So mutig war die „Die Weiße Rose“

Weißen Rosen wurden zum Symbol für den Widerstand gegen das Naziregime Foto: dpa)
Eine Gruppe von Studierenden in München nannte sich "Die Weiße Rose" und versuchte Hitler zu bekämpfen. (Foto: dpa)

Wenn dich etwas sehr stört, sagst du es dann? Beschwerst du dich zum Beispiel, wenn ein Mitschüler geärgert wird? Oder sagst du deine Meinung, auch wenn sie anders ist als die deiner Freunde? Genau das haben Sophie und Hans Scholl mit ihrer Gruppe „Die Weiße Rose“ vor 75 Jahren getan. Für sie ging ihr Einsatz allerdings nicht gut aus, denn sie bezahlten ihn mit ihrem Leben. Gerade deshalb sind sie bis heute ein Vorbild.

Die beiden Geschwister lebten in der Zeit des Nationalsozialismus. Diese Weltanschauung fanden sie aber überhaupt nicht gut. Mit ihren Freunden setzten sie sich in der Gruppe „Die Weiße Rose“ ein und veröffentlichten auf Flugblättern ihre Meinung.

Was ist der Nationalsozialismus?

Der Nationalsozialismus ist eine extreme politische Bewegung, die nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland aufkam. Das ist jetzt ungefähr 100 Jahre her. 1933 kam Adolf Hitler an die Macht. Er entwickelte Deutschland zu einer Diktatur – nur er hatte das Sagen. Die Nationalsozialisten, kurz Nazis, unterdrückten Menschen, die eine andere Meinung hatten als sie selber. Vor allem diejenigen, die ihrer Meinung nach, an vielen Problemen in Deutschland Schuld waren.

Sie glaubten auch, dass zum Beispiel Menschen, die jüdischen Glaubens sind, nicht so viel Wert sind wie Christen. Deshalb sperrten die Nazis Juden ein und brachten viele von ihnen um.

Was bedeutet „Die Weiße Rose“ genau?

Hans und Sophie Scholl waren Mitglieder der Gruppe "Die Weiße Rose". (Foto: dpa)

Hans und Sophie Scholl wurden zum Tode verurteilt, weil sie Flugblätter gegen das Naziregime verteilt hatten. (Foto: dpa)

Viele Menschen unterstützten Adolf Hitler. Diejenigen, die etwas gegen ihn hatten, trauten sich meist aus Angst nicht, das zu sagen. Deswegen demonstrierten sie nicht gegen seine Anordnungen. Anders war das bei Sophie und Hans Scholl.

Sie bildeten mit weiteren Studierenden und einem Professor in der Stadt München die Gruppe „Die Weiße Rose“. Sie leisteten Widerstand gegen die Nazis. Das machten sie, indem sie vor allem Flugblätter verteilten. Zuerst in München, dann auch in anderen Regionen Süddeutschlands und in Österreich.

Was stand in den Flugblättern?

Die ersten vier Flugblätter schickten Hans Scholl und sein Freund Alexander Schmorell im Sommer 1942 an Schriftsteller, Professoren, Buchhändler, Freunde und andere Studierende. Sie forderten alle dazu auf, sich gegen die Nazis zu stellen und riefen sogar zu einem Regierungssturz auf.

Im Januar 1943 erschien ein fünftes Flugblatt. Nun waren auch Hans‘ Schwester Sophie und weitere Unterstützer aktiv bei der „Weißen Rose“. Mit dem neuen Flugblatt wollten sie mehr Menschen erreichen. Sie forderten die Leute auf, sich vom Nationalsozialismus zu befreien. Das sechste Flugblatt entstand einen Monat später.

Was passierte mit den Geschwistern?

Einen Teil der Papiere transportierten Hans und Sophie Scholl am 18. Februar in ihren Taschen in die Universität von München, an der beide studierten und legten sie dort aus. Sophie warf einen Stapel der Flugblätter vom zweiten Stock aus in einen Innenhof. Dabei wurden die Geschwister entdeckt und schließlich verhaftet.

Sie wurden verurteilt und am 22. Februar hingerichtet, unter anderem weil sie sich für den Feind eingesetzt hätten. Seitdem gelten die Geschwister und ihre Freunde als Vorbild für den Widerstand. Sie haben sich trotz Gefahr für ihre Meinung und für andere Menschen eingesetzt.

Von Jennifer Wagner