Neue Bewohnerin im Kölner Zoo

Neue Bewohnerin im Kölner Zoo
Foto: Marius Becker/dpa

Hast du schon mal ein Baby beobachtet, wenn es versucht, etwas mit seinen Händen zu greifen? Das sieht ziemlich lustig und unbeholfen aus. So ähnlich ist es auch bei Elefantenbabys: Auch die haben ihren Rüssel am Anfang noch nicht so gut im Griff. Eigentlich. Denn das kleine Elefantenmädchen aus dem Kölner Zoo stellt sich schon ziemlich geschickt an, wenn es mit seinem Rüssel im Laub spielt. Am Mittwochabend wurde das Tierbaby geboren. Wir stellen es dir vor – und verraten noch viel mehr spannende Fakten über Elefanten. 

Mit dem Elefantennachwuchs leben nun den Angaben des Zoos zufolge 14 Dickhäuter auf Kölner Boden. Foto: Marius Becker/dpa

Die Art

Das Tierbaby, das übrigens noch keinen Namen hat, gehört zu den Asiatischen Elefanten. So wie alle Elefanten im Kölner Zoo. In der Natur leben die Tiere in asiatischen Ländern wie Indien, Sri Lanka, Thailand oder Indonesien. Sie sind aber stark vom Aussterben bedroht. Die Tiere werden schon lange wegen ihrer kostbaren Stoßzähne aus Elfenbein gejagt. Ein weiteres großes Problem ist, dass ihr Lebensraum immer kleiner wird: Die Menschen holzen Wälder ab, um dort Häuser zu bauen oder Felder anzulegen. Deswegen ist es wichtig, dass die Asiatischen Elefanten in Zoos weiter gezüchtet werden. Im Kölner Zoo sind in den vergangenen 14 Jahren schon zwölf Elefantenbabys geboren worden.

Foto: Marius Becker/dpa

Die Größe

Elefanten sind die größten und schwersten Tiere, die an Land leben. Asiatische Elefanten-Bullen können etwa drei Meter groß werden und wiegen bis zu 5000 Kilogramm. Stell dir mal vor: Das ist etwa viermal so viel wie ein mittelgroßes Auto! Der Afrikanische Elefant kann sogar noch größer werden. Und wer so groß ist, braucht natürlich auch viel Futter: Elefanten sind Vegetarier und fressen rund 150 Kilogramm Pflanzen pro Tag. Außerdem trinken die Tiere bis zu 100 Liter Wasser am Tag – also so viel wie in hundert große Milchtüten passt.

Die Kinder

Weibliche Elefanten nennt man Kühe. Sie können alle drei bis vier Jahre ein Kalb bekommen – und sind dann fast zwei Jahre lang schwanger! Bei der Geburt sind die Babys schon etwa einen Meter hoch und wiegen 100 Kilo – so viel wie ein sehr großer, erwachsener Mann. Schon wenige Stunden nach der Geburt können die Kälber dann aufstehen und herumlaufen. Sie trinken zwei Jahre lang Milch bei ihrer Mutter, fressen zwischendurch aber auch mal Grashalme. Der Kölner Zoo geht davon aus, dass das neue Elefanten-Mädchen etwa zwei Kilogramm pro Woche zunehmen wird. Ganz schön viel! 

Mama „Shu Thu Zar“. Foto: Marius Becker/dpa

Die Familie

Die weiblichen Elefanten leben in einer großen Herde zusammen. Die Männer leben außerhalb und kommen nur zur Paarung dazu. So ist das übrigens auch im Kölner Zoo: Da haben die Bullen ein eigenes Gehege. Alle weiblichen Elefanten kümmern sich gemeinsam um den Nachwuchs, deswegen nennt man sie auch Tanten. Wenn zum Beispiel Gefahr droht, stellen sich die starken Kühe nach außen und beschützen die Kinder in der Mitte.

Mit zehn Jahren verlassen die männlichen Elefanten ihre Gruppe. Die Weibchen bleiben. Deswegen freut der Kölner Zoo sich auch besonders, dass das neue Baby ein Mädchen ist. Jede Herde hat eine Chefin. Die ist sehr erfahren und bringt die Gruppe zu Futter- und Wasserplätzen. Im Kölner Zoo ist Kreeblamduan die Leitkuh. Das ist Thailändisch und bedeutet Blütenblatt. 

Die Sprache

Wer so eng mit seiner Familie zusammenlebt, will sich auch unterhalten – ist ja klar. Elefanten machen das mit dem sogenannten Infraschall. Sie erzeugen in ihrem Hals sehr tiefe Töne, die wir Menschen nicht hören können. Die Töne werden über den Böden übertragen. Vermutlich können die Tiere die Töne über ihre Fußsohlen wahrnehmen. In der Natur funktioniert das über viele Kilometer hinweg. Auch sonst sind die Füße der Elefanten besonders. Wusstest du, dass sie wie Primaballerinen nur auf ihren Zehenspitzen laufen? Das hätte man den riesigen Tieren gar nicht zugetraut, oder?

Von Angela Sommersberg