Wie lebt die Haselmaus?

Wie lebt die Haselmaus?
Die Haselmaus ist das Tier des Jahres 2017. (Foto: dpa)

Sie ist nur so groß wie der Daumen eines Erwachsenen – aber sie bekommt gerade große Aufmerksamkeit: die Haselmaus. Sie ist das Tier des Jahres 2017. Wir verraten dir, wie das kleine Nagetier lebt – und warum es bedroht ist.

  • Sie ist nur so groß wie ein Daumen. (Foto: dpa)

    Aussehen: Die Haselmaus macht jedem Stofftier Konkurrenz: Sie hat  schwarze Knopfaugen, kleine, runde Ohren und weiches, oranges Fell. An der Kehle und an der Brust hat sie einen weißen Fleck. Ihr Körper ist nur sieben Zentimeter groß – und der Schwanz fast genauso lang. Er hilft ihr, beim Klettern das Gleichgewicht zu halten. Das kleine Tier wiegt zwischen 15 und 40 Gramm. Wenn man die Haselmaus so ansieht, kann man verstehen, warum sie „Maus“ genannt wird. Doch irgendwann haben Wissenschaftler herausgefunden: Die Haselmaus ist keine Maus. Sie lebt, frisst und verhält sich ganz anders als Mäuse. Die Haselmaus ist ein Nagetier und gehört zu den sogenannten Bilchen – somit ist sie näher mit dem Siebenschläfer verwandt.

  • Verhalten: Die Haselmaus ist ein richtiger Langschläfer. Etwa von Oktober bis April hält sie Winterschlaf. Dann sinkt ihre Körpertemperatur, der Herzschlag und die Atmung werden langsamer. Doch die Haselmaus hat noch einen ganz besonderen Trick: Sie rollt sich zu einer winzigen Kugel zusammen. So kann sie sich besser warm halten. Die Haselmaus ist ein Einzelgänger. Wenn sie aus dem Winterschlaf erwacht, geht sie ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: klettern. Vor allem in der Dämmerung und nachts kraxelt sie in ihrer Hecke herum und sucht nach Essen. Tagsüber ruht die Haselmaus sich aus. Dafür kuschelt sie sich in ihr rundes, weiches Nest aus Zweigen, Gras und Blättern, das sie sich in der Hecke gebaut hat. So ist sie am besten vor ihren Feinden geschützt. Denn am Boden lauern Füchse oder Wiesel, aus der Luft könnten Greifvögel oder Eulen angreifen. Wir Menschen sehen Haselmäuse nur sehr selten.
  • Lebensraum: Die Haselmaus gibt es in vielen Ländern in Europa und Asien, auch in Deutschland. Am liebsten wohnt sie in einer Hecke, die aus vielen verschiedenen Pflanzen besteht. Die bildeten früher zum Beispiel die Grenze zwischen Feldern. Heute gibt es diese Hecken aber kaum noch, denn sie sind unpraktisch für die großen Traktoren, die über die Felder fahren. Außerdem gefällt es der Haselmaus an Waldrändern gut, wo nur kleine Bäume wachsen. Doch auch die holzen  Menschen immer häufiger ab. Dass die Lieblingsorte der Haselmaus zerstört werden, ist ein großes Problem: Das ist der Hauptgrund dafür, dass es immer weniger Haselmäuse gibt. In manchen Regionen von Deutschland sind sie sogar vom Aussterben bedroht.
  • Am liebsten frisst sie Nüsse. (Foto: dpa)

    Nahrung: Wie ihr Name schon sagt, liebt das kleine Tier Haselnüsse. Die findet sie allerdings nur im Herbst. Dann nagt sie mit ihren Zähnen ein kreisrundes Loch in die Schale, um an den guten Nusskern zu kommen. Im Herbst frisst die Haselmaus gerne fettige Nüsse – sie braucht Speck für den Winterschlaf. Im Frühling isst der kleine Bilch Knospen, Blüten oder Samen. Und im Sommer stehen Früchte, Beeren, Insekten und Würmer auf dem Speiseplan.

  • Kinder: Wenn die weibliche Haselmaus ein Jahr alt ist, kann sie schwanger werden. Schon nach gut drei  Wochen kommt der Nachwuchs auf die Welt. In einem Wurf sind zwischen zwei und sieben Kinder. Die kleinen Haselmäuse sind nackt und trinken Milch bei ihrer Mutter. Nach zwei Monaten sind sie selbstständig. In guten Jahren, in denen es viel Futter gibt, kann das Haselmaus-Weibchen sogar noch ein zweites Mal schwanger werden. Im Durchschnitt werden Haselmäuse drei bis vier Jahre alt. Es gibt aber auch Tiere, die sechs Jahre alt geworden sind.

Von Angela Sommersberg

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