Tippen, ziehen, wischen

Tippen, ziehen, wischen
Foto: Tobias Hase/dpa

Ein Smartphone lässt sich einfach bedienen. Auf dem Bildschirm wählen wir Buchstaben oder Zahlen an. Oder wir drücken den Auslöser der Kamera. Wir wischen Fotos weiter, vergrößern oder löschen sie. Dafür brauchen wir nichts weiter als unsere Finger. Doch wie funktioniert das überhaupt?

Auch an Automaten für Fahrkarten gibt es oft Touchscreens. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Was ist ein Touchscreen?

Einen Bildschirm, der auf Berührung reagiert, nennt man Touchscreen. Touch ist Englisch und heißt berühren. Screen bedeutet Bildschirm. Den Bildschirm eines Smartphones oder Tablets berühren wir aber nicht wirklich. Der Finger kommt nur mit der dünnen, ganz besonderen Glasscheibe in Kontakt, die auf dem Bildschirm liegt.

Wie ist das Smartphone aufgebaut?

„Auf der Unterseite des Glases liegt ein nahezu unsichtbares Netz aus Metall“, erklärt Hagen Klauk. Der Wissenschaftler kennt sich mit Elektrotechnik aus. „In diesem Netz fließt elektrischer Strom, den ein Chip im Smartphone messen kann.“ Der Chip schickt elektrisch geladene Teilchen durch das Netz: die Elektronen. Ihre Bewegung misst der Chip und zählt ständig, wie viele Elektronen sich wann und wo befinden.

Was machen die Elektronen?

Nun kommen unsere Finger ins Spiel. Auch in ihnen befinden sich elektrisch geladene Teilchen. Denn auch unser Körper leitet eine sehr kleine Menge Strom. Manche der Teilchen im Finger sind positiv geladen, manche negativ. Unterschiedlich geladene Teilchen ziehen sich an, gleich geladene stoßen sich ab.

Mit den Fingern lässt sich ein Foto oder ein Text auf dem Bildschirm vergrößern. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

Was passiert genau?

Berühren wir nun einen Touchscreen, dann beeinflussen die Teilchen von unserem Finger die Teilchen im Metallnetz. „Ein Teil des Stroms fließt in unseren Finger“, erklärt der Fachmann weiter. Das ist aber nicht gefährlich. „Diese Veränderung erkennt der Chip sofort.“ So merkt das Smartphone: Wo sich die Ladung der Teilchen verändert, muss unser Finger sein.

Auf diese Weise erfasst die Technik die Position unseres Fingers. Sie erkennt auch, ob sich der Finger bewegt, in welche Richtung und wie schnell – oder ob ein Finger oder mehrere den Bildschirm berühren.

Wie das Gerät dann auf diese Information reagiert, liegt am Computerprogramm, das gleichzeitig abläuft. Mit einem Programm kann man zum Beispiel Texte schreiben, mit anderen Filme drehen. Zu jeder Zeit erfasst dabei ein Chip die Lage und Anzahl der elektrisch geladenen Teilchen.

Bei schlechtem Wetter

Hast du im Winter bei Kälte schon einmal versucht, mit einem Handschuh ein Smartphone zu bedienen? Das klappt in der Regel nicht. Denn im Gegensatz zu unseren Fingern leiten Wolle, das Leder oder die Stofffasern eines Handschuhs keinen elektrischen Strom. Deshalb werden die geladenen Teilchen des Touchscreens nicht beeinflusst. Und das Smartphone reagiert nicht.

Auch bei Regen oder wenn du zu nasse Finger hast, reagiert der Touchscreen nicht richtig. Denn die Wassertropfen auf dem Bildschirm verwirren die Technik: Sie reagiert dann sowohl auf die Berührung des Fingers als auch auf die Tropfen.

Von Philipp Brandstädter (dpa)