Den Haien ganz nah

Den Haien ganz nah
Christina Karliczek ist Unterwasser-Filmerin. Für ihre Arbeit war sie schon in vielen Meeren der Welt unterwegs. Foto: Mat Goodman/Doclights/dpa


Wenn Haie im Wasser sind, gehen nur die wenigsten Menschen gern hinein. Die Unterwasser-Tierfilmerin Christina Karliczek gehört aber dazu. Für ihre Arbeit muss sie ganz dicht an die Tiere heranschwimmen. In ihrem jüngsten Film hat sie Haie gefilmt, die in sehr kalten Gewässern leben.

Bevor Christina Karliczek taucht, bereitet sie ihre Kamera-Ausrüstung supergut vor. Denn unter Wasser muss alles perfekt funktionieren. Foto: Uli Kunz/Doclights/dpa

Interview

Bei dem Wort Hai bekommen viele Angst. Du dagegen bist für deinen Film ganz nah an sie herangeschwommen.
Es gibt 400 bis 500 Hai-Arten in der ganzen Welt. Davon sind die meisten nicht gefährlich für uns Menschen. Bei den Hai-Arten, die ich in meinem Film gefilmt habe, wusste ich, dass sie normalerweise keine Menschen angreifen. Es gibt aber ein paar Dinge, die bei meiner Arbeit gefährlich sein können.

Wie kannst du verhindern, dass etwas passiert?
Ich bereite mich sehr gut auf jede Tierart vor. Ich versuche erstmal, die Tiere zu beobachten, bevor ich filme.

Christina Karliczek ist Unterwasser-Filmerin. Hier siehst du, wie sie unter dem Eis filmt. Foto: Uli Kunz/Doclights/dpa

Hast du ein Beispiel?
Für meinen Hai-Film habe ich auch den Riesenhai gefilmt. Das ist die zweitgrößte Hai-Art. Da musste ich vorsichtig sein. Riesenhaie filtern mit weit geöffnetem Maul Plankton aus dem Wasser. Davon ernähren sie sich. Damit nicht irgendwas in ihrem großen Maul landet, das sie verletzen könnte, meiden sie Dinge, die im Wasser treiben. Als Taucher kann man einen Riesenhai deswegen leicht erschrecken. Dann schwimmt er einfach weg.

Wie hast du das gelöst?
Ich bin nicht mit dem großem Tauchgerät mit Flaschen und Druckluft getaucht, sondern nur geschnorchelt und habe die Luft angehalten.

Was fällt dir bei der Arbeit als Tierfilmerin auf?
Was mir Angst macht: Ich sehe an fast jedem Drehort, dass die Tierarten, die ich filme, irgendwie bedroht sind. Oder dass die Welt, in der diese Tiere leben, sehr verschmutzt ist Deswegen freue ich mich sehr, dass viele Kinder und Jugendliche sich im Klima- oder Artenschutz engagiere. Das ist großartig und ich möchte zu allen sagen: Macht weiter so oder fangt an!

Christina Karliczek hat für ihren Film «Haie eiskalt» auch den Grönland-Hai gefilmt. Diese Tiere werden einige Hundert Jahre alt! Foto: Uli Kunz/Doclights/dpa

Das Gespräch führte Silke Sullivan (dpa)