Vollversammlung: So funktioniert das Treffen der Vereinten Nationen

Die Vollversammlung ist das zentrale Beratungsorgan der Vereinten Nationen, eine Art UN-Parlament. Alle 193 Mitgliedsstaaten sind darin vertreten. (Foto: dpa)
Die Vollversammlung ist das zentrale Beratungsorgan der Vereinten Nationen, eine Art UN-Parlament. Alle 193 Mitgliedsstaaten sind darin vertreten. (Foto: dpa)

Was haben Antigua und Barbuda, Surinam und Kirgisistan gemeinsam? Diese Staaten sind Mitglieder der Vereinten Nationen. Falls du von ihnen noch nie gehört hast oder kaum etwas über sie weißt, geht es dir vermutlich wie vielen Menschen. Aber: In diesen Tagen sind diese Staaten genauso wichtig wie die USA, Deutschland oder China. Denn sie alle nehmen an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teil, die momentan stattfindet.

Was sind die Vereinten Nationen?

Die Vereinten Nationen sind eine Organisation, zu der fast alle Länder der Welt gehören. Momentan sind es 193. Im Englischen heißt sie „United Nations Organization“ – abgekürzt „UN“ oder „UNO“. Gegründet wurden die Vereinten Nationen von 51 Staaten, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945. Sie wollten verhindern, dass sich solche Weltkriege wiederholen. Zu den UN gehören Organisationen wie das Kinderhilfswerk Unicef und die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Welche Aufgaben haben die Vereinten Nationen?

Ziel der Vereinten Nationen ist, den Frieden auf der Welt zu sichern und die Menschenrechte zu schützen. Wenn es Probleme zwischen Ländern gibt, versuchen die UN zu vermitteln und Lösungen zu finden, um einen Krieg zu verhindern. Wer Mitglied der Vereinten Nationen werden möchte, muss einen Vertrag unterschreiben, die sogenannte UN-Charta. Sie wurde von den Gründungsmitgliedern verfasst und unterschrieben. Die Organisation hat ihren Sitz in der Stadt New York in den USA. Chef der UN ist der sogenannte Generalsekretär. Seit Anfang 2017 ist das António Guterres aus Portugal.

Was ist die Vollversammlung?

In der Vollversammlung – auch Generalversammlung genannt – sind alle 193 Mitgliedsstaaten vertreten. Sie treffen sich einmal im Jahr im Hauptsitz in New York, von September bis Dezember. Sie besprechen Themen und Probleme, die die ganze Welt betreffen – zum Beispiel der Klimawandel oder der Syrienkrieg.

Die Vollversammlung gibt Empfehlungen ab, was in der Welt passieren soll. Sie entscheidet, wie viel Geld die Organisation ausgeben darf und wählt den Generalsekretär. Eröffnet wurde die 73. Generalversammlung am 18. September. Vom heutigen Dienstag an sind Staatschefs oder andere wichtige Mitglieder der Regierungen dabei und halten Reden. Für Deutschland kommt Außenminister Heiko Maas.

Wie stimmt die Vollversammlung ab?

Jedes Land darf bis zu fünf Vertreter zu dem Treffen schicken. Aber bei Abstimmungen hat jedes Land genau eine Stimme – egal, wie groß oder reich das Land ist. Surinam hat bei der Vollversammlung also genau so viel zu sagen wie die USA. Die Mitglieder stimmen zum Beispiel darüber ab, ob UN-Soldaten in ein Land geschickt werden, um dort Frieden zu sichern.

Die Beschlüsse der Vollversammlung nennt man Resolution. Es handelt sich um Empfehlungen. Es sind also keine Gesetze, an die sich die Mitgliedsländer halten müssen. Aber Resolutionen sollen Druck ausüben.

VON KATHY STOLZENBACH

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