Schaden Kopfbälle dem Gehirn?
Es heißt zwar Fußball, doch auch Kopfbälle sind bei diesem Sport erlaubt. Forschende sagen jedoch, es sei nicht gut für unseren Kopf, wenn er ständig auf harte Bälle trifft.
Flanke, Kopfball, Tor! So werden bei der Fußball-Europameisterschaft sicher wieder einige Tore fallen. Aber ist es nicht eigentlich schädlich für unseren Kopf, wenn er auf einen harten Ball trifft?
Die Antwort: Ja. Aber nicht der einzelne Kopfball schadet. So erklärt es der Gehirnforscher Christoph Kleinschnitz: „So ein Kopfball ist wie ein kleiner Schlag auf den Kopf. Das ist sehr milde, wenn das selten passiert. Aber bei Profis, wo das immer wieder passiert, kann das schon Auswirkungen auf das Gehirn haben.“ Deswegen sagt er, man müsse unterscheiden, ob jemand als Profi Fußball spielt oder den Sport als Hobby ausübt.

Der deutsche Nationaspieler Waldemar Anton setzt sich gegen seinen Gegenspieler durch und kommt mit dem Kopf an den Ball. Foto: Daniel Karmann/dpa
Fußball-Profis sind tatsächlich anfälliger für bestimmte Hirn-Krankheiten als andere Menschen. Das haben Forschende herausgefunden. Christoph Kleinschnitz glaubt aber, dass das nicht nur an den Kopfbällen liegt. „Wahrscheinlich kommt dieses Risiko auch davon, wenn ein Kopf gegen einen anderen Kopf prallt. Oder wenn man auf den Kopf fällt.“ Das ist nämlich auch bei anderen Sportarten wie Eishockey oder American Football ein Problem.
Training mit leichten Bällen
In manchen Ländern sind Kopfbälle im Kinderfußball teilweise verboten. In den USA dürfen Kinder unter zehn Jahren gar keine Kopfbälle mehr machen. In England dürfen Kinder unter zwölf Jahren keine Kopfbälle trainieren. Denn bei Kindern ist der Schädelknochen noch nicht so hart, wie bei Erwachsenen.
Der Deutsche Fußball-Bund sagt, Kinder sollten Kopfball nur mit besonders leichten Bällen trainieren. Außerdem sollten sie es nicht so oft machen. Auch die richtige Technik sei wichtig und sollte trainiert werden. Dann ist das Risiko bei Kopfbällen etwas kleiner. Das bestätigt auch der Gehirnforscher Christoph Kleinschnitz. (dpa)




