Vom Floß bis zum Dampfer

Vom Floß bis zum Dampfer
Das historische Segelschiff "Seute Deern" in Bremerhaven. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Das Wasser plätschert an der Bordwand, an Deck spürst du den Wind im Haar und ab und an gibt es ein lautes „Tut tuuut“: Bestimmt hast du schon oft Schiffe gesehen, ob auf dem Rhein in Köln oder auf hoher See mitten auf dem Meer. Aber weißt du eigentlich, seit wann es Schiffe gibt und warum sie für uns wichtig sind? Wir erklären es dir am heutigen Weltschifffahrtstag.

Bambus-Floß auf einen Fluß im Südwesten Chinas. Foto: Liu Xu/XinHua/dpa

Wer hat die ersten Schiffe erfunden?

Puh, gleich zu Anfang eine schwierige Frage. Experten gehen davon aus, dass die Menschen sehr früh damit begonnen haben, Wasserfahrzeuge zu bauen – nur so konnten sie schließlich neue Gebiete. Auch für die Nahrung der Menschen waren Schiffe sehr wichtig, um beispielsweise Fische zu fangen.

Einbaum. Foto: Bernd Settnik/ZB

Die Vorläufer der Schiffe, wie wir sie heute kennen, waren Flöße oder sogenannte Einbäume – diese Art von Booten ist, wie der Name schon sagt, aus einem einzigen Baumstamm gemacht. Eine besondere Idee sollen die Ägypter gehabt haben: Sie haben den Nil mit Schiffen aus zusammengebundenem Schilf befahren. Und das schon 3000 Jahre vor Christus! Kein Wunder also, dass man heute nicht mehr genau sagen kann, wer denn jetzt der Erfinder des Schiffes war.

Christoph Kolumbus. Foto: Heinz Bogler/A0009_dpa/dpa

Welche prominenten Schiffsfahrer gibt es?

Aber: Einige Namen fallen dir bestimmt trotzdem ein, wenn es um das Thema Schifffahrt geht. Zum Beispiel Christoph Kolumbus, der den amerikanischen Kontinent entdeckte. Oder etwa Marco Polo, der sich von seiner Heimat Venedig auf den Weg nach Asien machte – auch, wenn sich Experten heute gar nicht sicher sind, ob Marco Polo wirklich dort gewesen ist.

Marco Polo. Foto: dpa

Die Schifffahrt gewann mit der Zeit immer mehr an Bedeutung. Der Handel Europas wurde bald hauptsächlich über den Ozean betrieben. Als eigentliche Blütezeit der Schifffahrt aber wird das 19. Jahrhundert bezeichnet: Die Schiffe wurden immer größer, aus dem Segelschiff wurde ein Dampfschiff, das nicht mehr allein auf den Wind angewiesen war, um sich fortzubewegen. Und statt Schiffe aus Holz zu bauen, wurde bald Eisen, dann Stahl verwendet.

Was ist der Weltschifffahrtstag?

Auch heute hat die Schifffahrt noch eine wichtige Bedeutung für uns. Abgesehen davon natürlich, dass viele Menschen auf riesigen Schiffen Kreuzfahrten machen wird auch ein Großteil des Welthandels auf diesem Wege abgewickelt und zum Beispiel Öl auf Containerschiffen über die Ozeane transportiert. Experten zufolge wurden im Jahr 2014 mehr als 300 Millionen Tonnen Güter über den Seeverkehr verschickt! Das ist ungefähr so viel, wie 60 Millionen Elefanten zusammen wiegen. Selbst das ist noch schwer vorzustellen, oder?

Das derzeite größte Containerschiff der Welt „MSC Gülsün“. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) hat sich überlegt, an einem bestimmten Datum auf die Weltschifffahrt und die Sicherheit des Seeverkehrs hinzuweisen. Seit 1978 ist dieser Weltschifffahrtstag jedes Jahr am letzten Donnerstag im September. Aber: Es gibt auch Kritik von Klimaschützern an den vielen Schiffen. Vor allem Kreuzfahrten sind sehr umweltschädlich, weil sie viele schmutzige Abgase in die Luft pusten – obwohl die Schifffahrt lange Zeit als besonders umweltfreundlich galt.

Von Elisa Sobkowiak