So tun als wäre Sommer

So tun als wäre Sommer
Foto: Marcel Mettelsiefen dpa/lbn

Es klingt doch verrückt: Draußen ist es total kalt, die Bäume sind kahl und es wächst kaum etwas. Aber im Supermarkt gibt es trotzdem viel unterschiedliches, buntes Gemüse und Obst. Wie kann das sein? Wo kommt das alles her?

Rosenkohl. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Das Wintergemüse

Zuerst musst du wissen: Es gibt viele verschiedene Gemüsesorten – die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr wachsen. Sogenanntes Wintergemüse kann die Kälte gut aushalten. Es wird im Herbst und Winter geerntet. Ein Wintergemüse ist zum Beispiel der Rosenkohl. Er mag sogar ein bisschen Frost. Erst dann wird er etwas süßer und dadurch richtig lecker.

Rote Bete. Foto: Heide Haflkerl/Leopold Stocker/dpa-tmn

Gut gelagert

Die Rote Bete ist auch ein Wintergemüse. Aber: Sie muss vor dem ersten Frost aus der Erde geholt werden. Denn wenn die Erde eingefroren ist, kommen die Bauern nicht mehr an die Rote Bete heran. Außerdem könne der Frost die Rote Bete kaputt machen, sagt ein Bauer aus Nordrhein-Westfalen.

„Auf unserem Hof holen wir die Rote Bete vom Feld und lagern sie frostsicher ein“, sagt er. „Im Winter verkaufe ich sie nach und nach auf dem Markt.“ Wegen der besonderen Lagerung könne man dann den ganzen Winter lang frische Rote Bete kaufen, erklärt der Bauer.

Eine Romeo-Tomate. Foto: -/Volmary GmbH/dpa

Ein Haus für die Tomaten

Auch Tomaten findest du im Winter im Supermarkt. Die können bei der Kälte aber nicht auf dem Feld oder im Garten wachsen. „Der Tomate haben wir ein Wohnzimmer gebaut“, erklärt eine Expertin. Die Tomaten wachsen dann unter warmen Bedingungen in sogenannten Treibhäusern. Davon gibt es zum Beispiel in unserem Nachbarland, den Niederlanden, viele. „Mit Wärme und Licht kann man auch im Winter so tun, als wäre es Sommer.“

Nicht alles im Treibhaus

Eigentlich könnte man alles im Treibhaus anbauen. Aber eine exotische Frucht wie die Ananas würde auch im Sommer nicht bei uns im Obstgarten wachsen. Sie müsste dann das ganze Jahr lang in einem Treibhaus angebaut werden. Denn unser Klima in Deutschland passt einfach nicht für die Ananas.

Außerdem gibt es noch ein anderes Problem mit den Treibhäusern: Ständig künstlich Wärme und Licht zu erzeugen, verbraucht sehr viel Strom. Und das ist nicht gut fürs Klima.

Ananas. Foto: Marcel Mettelsiefen dpa/lbn

Mit dem Flugzeug

In anderen Ländern wie etwa Thailand ist es hingegen warm genug. Deswegen kommt die Ananas aus dem Ausland in den Supermarkt, genau wie gerade auch viele andere Obst- und Gemüsesorten. Sie werden mit Flugzeugen oder Schiffen zu uns gebracht und landen dann im Supermarkt-Regal. Doch auch diese langen Wege sind nicht gut für die Umwelt. Denn dabei entsteht unter anderem das klimaschädliche Gas Kohlenstoffdioxid.

Das kannst du tun

Doch du kannst dem Klima helfen. Achte beim nächsten Einkauf einfach mal darauf, was bei euch im Wagen landet. Im Winter etwa jeden Tag Tomaten zu essen, muss doch nicht sein, oder? Probier’ doch stattdessen mal ein Wintergemüse aus. Und außerdem: So eine Tomate schmeckt im Sommer, wenn sie hier wächst, auch viel besser. Findest du nicht?

Von Weronika Peneshko und Angela Sommersberg (mit dpa)