Rüssel hoch und rein ins Wasser

Rüssel hoch und rein ins Wasser
Beim Schwimmen nutzen Elefanten ihren Rüssel wie einen Schnorchel. Foto: Arne Dedert/dpa

Katzen gelten als wasserscheu. Doch sie können tatsächlich schwimmen. Das gilt auch für viele andere Tierarten. Ob sie es erst lernen müssen und wie sie es machen, erfährst du hier.

Fische, Enten, Delfine, Krokodile: Es gibt Tiere, die viel Zeit oder ihr ganzes Leben im Wasser verbringen. Natürlich können diese Tiere schwimmen. „Aber es gibt auch noch ganz, ganz viele Tiere, von denen man nicht denkt, dass die schwimmen können“, sagt der Zoo-Pädagoge Christian Dienemann.

Eisbären haben Schwimmhäute, die ihnen das Vorankommen im Wasser erleichtern. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Eines dieser Tiere ist das Faultier. „Das glaubt man nicht, wenn die mehr oder weniger bewegungslos im Baum hängen. Doch wenn es sein muss, können die schwimmen.“ Das kann zum Beispiel dann nötig werden, wenn es auf ihrem Baum nichts mehr zu fressen gibt. „Bei Überschwemmungen im Regenwald schwimmen sie dann zum nächsten Baum“, sagt der Experte.

Lange Wanderungen

Auch andere Tiere schwimmen durch Gewässer, weil sie irgendwo hin möchten. Zebras, Gnus oder Rentiere legen lange Wanderungen zurück. „Da ist das Wasser dann einfach im Weg“ sagt der Experte. Also
schwimmen sie durch.

Alle Hunde können schwimmen. Manchen fällt das aber leichter als anderen. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Manche Tiere schwimmen also hauptsächlich dann, wenn sie es müssen. Andere gehen gerne ins Wasser, auch um sich bei hohen Temperaturen abzukühlen. Unter Hunden gibt es etwa große Bade-Fans. Andere Tiere jagen im Wasser nach Nahrung, etwa der Fischotter. Und dann gibt es noch Tiere, die mögen Wasser überhaupt nicht gerne. „Die meisten Affen sind extrem wasserscheu“, sagt Herr Dienemann. „Aber es gibt ein paar wenige, die Wasser mögen und gerne schwimmen. Genauso ist es bei Katzen.“

Katzen können also schwimmen, auch wenn sie als wasserscheu gelten. Tatsächlich ist das bei den meisten Tieren so. „Die können das instinktiv“, sagt der Zoo-Pädagoge. Das bedeutet, sie machen etwas unbewusst automatisch richtig. Die meisten Vierbeiner paddeln beim Schwimmen mit den Beinen. „Das machen Hunde, das würden Katzen, Elefanten oder Giraffen so machen.“

Schwimmhäute helfen

Herr Dienemann erklärt, wie Elefanten das genau machen: „Dabei liegt der Elefant relativ tief im Wasser und nutzt seinen Rüssel wie einen Schnorchel.“ Auch andere Tiere haben Körperteile, die ihnen im Wasser helfen, zum Beispiel Schwimmhäute. Das ist eine Haut zwischen den Zehen oder Fingern. „Dadurch haben die eine breitere Fläche, mit der man Wasser wegdrücken kann.“ Enten haben Schwimmhäute, genau wie etwa Eisbären.

Schwimmende Schweine? Ein ungewöhnliches Bild, aber die Tiere können es. Foto: Chen Xiaodong/XinHua/dpa

Zu den Tieren, die nicht von Natur aus schwimmen können, gehören die Menschenaffen. „Auch wir sind ja eigentlich Menschenaffen. Wir müssen das Schwimmen aktiv lernen“, sagt der Experte. Auch manche Vögel sollten lieber nicht baden gehen, zum Beispiel Eulen. „Das Gefieder
würde sich sehr schnell vollsaugen und sie würden untergehen.“

Von Insa Sanders (dpa)