Familienmitglied aus Rumänien 

Familienmitglied aus Rumänien 
Maria. Foto: Privat

Eigentlich fängt diese Hundegeschichte mit einer Katze an: Im vergangenen Sommer ist uns eine Katze namens Cookie zugelaufen. Nach langem Recherchieren haben wir dann ihr Zuhause, fast fünf Kilometer von uns entfernt, finden können.

Ich wollte dann unbedingt auch eine Katze haben und meine Eltern und ich haben sehr viel darüber diskutiert. Vor allem aber mein Vater war dagegen. Das zog sich bis in den Herbst hinein. An einem Sonntagmorgen kam dann mein Vater plötzlich zu mir und sagte: „Ich bin zwar aus verschiedenen Gründen gegen eine Katze. Aber über einen Hund können wir reden…“

Maria. Foto: Privat

Tierheime abgeklappert

Ich fand das total cool von ihm. Mein Vater war noch nie ein großer Katzenfan, aber einen Hund hat er selbst als Kind gehabt. Meine Familie und ich haben daraufhin einige Tierheime abgeklappert, aber es war kein Hund dabei, der zu uns gepasst hätte. So könnte der zum Beispiel gerne schon etwas älter sein, weil er dann stubenrein ist. Oder er müsste auch einige Zeit morgens allein bleiben können.

Dann haben wir im Internet noch mal geguckt. Dort hat meine Mutter ein Tierheim entdeckt, bei dem uns ein Hund namens Marla sehr gefiel (eigentlich heißt Marla „Marlene“– aber den Namen fanden wir für einen Hund nicht so passend). Wir fuhren dann hin und schauten uns Marla an. Ich hätte sie am liebsten sofort mitgenommen: Marla war total süß, ein bisschen wild und sollte vieles von dem mitbringen, was für uns wichtig war.

Meine Eltern wollten aber lieber noch einmal in Ruhe über alles nachdenken. Das haben wir dann in der kommenden Woche auch getan – und haben Marla anschließend zwei Wochen zur Probe zu uns nach Hause mitgenommen. 

Tausende Hunde

Eine Besonderheit von Marla ist, dass sie aus Rumänien kommt und dort zuletzt in einem der größten Tierheime der Welt mit etwa 7000 anderen Hunden gelebt hat. Stellt euch mal vor, wie viel Futter man für so viele Hunde braucht!

Vorher hat Marla auf der Straße gelebt. Glücklicherweise haben sie die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Tierheims – wie viele andere Hunde auch – gerettet und vermitteln sie dann weiter. 

Schwierige erste Wochen

Nachdem Marla zwei Wochen zur Probe bei uns war, haben wir uns entschieden, sie für immer bei uns zu behalten! Die ersten Wochen waren nicht ganz einfach: Offensichtlich hatte Marla auf der Straße ganz viele schlechte Erfahrungen gemacht. Vor allem mit Männern: Meinen Vater mochte sie erst gar nicht – sie hat sogar ein paar Mal nach ihm geschnappt. Auch fand sie Lieferwagen und Mopeds anfangs blöd und hat sie total angebellt.

Nach gut vier Monaten hat sich das aber alles vollkommen gelegt. Offensichtlich hat Marla gemerkt, dass ihr in unserer Familie niemand etwas tut und sie ist ein total liebevoller Kuschelhund geworden!

Flo und Maria. Foto: Privat

Tricks nach kurzer Zeit

Mittlerweile sind alle aus meiner Familie der Ansicht, dass Marla der beste Hund der Welt ist. Auch weil Marla echt clever ist: Zum Beispiel konnte sie schon nach kurzer Zeit „Sitz“ und „Platz“ machen. Dabei ist bestimmt auch wichtig, dass wir mit Marla regelmäßig in die Hundeschule gehen. Ich glaube sogar, dass es ein Vorteil ist, dass Marla auch auf der Straße gelebt hat: Denn häufig sind Straßenhunde viel sozialer als normale Hunde, weil sie ihr ganzes Leben mit anderen Hunden zusammen waren.

Von Kinderreporter Flo