Den Menschen ins Gehirn schauen
Mit einem EEG kann man sehen, wie das Gehirn arbeitet. Diese Geheimschrift dann aber zu entschlüsseln, ist schwer.
Ein bisschen gruselig findet Frida die Vorstellung schon, dass gerade jemand in ihr Gehirn schaut. Die Zehnjährige sitzt auf einem Stuhl in einem Labor in der Stadt Jena. Auf ihrem Kopf trägt sie eine Kappe, aus der ganz viele Kabel ragen. Die sind mit einem Computer verbunden. Auf dem Bildschirm sind viele Linien zu sehen.
Wenn Frida sich entspannt, verändern sich die Linien. So langsam weicht die Anspannung. „Es ist cool, dass man auf den Geräten sehen kann, wie mein Gehirn gerade arbeitet“, sagt sie.
Das Gehirn ist elektrisch
Das, was Frida gerade macht, nennt sich EEG. Das steht für Elektroenzephalogramm und wurde vor 100 Jahren erfunden. Dafür muss man ganz still sitzen. An der Kopfhaut werden viele kleine Metallplättchen angeklebt. Das tut nicht weh, ist aber etwas kalt.
Die Plättchen erfassen dann die elektrische Aktivität im Gehirn. Keine Angst, niemand bekommt einen Stromschlag von seinem Kopf. Aber wenn das Gehirn arbeitet, entstehen winzig kleine elektrische Signale. Die werden aufgezeichnet und erscheinen als Linien auf dem Bildschirm.
Eine Geheimschrift
Die Linien zu lesen, ist gar nicht so leicht. „Das ist wie eine Geheimschrift, die wir entziffern müssen“, sagt Barbara Schmidt. Sie forscht in Jena, wo das EEG auch erfunden wurde, mit dem Gerät. Vieles sei noch gar nicht entschlüsselt. „Es gibt viele Sachen, bei denen wir sehen, dass sie da sind. Aber was sie bedeuten, ist noch nicht so ganz klar.“
Schon heute kann das EEG zum Beispiel erkennen, ob jemand Epilepsie hat. Das ist eine Krankheit, bei der man starke Krämpfe bekommen kann. Mit dem EEG kann man auch trainieren, sich besser zu konzentrieren. Und es erkennt, wie tief jemand schläft.
Von David Hutzler (dpa)





