Wer war der Ötzi?

Wer war der Ötzi?
Die Gletscher-Mumie Ötzi wurde von einem Ehepaar beim Wandern in den Alpen gefunden. So könnte er ausgesehen haben, als er noch gelebt hat. (Foto: dpa)

Ötzi ist der Superstar unter den Mumien. Vor mehr als 5000 Jahren ist er in den Alpen gestorben. Doch Forscher finden ständig Neues über ihn heraus. Was wir über Ötzi wissen.

Wer hat Ötzi gefunden?

Ein Ehepaar aus Süddeutschland hat Ötzi 1991 in den Alpen gefunden. Das war reiner Zufall. Denn Erika und Helmut Simon sind keine Archäologen. Sie waren nur auf Wanderurlaub in den Bergen. Auf einer ihrer Wanderstrecken entdeckten sie Ötzis Kopf und seine Schultern in geschmolzenem Schnee. Zuerst glaubten sie, jemand sei beim Skifahren verunglückt und riefen Hilfe. Erst später erfuhren sie, dass sie einen großartigen Fund gemacht hatten. Dafür haben die Simons inzwischen auch einen Finderlohn erhalten: 175.000 Euro. Weil sie den Körper  zwischen Österreich und Italien in den Ötztaler Alpen fanden, wurde die Mumie auch „Ötzi“ genannt.

Warum ist Ötzi so wichtig?

So haben sich Ötzis Zeitgenossen vermutlich gekleidet.

So haben sich Ötzis Zeitgenossen vermutlich gekleidet.

Für Wissenschaftler ist Ötzi eine Sensation. Denn er hat vor über 5000 Jahren in der Epoche der Jungsteinzeit gelebt. Über diese Zeit stellen Forscher viele Vermutungen an – aber sie haben nur wenige Möglichkeiten, sie zu überprüfen. Denn die meisten Beweise aus dieser Zeit sind längst zu Staub zerfallen. Ötzi aber starb im Schnee in den Bergen. Sein Körper wurde von Schnee bedeckt und langsam fest davon umschlossen. Wie ein Schild hat das Eis ihn über die Jahrtausende beschützt und bewahrt. Deswegen können Forscher heute noch durch Tests an seinem Körper viel über seine Zeit erfahren. Er zählt zu den ältesten und den besterhaltenen Mumien der Welt.

Wer war Ötzi?

Ötzi war bei seinem Tod etwa 46 Jahre alt und mit 1,60 Meter recht klein. Er hatte braune Augen und dunkles Haar. Tätowierungen verzierten seinen Körper. Er trug einen Fellmantel, eine genähte Mütze und sogar richtige Schuhe aus Gras. Er hatte oft Stress – und schrecklich schlechte Zähne. Als letztes Abendessen hatte er ein großes Stück Ziegenbock. Ob er das aber so gut vertragen hat? Ein Forscher hat nämlich gerade herausgefunden: Ötzi hatte einen Keim in seinem Magen, der Schmerzen und Geschwüre verursachen kann. Vielleicht hatte Ötzi öfters Bauchweh?

Was verrät uns Ötzi über sein Zeitalter?

So ähnlich haben Ötzis Schuhe ausgesehen.

Ötzi trug schon richtige Schuhe.

Ötzis Zeitgenossen wussten genau, welche Materialien sich am besten für Kleidung und Waffen eignen. Und sie waren sehr geschickt in der Herstellung: Die Umhänge aus Fell und Gras hielten Ötzi warm, seine Waffen aus Eibenholz und Kupfer waren gefährlich. Außerdem hatten sie wohl bereits Ahnung von Medizin: Ötzi trug einen Pilz mit sich, der heilend wirkt.

Wie ist Ötzi gestorben?

Die Forscher folgen Hinweisen, die Ötzis Körper ihnen gibt. Ganz ähnlich wie Detektive Spuren folgen. Wenn es um Ötzis Tod geht, knobeln sie aber an einem richtigen Mordfall. Denn eine Pfeilspitze steckte in Ötzis Rücken. Viele glauben, dass Ötzi von hinten angeschossen wurde und daran gestorben ist. Andere sagen: Er war zwar durch den Pfeil verletzt – aber ein Schlag auf den Kopf war der Grund für seinen Tod.

Wo ist Ötzi heute?

Er ist heute der Star im Archäologischen Museum in Bozen. Bozen liegt in der Region Südtirol in Italien. Tausende Touristen kommen jedes Jahr, um einen Blick auf die Mumie werfen. Sie liegt in einer besonderen Kältekammer. Darin ist es so kalt wie das Eis in den Alpen, in dem Ötzi Jahrtausende geschlummert hat. Das Museum hofft, dass Ötzis Körper so lange erhalten bleibt. Denn noch sind viele Fragen ungeklärt.

Von Annika Leister

Hier erfährst du mehr über die Zeit, in der Ötzi lebte:

Die Jungsteinzeit