Was sind Wiederkäuer?

Was sind Wiederkäuer?
Fressen, kauen, schlucken, würgen - und nochmal von vorne. So verdauen Wiederkäuer ihre Nahrung (Bild: dpa)

Wenn du etwas isst, kaust du und schluckst alles herunter. Bei der Kuh ist das anders. Sie würgt ihr Essen wieder hoch, nachdem sie es heruntergeschluckt hat. Das hört sich eklig an. Für die Tiere ist das aber sehr wichtig.

Kühe fressen nämlich nur Pflanzen, vor allem Gras. Das ist schwer zu verdauen. Ein Menschenmagen hätte Probleme damit. Kühe würgen die Pflanzen deswegen nach dem ersten Schlucken wieder hoch, was sie in den ersten ihrer vier Mägen hinuntergeschlungen haben –  und kauen sie nochmals durch. Man nennt das wiederkäuen.

Ein viergeteilter Magen

In ihrem Inneren hat die Kuh vier Mägen:  Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. Alle vier sind für die Verdauung wichtig. Nach dem Schlucken zersetzen Bakterien und andere Kleinstlebewesen die Nahrung. Dann würgt die Kuh grobe Teile wieder hoch, kaut noch mal und schluckt wieder.

Wiederkäuen im Liegen

Mit dem Wiederkäuen setzt ein komplizierter Verdauungsprozess des Rauhfutters wie Gras oder Heu ein, der die Kühe wie alle anderen Wiederkäuer auch (nämlich Ziegen, Schafe, Rehe, Hirsche und Steinböcke), in die Lage versetzt, nährstoffreiche Milch aus wenig gehaltvollem Futter zu erzeugen. Das ist einmalig in der Tierwelt. Da das Wiederkäuen viele Stunden dauert, machen es sich die Tiere bequem – legen sich hin – und entlasten dabei Beine und Klauen.

Die Aufgaben der einzelnen Mägen

  • Der Pansen: Die Kuh rupft mit ihrer Zunge das Gras ab und schluckt es ohne viel zu kauen. Es landet jetzt im ersten Magen, dem Pansen. Der funktioniert ein bisschen wie eine Gärkammer. Hier wird das Gras mit Flüssigkeit eingeweicht. Im Pansen sitzen viele winzige Lebewesen: die Bakterien und Einzeller, die helfen, das Futter für die Kuh zu zerkleinern.
  • Der Netzmagen:Nach dem Einweichen im ersten Magen wird das Futter wieder in den Mund hochgewürgt und ordentlich gekaut  – wiedergekäut eben. So wandert das Gras oder Heu hin- und her, bis es richtig zerkleinert ist. Dann schwappt ein Teil weiter in den Netzmagen. Der sortiert die feinen Teilchen von den gröberen.
  • Der Blättermagen: Die kleinen Teilchen wandern weiter in den Blättermagen, der Rest wandert zur „Nachbearbeitung“ zurück ins Maul. Im Blättermagen werden dann Wasser und Nährstoffe aufgesaugt.
  • Der Labmagen: Der letzte Magen der Kuh, der Labmagen, ist dem von uns Menschen sehr ähnlich. Hier wird der Pfalnzenbrei mit Hilfe von Magensäure volsständig zersetzt und wandert dann weiter in den Darm.

Von dpa