Serie: Woher kommt das Christentum?

KINA - Pfingsten: Von Stürmen und einem Geist in Flammen
In Deutschland werden die katholischen Kirchen immer leerer - trotzdem bleibt das Christentum eine der größten Religionen. (Foto: dpa)

Na, hattest du schöne Ostertage? Wusstest du eigentlich, dass Ostern das wichtigste christliche Fest ist? Das ist doch ein guter Anlass für Teil zwei unserer Religionsserie: das Christentum.

Woher kommt das Christentum?

Jesus wurde zum Tode verurteilt. Sein Kreuz musste er selbst zur Hinrichtung tragen. Am Karfreitag erinnern viele Prozessionen und Gottesdienste überall in Deutschland daran. (Foto: dpa)

Die Christen glauben, dass Jesus, der Namensgeber ihrer Religion, der Sohn Gottes ist. Er ist für die Christen zusammen mit Gott, dem Vater, und dem Heiligen Geist ein einziger Gott in drei Personen. Das ist nicht leicht zu verstehen. Deshalb denken die Lehrer des Glaubens, die Theologen, seit Jahrhunderten darüber nach. Das Christentum ist aus einer anderen Religion hervorgegangen: dem Judentum. Jesus, der vor ziemlich genau 2000 Jahren in Israel gelebt hat, war nämlich selbst Jude.

Laut der Bibel stammte er aus der Region Galiläa. Er war ein Prediger, der den Menschen von Gott erzählte und sie zum Glauben bringen wollte. Die Bibel berichtet, dass er Wunderkräfte hatte. So soll er Kranke geheilt und sogar Tote zum Leben erweckt haben. In der Bibel stehen auch noch andere Wundergeschichten.

Jesus hatte viele Anhänger – aber auch mächtige Feinde. Sie sorgten dafür, dass er zum Tod verurteilt und gekreuzigt wurde. Die Christen glauben aber, dass Jesus nach drei Tagen von den Toten auferstanden ist. Das feiern sie jeden Sonntag, vor allem aber an Ostern.

Das Christentum hat weltweit mehr als zwei Milliarden Anhänger. Keine andere Religion hat aktuell mehr.

Welche christlichen Traditionen gibt es?

An Weihnachten feiern die Christen die Geburt Jesus. (Foto: dpa)

Zum gemeinsamen Gebet und Gottesdienst treffen sich die Christen in der Kirche, vor allem sonntags und zu bestimmten Festen.

Das bekannteste ist Weihnachten. Da denken die Christen an die Geburt Jesu. Dagegen ist der Karfreitag, der zwei Tage vor dem Ostersonntag liegt, ein trauriger Tag. Er erinnert an die Kreuzigung und den Tod Jesu. Weitere wichtige Feste sind zum Beispiel Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Das bedeutendste Symbol der Christen ist das Kreuz – weil Jesus am Kreuz gestorben ist. Das heilige Buch der Christen ist die Bibel.

Wo begegnet dir das Christentum im Alltag?

In Bayern werden an Pfingsten spezielle Ritte veranstaltet. Diese Reiter reiten sieben Kilometer weit zur nächsten Kirche. (Foto: dpa)

Es gibt viele Regelungen in unserem Leben, die auf dem Christentum basieren – auch wenn uns das vielleicht gar nicht immer bewusst ist. Zum Beispiel unsere Zeitrechnung: Wir sagen, wir leben im Jahr 2018 „nach Christus“, zählen also die Jahre nach Jesu Geburt. Übrigens ist die Rechnung nicht ganz richtig – Wissenschaftler gehen davon aus, dass Jesus ein paar Jahre früher geboren wurde. Auch die meisten Feiertage in Deutschland, an denen du schulfrei hast und deine Eltern nicht arbeiten müssen, haben einen christlichen Ursprung.

Welche unterschiedlichen Strömungen gibt es?

Tawadros II. (der Mann im goldfarbenen Gewand) ist der koptisch-orthodoxe Papst. Er leitet die Weihnachts-Messe in Kairo. (Foto: dpa)

Tawadros II. (der Mann im goldfarbenen Gewand) ist der koptisch-orthodoxe Papst. Er leitet die Weihnachts-Messe in Kairo. (Foto: dpa)

Christen gibt es überall auf der Welt. Vor allem in Europa, Amerika, Australien und Teilen Afrikas. Mit der Zeit haben sich unterschiedliche christliche Gemeinschaften gebildet. Sie heißen „Konfessionen“.

Die größte Konfession ist die römisch-katholische Kirche. Neben ihr gibt es auch die evangelischen Kirchen und – vor allem in Griechenland und Russland – die orthodoxe Kirche.

Welche Probleme hat das Christentum?

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland viele Christen aus ihrer Kirche ausgetreten. Studien zeigen, dass das unterschiedliche Gründe hat: Zum einen spielt die Religion im Alltag vieler Menschen keine so große Rolle mehr. Zum anderen finden manche Menschen, die Kirche sei zu altmodisch oder zu streng. Auch Skandale in den Kirchen veranlassen Menschen zum Austritt. Und manche wollen sich einfach die Kirchensteuer sparen.

Von Eliana Berger

 

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