„Trau dich, Fragen zu stellen!“

„Trau dich, Fragen zu stellen!“
Foto: Getty Images


Eigentlich müsste das mit dem Homeschooling reibungslos klappen. Schließlich hast du schon im Frühjahr zu Hause gelernt und vielleicht auch zwischendurch, weil du in Quarantäne warst. Doch als am Montag die Schule wieder losging, war es zum Teil chaotisch: Auf manche Lernplattformen konnte man nicht richtig zugreifen, weil das Internet überfordert war. Und auch sonst ist es gar nicht so leicht, zu Hause Schule zu machen. Was ist, wenn du eine Aufgabe nicht verstehst? Und wie schaffst du es, dich zu konzentrieren? Grundschullehrerin Valerie Sommersberg von der Lindenschule in Frechen gibt fünf Tipps.

1. Der Schulplatz

Es ist wichtig, dass du dir einen Schulplatz einrichtest. Damit dein Kopf weiß: So, jetzt lerne ich. Wenn du keinen Schreibtisch hast, kann das auch am Küchentisch sein. „Wichtig ist, dass es genug Platz für das Material gibt und dass es ruhig ist“, sagt Valerie Sommersberg. Das ist vor allem dann wichtig, wenn du Unterricht am Laptop hast und dich im Internet mit deiner Klasse und deiner Lehrerin zusammen schaltest. Das machen vor allem die weiterführenden Schulen so.

2. Das Material

Deine Lehrerinnen und Lehrer schicken dir jede Woche neues Material für den Unterricht zu. Entweder bekommen deine Eltern es per Mail oder sie können es dir auf einer Plattform im Internet herunterladen. Bei den meisten Schulen kannst du dir das Material auch ausgedruckt abholen. Aber nicht wundern: Es sind jetzt mehr Aufgaben als im Frühjahr. „Die Politiker wollen, dass die Kinder genauso viel lernen, wie sonst in der Schule“, erklärt Valerie Sommersberg. Die Aufgaben werden diesmal auch bewertet. Wie lange du jeden Tag für die Schule arbeitest, hängt aber davon ab, wie schnell und konzentriert du deine Aufgaben erledigst. „Manche Kinder sind zu Hause schneller als in der Schule, denn da gibt es ja keine Störungen wie oft im Unterricht“, weiß die Lehrerin.

3. Der Plan

Valerie Sommersberg hat für ihre Kinder genau aufgeschrieben, welche Aufgaben sie an welchem Tag machen sollen. Falls deine Lehrer das für dich nicht getan haben, solltest du dir genau überlegen, was du wann schaffen möchtest. Dabei solltest du dich nicht überschätzen. Plane auch keine Aufgaben am Wochenende ein – denn irgendwann sollst du ja auch mal frei haben. Am einfachsten ist es, wenn du dir einen Stundenplan für zu Hause schreibst. „Wichtig ist aber, dass du an jedem normalen Schultag etwas machst“, rät die Lehrerin. Denn sonst türmen sich die Lernsachen – und sind irgendwann sehr viel.

4. Die Pause

Am besten fängst du jeden Tag zur gleichen Zeit mit der Schule zu Hause an, und zwar schon vormittags. Dann hast du nachmittags Zeit zum Spielen. Die Expertin rät: „Stelle einen Wecker auf zwanzig Minuten. Das ist eine Zeitspanne, in der sich Grundschüler gut konzentrieren können.“ Danach kannst du jeweils fünf Minuten Pause machen. „Dann darfst du dich dafür belohnen, dass du fleißig warst“, sagt die Lehrerin. Mach’ deinen Lieblingssong an und tanze durch die Wohnung. Mach’ zwanzig Hampelmänner. Oder rangele kurz mit Papa. Wenn du dich bewegst, kannst du dich danach besser konzentrieren. Wichtig ist aber, dass die Pause nicht zu lange dauert, sonst fällt es dir schwer, weiterzumachen.

5. Die Aufgaben

Doch was ist, wenn du die Aufgaben überhaupt nicht verstehst? „Dann solltest du unbedingt deine Lehrerin oder deinen Lehrer kontaktieren“, rät Valerie Sommersberg. Die meisten Lehrer haben dir ihre Mail-Adresse oder sogar eine Telefonnummer gegeben. Valerie Sommersberg macht mit ihrer Klasse jede Woche eine Video-Sitzung, in der die Kinder Fragen zu den Aufgaben stellen können. Das ist wichtig, denn: Wenn du eine Aufgabe überhaupt nicht verstehst, kann dich das richtig runterziehen. Manchmal hast du deswegen vielleicht auch Streit mit deinen Eltern. Und das ist doch richtig blöd. „Ich sage meinen Kindern immer, dass sie sich bei mir melden können, aber das machen leider sehr wenige“, sagt Valerie Sommersberg. Sie rät: „Hab keine Angst, deine Lehrer zu fragen. Es ist doch ganz normal, dass man manche Sachen nicht sofort versteht!“

Wie lange dauert das noch?

Bestimmt wünschst du dir, bald wieder mit deinen Freunden zusammen zur Schule zu gehen. Doch leider wird das noch ein bisschen dauern. Bis Ende Januar wird es keinen normalen Unterricht in der Schule geben. Ob die Schulen im Februar wieder öffnen können, ist ungewiss. Das hängt davon ab, wie viele Leute sich in den nächsten Wochen mit Corona anstecken.

Von Angela Sommersberg

Foto: IVDC/China CDC via GISAID/dpa





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