„Die Maske ist gar nicht so schlimm“

„Die Maske ist gar nicht so schlimm“
Flo in seinem Klassenzimmer. Foto: Privat

Seit Schulstart haben alle Schülerinnen und Schüler wieder gemeinsam Unterricht, ab der fünften Klasse sogar mit Mund-Nasen-Schutz – Wie läuft das so? Vier unserer Kinderreporter berichten

Foto: Privat

Flo (11)

Das war schon ein komisches Gefühl, als nach fünf Monaten die Schule wieder angefangen hat: Plötzlich soll alles wieder so sein wie vorher? Und wie ist das wohl, wenn man die Maske den ganzen Tag im Unterricht tragen muss?

Der Schulweg

Die erste Frage aber war: Wie komme ich zur Schule? Normalerweise fahre ich ungefähr 25 Minuten mit dem Bus. Der Bus ist aber immer total voll. Und wenn man dann „Nase an Nase“ steht – und einige Kinder auch keine Maske tragen – dann bringt ja auch die Maskenpflicht im Unterricht nichts. Die Schule hat uns empfohlen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu kommen. Das ist bei der Entfernung aber Quatsch. Unglücklicherweise hat auch die Busgesellschaft nicht für zusätzliche Busse gesorgt. Meine Eltern bringen mich daher jetzt erstmal zur Schule. Offensichtlich machen das viele Eltern so, weswegen es morgens an der Schule auch ziemlich voll ist. Und ökologisch ist das natürlich auch nicht toll.

Die Maske

In der Schule war es am Anfang wirklich ungewohnt, im Unterricht die Maske zu tragen. Aber ich glaube, die meisten von uns haben sich recht schnell daran gewöhnt. Man sollte allerdings darauf achten, dass man keine von den dickeren Stoffmasken aufsetzt: Wenn’s warm und schwül ist, ist das schon ätzend. Dünnere Masken dagegen sind kein Problem. Ein bisschen komisch ist, wenn man den Freundinnen und Freunden immer nur auf das „Maskengesicht“ schaut. Das ist dann schon irgendwie distanziert.

Der Unterricht

Der Unterricht unter Corona-Bedingungen hat bisher ziemlich gut funktioniert: Bei dem warmen Wetter hatten wir immer die Fenster geöffnet. Mal schauen, wie das funktioniert, wenn’s kälter wird. In Englisch sind wir mit unserer Lehrerin für den Unterricht sogar nach draußen gegangen. Das hat wirklich Spaß gemacht und ich finde, das sollten wir weitermachen, wenn das Virus hoffentlich irgendwann mal weg ist. Auch Sport haben wir draußen gemacht und sind dabei durch den Wald nahe der Schule gelaufen. 

Der Abstand

Was nicht so gut klappt, ist Abstand zu halten: Auf den Gängen in der Schule und auf dem Schulhof ist das sicherlich auch schwierig. Aber vielleicht sollte man sich da noch ein paar Regeln einfallen lassen und die kontrollieren. Einige scheinen das Ganze auch nicht ernst zu nehmen und laufen ohne Maske rum. Das finde ich wirklich fahrlässig!

Mein Fazit

Grundsätzlich finde ich, dass das Tragen der Masken im Unterricht nicht so schlimm ist. Dass aber die Sache mit dem Abstand halten nicht funktioniert, nervt. Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn man die Sommerferien dazu genutzt hätte, den Unterricht so zu organisieren, dass zum Beispiel eine Hälfte der Klasse vormittags kommt und die andere nachmittags. Dann hätte man die Busfahrten entzerren können und dann wären die Klassen kleiner gewesen und die Ansteckungsgefahr geringer. Und den Unterricht per Moodle, den wir vor den Ferien teilweise hatten, könnten wir vor mir aus auch gerne weitermachen. Für mich wäre so eine Mischung die beste Lösung!

Milla (11)

Die ersten Tage an der Schule nach den Sommerferien waren seltsam. Die ganze Zeit Maske zu tragen war eigentlich gar nicht so schlimm, aber es war schon eigenartig, dass wir im Klassenraum und auch auf den Gängen und Treppen auf einmal wieder ohne 1,5 Meter Abstand laufen und sitzen durften. Teilweise ist es echt eng.

Wir haben nur einen begrenzten Bereich auf dem Schulhof, in dem wir uns aufhalten dürfen. Außerdem werden wir nach den Pausen immer von den Lehrern abgeholt, was sonst ja nie der Fall war. Wenn wir in den Pausen genügend Abstand zueinander haben, dürfen wir die Maske auch mal abnehmen und etwas essen.

Mein Bruder, der dieses Jahr in die erste Klasse gekommen ist, hat mehr Glück. Der darf die Maske im Unterricht abnehmen, muss aber in den Pausen und auf den Fluren die Maske tragen.

Foto: Privat

Mila (12)

Nach fünf Monaten ohne Unterricht nach Stundenplan, war es schon krass, wieder (fast) normal in die Schule gehen zu dürfen: von null auf 100. Vor den Ferien hatte ich zuletzt einmal pro Woche bis maximal mittags Unterricht – und jetzt teilweise wieder bis 15 Uhr. Und das mit Maske – bis auf wenige Verschnaufpausen zwischendurch. Das ist schon eine Umstellung, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt.

An den superheißen Tagen hatten wir zum Glück auch einige Male schon um 11.40 Uhr hitzefrei – das hat den Einstieg und die Schultage mit Maske erträglicher gemacht.

Ansonsten läuft vieles wie gewohnt: Ich habe wieder ganz regulär alle Unterrichtsfächer – bis auf Orchester, weil das stufenübergreifend ist. Und Sport ist aktuell auch nur draußen auf dem Sportplatz möglich. Denn natürlich dürfen wir dann die Maske abnehmen – aber dort ist auch genug Platz, um Abstand zu halten.

Es war sehr schön meine Klassenkameraden und Lehrer wieder zu treffen, die ich teilweise seit dem Lockdown im März nicht mehr gesehen hatte. Fünf Monate sind eine lange Zeit! Ich hoffe sehr, dass wir bald auch ohne Maske im Unterricht sitzen und miteinander reden und diskutieren können. Aber im Moment freue ich mich einfach, wieder jeden Tag normal in die Schule gehen – und lernen zu können. Ich wünsche mir sehr, dass das auch im Herbst und Winter so bleibt. 

Mine (11)

Meine erste Zeit in der Schule nach den Sommerferien war sehr schön, da wir endlich wieder gemeinsam mit der ganzen Klasse Unterricht hatten. Das einzige, was mich stört, sind die Masken, da wir sie nicht mal mehr auf dem Schulhof abnehmen können. Diese Regelung finde ich überflüssig, weil ich denke, dass man die Masken draußen nicht braucht. Ansonsten müsste man in der Fußgängerzone ja auch eine tragen.

Wenn wir morgens ankommen, dürfen wir nicht alle durch den gleichen Eingang die Schule betreten, damit sich nicht so viele beim Reingehen begegnen. Das finde ich gut, da sonst die Eingänge immer sehr überfüllt sind. So kommt man auch schneller in seine Klasse.

Ich würde mir von den Politikern wünschen, die Maskenpflicht auf dem Schulhof aufzuheben. Das Problem ist auch, dass viele Kinder nur eine Masken dabei haben und die dann den ganzen Tag lang tragen. Das ist bestimmt auch nicht gut.

Von den Kinderreportern

Foto: IVDC/China CDC via GISAID/dpa

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