in die Finger kam: Pflanzen, Insekten, Vogelfedern, Vogeleier und anderes. Auf den Galapagos-Inseln sah er wunderliche Echsen und riesige Schildkröten.

Wieder zu Hause schaute Charles Darwin sich seine riesige Natursammlung in Ruhe an. Er las viel und tauschte sich mit anderen Wissenschaftlern aus. Mehr als 20 Jahre später veröffentlichte er eine Idee, die ihn weltberühmt machte. Er erkannte, wie sich verschiedene Tierarten aus gemeinsamen Vorfahren entwickeln können. Heute nennen wir das Evolutionstheorie. Sie steht in den Lehrbüchern.

Kindergrafik: Darwinfinken (21.04.2015)

Klicke auf die Grafik, kann kannst du sie besser sehen. (Foto: dpa)