Tamara baut Schiffe
Schritt für Schritt ein kleines Schiff bauen und gestalten. Das macht die zehnjährige Tamara in einem Modellbau-Club. Der spannendste Moment ist für sie, wenn das Schiff zu Wasser gelassen wird.
Tamaras Boot bekommt heute eine Wand mit Fenstern. „Deshalb muss ich hier was rausschneiden“, sagt die Modellbauerin. „Sonst kann man ja da nicht durchsehen.“ Wie jeden Samstag bastelt sie in einer großen Werkstatt. Dort gibt es jede Menge Werkzeuge und Tische, an denen man arbeiten kann. Und es stehen einige Schiffe herum. Denn hier werden Schiffsmodelle gebaut.
Gerhard Leinen ist der Jugendwart des Modellbau-Clubs SMC Dillingen im Saarland. Er hilft der zehnjährigen Tamara mit ihrem Schiff. „Schön langsam und aufpassen mit den Fingern“, sagt er, während Tamara ein Fenster mit dem Cutter-Messer in das Holzteil schneidet. „Wunderbar!“ Die beiden klatschen ab.
Als Nächstes schleift Tamara die Fensterrahmen mit Schleifpapier ab. „Du musst nur dort schleifen, wo noch Punkte abstehen“, sagt Gerhard Leinen. „Die müssen raus wegen der Glasscheiben, die wir nachher einsetzen.“ Dann wird die fertige Wand an den Rumpf geklebt. Den größten Teil des Schiffes hat Tamara bereits ausgeschnitten und verleimt.
„Die Dinge werden immer besser“
„Ich finde es spannend zu sehen, wie die Dinge immer besser werden, immer schöner werden, immer mehr nach einem Boot aussehen“, sagt Tamara. Durch ihr Hobby hat sie außerdem schon viel über Werkzeuge gelernt. „Wenn zum Beispiel viel zu schleifen ist, lohnt es sich nicht, mit der Hand zu schleifen“, sagt Tamara. „Sondern eher hier mit der Schleifmaschine.“

Tamara schneidet mit dem Cutter-Messer Fenster aus einem Holzteil für ihr neues Schiff aus. Foto: Jennifer Heck/dpa
Ist das Schiff fertig gebaut, wird es lackiert. Dann kommt die Deko. „Manchmal nehme ich Playmobil-Figuren, wenn’s bei Booten passt“, sagt Tamara. Sie mag die Kleinigkeiten: „Hier sieht es so aus, als könnte man das Beiboot aufs Wasser setzen“, sagt sie. „Das hier sind Ersatzteile, zum Beispiel eine Ersatzschraube und hier drin steht sogar ein Fernseher.“
Der spannendste Moment
Drei Schiffe hat Tamara schon fertig gebaut. Ein Frachtschiff mit Kohle, einen Schlepper und eine Personenfähre. Für ihr neues Passagierschiff benutzt Tamara einen Bausatz. Das heißt, sie hat schon alle benötigten Teile und muss sie zusammenbauen. Aber es geht auch ohne Baukasten. „Das Frachtschiff zum Beispiel habe ich aus Holz komplett allein gebaut, mit Hilfe halt eben“, sagt Tamara. „Wir zwei“, sagt Gerhard Leinen.
Die Schiffe baut Tamara aus Spaß, und um diese bei Schaufahrten auf Seen und in Schwimmbädern zu zeigen. „Dann dürfen auch andere Leute kommen und mal gucken“, sagt sie. „Auch, wie man das steuert.“ Das Schiff ins Wasser zu lassen, sei sowieso der spannendste Moment. „Dass man am Ende sieht, dass das wirklich fahren kann.“
Von Jennifer Heck (dpa)





