Was bedeutet Judentum?

Was bedeutet Judentum?
Zwie jüdische Jungen mit einer Kippa, einer Kappe, die Juden in der Synagoge tragen (Bild: dpa)

Das Judentum ist – neben dem Christentum, dem Islam, Buddhismus und Hinduismus – eine der fünf großen Weltreligionen. Es entstand ungefähr 2000 Jahre vor Christus. Weltweit gibt es mehr als 14 Millionen „Angehörige“. Unter den Weltreligionen, die nur einen Gott verehren, man nennt sie monotheistische Religionen, ist das Judentum die älteste. Aus ihm ging das Christentum und der Islam hervor. In Deutschland leben ungefähr 250000 Juden.

Der Gott der Juden heißt Jahwe

Orthodoxe Juden (Bild: dpa)

Orthodoxe Juden (Bild: dpa)

Das, was für Christen die Bibel ist, nennt sich bei den Juden Tanach (das Alte Testament) und Talmud (die Sammlung der Gesetze und religiösen Traditionen). Der Gott, an den Juden glauben, nennen sie Jahwe nennen. Er wird als Schöpfer der Welt verehrt. Die „Kirche“ , besser: das Gotteshaus der Juden heißt Synagoge. Judentum bedeutet zweierlei: Es ist die Religion des jüdischen Volkes und man meint damit auch die Gemeinschaft aller Menschen, die dem jüdischen Volk angehören. Nach religiöser Tradition gilt als Jude, wer eine jüdische Mutter hat. Aber es ist auch möglich, das Judentum anzunehmen. Wichtig für die (streng) gläubigen Juden ist die Einhaltung der religiösen Gesetze. Dazu gehört besonders, dass Juden den Sabbath achten – er beginnt am Freitagabend  und dauert bis Samstagabend.

Der Sabbath

Freitagabends, wenn es langsam dunkel wird, beginnt für Juden der Sabbath, man sagt auch Schabbat dazu. Dann trifft sich meist die ganze Familie mit Freunden und Verwandten, um zusammen Abend zu essen. Oft spricht der Vater den Segen über den Wein und die mit einem hübschen Tuch bedeckten Challa, das ist ein besonderes Weißbrot für den Schabbat, oft mit Sesam bestreut. Danach sitzten alle gemütlich zusammen, spielen oder lesen sich etwas vor – bei Kerzenschein, denn an Sabbath ist elektrisches Licht tabu.

Andere Sabbath-Regeln – Kein Computer und kein Fernsehen

In der Bibel steht, dass Gott die Welt an sechs Tagen erschaffen hat. Am siebenten Tag hat er sich ausgeruht. Deshalb ist der Schabbat ein Ruhetag, an dem man nicht arbeitet, dafür aber beten soll. Manche jüdischen Familien versuchen, sich genau an die komplizierten Gesetze zu halten und überhaupt nicht zu arbeiten. In Deutschland gibt es aber nur wenige Juden, die alle Regeln streng einhalten, sie heißen orthodoxe Juden. Fernsehen und Computer am Schabbat sind für sie genauso verboten wie Autofahren, Einkaufen, Musik hören oder sogar Schreiben. Wenn viele gläubige Juden zusammen in einem Hochhaus wohnen, gibt es Schabbatlifte. Das sind Aufzüge, die an jeder Etage automatisch anhalten, weil man keinen Knopf drücken darf. Auch nicht den Herd einschalten. Deshalb wird das Essen für den Schabbat schon am Tag vorher zubereitet und nur noch aufgewärmt. Heute gibt es elektrische Zeitschaltuhren, die zur gewünschten Zeit den Herd in Gang setzen, Wasser kochen oder das Licht anschalten. Früher war das ohne die moderne Technik alles noch viel schwieriger.

Sabbath-Gottesdiesnt in der Synagoge

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In der Kölner Synagoge (Bild: Grönert)

Am Höhepunkt des Schabbat gibt es die Lesung des wöchentlichen Abschnitts aus der Tora in der Synagoge. Dabei wird die Torarolle aus einem besonderen Schrank geholt. Erb heißt Toraschrein und ist immer nach Jerusalem gerichtet.

 

 

 

 

 

 

Die Judenverfolgung

In ihrer langen Geschichte sind die Juden immer wieder verfolgt, vertrieben und vor allem auch getötet worden. So lebten sie zerstreut über die ganze Welt. Ein besonders schlimmes Kapitel irhrer Geschichte wae die Zeit des Nationalsozialismus, als Adolf Hitler in Deutschland herrschte. Sechs Millionen Juden wurden in dieser Zeit ermordert, man sagt auch  Holocaust dazu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Staat Israel als jüdischer Staat gegründet. Heute lebt dort etwa die Hälfte aller Juden.

Von Caroline Kron mit bpb