„Das hässliche Entlein“ Kurz und knapp

Mit dem hässlichen Entlein fühlt man sehr mit. Zum Glück hat das Märchen von Hans Christian Andersen ein gutes Ende. (Foto: „Duckling 03“, Wikipedia Commons)
Mit dem hässlichen Entlein fühlt man sehr mit. Zum Glück hat das Märchen von Hans Christian Andersen ein gutes Ende. (Foto: „Duckling 03“, Wikipedia Commons)

Die Geschichte vom hässlichen Entlein kennst du vielleicht als Film oder aus einem Bilderbuch. Ursprünglich ist es aber ein Märchen, das der dänische Dichter und Schriftsteller Hans Christian Andersen geschrieben hat.

„Das hässliche Entlein“

Es war einmal eine Entenmutter, die lebte auf einem Bauernhof. Sie wartete darauf, dass bald ihre sieben Küken schlüpfen würden. Als es soweit war, schlüpften sechs wunderschöne gelbe Küken.

Das siebte Ei war viel größer als alle anderen und rührte sich nicht. Erst ein paar Tage später schlüpfte ein graues, hässliches Entlein aus dem Ei. Die Entenmutter hatte das graue Küken trotzdem lieb, aber sie machte sich Sorgen. Das graue Entlein war ein sehr tollpatschiges Entlein. Keines der anderen wollte mit ihm spielen.

Eines Tages fasste das Entlein den Entschluss, wegzulaufen. Während alle anderen Tiere schliefen, machte es sich auf den Weg. Auf der Reise begegneten dem Entlein viele andere Tiere. Niemand konnte ihm jedoch sagen, warum es so hässlich war. Einmal kam es zu einer Bäuerin. Diese dachte das Entlein wäre eine Gans und sperrte es in einen Käfig. Die Bäuerin wollte, dass das Entlein Gänseeier legte. Weil das Entlein aber keine Gans war, ging das nicht. Das Entlein hatte Angst als Gänsebraten zu enden. Eines Nachts, als die Bäuerin nicht aufpasste, lief sie wieder weg.

Bald fand das kleine Entlein einen wunderschönen See. Es versteckte sich im Schilf und blieb dort. Doch nach einiger Zeit kam der Winter und es wurde immer schwieriger, Nahrung zu finden. Das Entlein war sehr schwach und verließ sein Versteck. Da fand ein Bauer das kleine Tier und nahm es mit. Seine Kinder pflegten das hässliche Entlein und so überlebte es den Winter. Im Frühling war das Entlein sehr groß geworden und der Bauer brachte es zurück an den Schilfsee.

Hier konnte das Entlein sein Spiegelbild sehen. Es erschrak sich, denn es war gar nicht mehr hässlich. Ganz im Gegenteil, dass Entlein war zu einem wunderschönen Schwan geworden. Auch alle anderen Schwäne, die an den See zurückkehrten, freuten sich über ihn. Ab diesem Tag gab es kein hässliches Entlein mehr, sondern nur einen wunderbaren Schwan, der sich niemals mehr einsam fühlte!

Von Nina Blumenthal

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