Filmfestspiele in Cannes: Die Arbeit eines Kritikers

Filmfestspiele in Cannes: Die Arbeit eines Kritikers
„Ich finde es toll, in so kurzer Zeit so viele Filme gucken zu können", sagt Patrick Heidmann. (Foto: dpa)

In Frankreich treffen sich gerade viele Filmemacher und Schauspieler bei einem großen Filmfestival. Auch Reporter sind da. Manche von ihnen rennen von einem Kinofilm zum nächsten – wie Patrick Heidmann. Er bewertet als Filmkritiker die neuen Filme.

Jeden Tag Filme gucken. Den ganzen Tag. Von morgens bis abends. Das klingt gut, oder? Patrick Heidmann macht das gerade wirklich. Er hält sich derzeit in der Stadt Cannes (gesprochen: Kann) auf. Sie liegt im Süden unseres Nachbarlandes Frankreich. Dort findet eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt statt. Zwölf Tage lang werden dort viele Filme aus verschiedenen Ländern gezeigt.

Patrick Heidmanns Artikel gibt es dann in der Zeitung und im Internet

Für viele Menschen ist es auch wichtig zu sehen, wie die Stars auf dem roten Teppich aussehen. Hier ist die Schauspielerin Naomi Watts zu sehen. (Foto: dpa)

Für viele Menschen ist es  wichtig, zu sehen, wie die Stars auf dem roten Teppich aussehen. Hier läuft gerade die Schauspielerin Naomi Watts darüber. (Foto: dpa)

„Ich finde es toll, in so kurzer Zeit so viele Filme gucken zu können“, sagt Patrick Heidmann. Doch er macht das nicht nur zum Spaß. Für den 37-Jährigen gehört das zum Beruf. Er ist Reporter und schreibt als Kritiker über Filme: Was war gut an einem Film? Was nicht? So etwas möchten viele Menschen wissen. Genau das schreibt Patrick Heidmann dann in seine Artikel, die in Zeitungen und im Internet zu finden sind.

Beim Filmfest Cannes steht Patrick Heidmann jeden Tag früh auf. So gegen 6.30 Uhr – auch am Wochenende. „Ich frühstücke etwas und lese erst einmal meine E-Mails“, sagt er. Vielleicht haben seine Auftraggeber bei den Zeitungen bestimmte Wünsche, was sie heute gern von ihm haben möchten. „Oft sprechen wir per E-Mail ab, wie lang der Text sein soll und bis wann ich ihn abgeben muss.“

Der erste Film beginnt um 8.30 Uhr

Die Stars auf dem roten Teppich werden von vielen Fotografen geknipst: Die amerikanische Schauspielerin Julianne Moore. (Foto: dpa)

Die Stars auf dem roten Teppich werden von vielen Fotografen geknipst: Die amerikanische Schauspielerin Julianne Moore. (Foto: dpa)

Dann muss Patrick Heidmann auch schon bald los, ins Kino. Um 8.30 Uhr beginnt nämlich der erste Film. Meist ist der nach etwa zwei Stunden vorbei – und kurz danach startet bereits der nächste Film. „Bis ich aus dem Kino komme, ist es Mittag“, erzählt der Journalist. Wirklich Pause hat er dann aber nicht, wenn die Zeitungen auf seinen Artikel warten.

Also geht er schnell in die Wohnung, wo er während des Filmfestivals zusammen mit anderen Journalisten wohnt. Ungefähr zwei Stunden hat er dann Zeit, um seinen Text zu schreiben. Manchmal hat er sich vorher schon im Kino ein paar Sachen in sein Notizbuch geschrieben, die er später für seinen Artikel gebrauchen kann. Eine besonders lustige Filmszene zum Beispiel. „Wenn ich mit dem Text fertig bin, maile ich ihn an die Zeitungen.“

 Die Promis sitzen auf einer Mini-Bühne und beantworten Fragen von Reportern. (Foto: dpa)

Die Promis sitzen auf einer Mini-Bühne und beantworten Fragen von Reportern. (Foto: dpa)

Eine weitere Aufgabe des Kritikes ist es, auf Pressekonferenzen zu gehen. Dort sieht er auch viele Stars. Bei solchen Treffen sitzen die Schauspieler und der Filmemacher auf einer Art Mini-Bühne. Vor ihnen stehen Tische und Mikrofone und davor sitzen viele Reporter. Dann beantworten die Promis Fragen der Reporter. Wenn man alle Reporter zusammen meint, sagt man oft auch: die Presse.

Termine für Interviews mit den Stars machen

Außerdem geben zahlreiche Stars Interviews für eine kleinere Runde von Reportern. „Dafür muss man sich vorher anmelden“, erzählt Patrick Heidmann. Meist muss Patrick Heidmann vorher schon sagen, in welcher Zeitung oder welchem Magazin das Interview später stehen soll. Erst dann bekommt er die Zusage für ein Interview.

„Das Interview findet häufig in einem der großen Hotels der Stadt statt“, sagt Patrick Heidmann. Da sitzen die Stars in Zimmern an runden Tischen – und beantworten wieder Fragen der Journalisten. „Hier sind aber weniger Journalisten als bei Pressekonferenzen. Deswegen kann man sich besser unterhalten.“

Noch zwei Filme am Abend

Danach geht der Journalist wieder ins Kino und schaut sich noch einmal zwei Filme an. „Es gibt meist so viele spannende Filme, da ist mir dann egal, ob ich schon etwas müde bin, die möchte ich einfach sehen.“ Und dann, spät am Abend, hat er endlich auch Feierabend.

Von dpa

Beim Filmfestival in Cannes sieht der Preis wie ein goldenes Palmenblatt aus. (Foto: dpa)

Beim Filmfestival in Cannes sieht der Preis wie ein goldenes Palmenblatt aus. (Foto: dpa)

Für den Gewinner in Cannes gibt es die Goldene Palme

Bei einem Filmfestival gibt es oft Preise für die besten Filme. So ist das auch beim Filmfest in Cannes. Eine Jury mit Fachleuten schaut sich dafür alle Filme im Wettbewerb an. Am Ende entscheidet sie dann, welcher Film ihnen am meisten gefallen hat.

In Cannes heißt diese begehrte Auszeichnung „Goldene Palme“. Dieser Preis sieht nämlich aus wie ein goldenes Palmenblatt. Außerdem werden unter anderem die besten Schauspieler ausgezeichnet. Die Preise werden am 24. Mai vergeben.

In Europa gibt es noch andere große Filmfestivals, die ähnlich wichtig sind wie das Filmfest Cannes: eines in Berlin und eines in Venedig in Italien. Der Hauptpreis in Berlin ist der „Goldene Bär“. In Venedig gibt es für den besten Film den „Goldenen Löwen“.

Von dpa

Klicke auf die Grafik, dann kannst du sie besser erkennen. (Foto: dpa)

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