Wer war Graf von Stauffenberg?

Wer war Graf von Stauffenberg?
Damals wurden die Gegner von Adolf Hitler erschossen. Heute werden die Widerstandskämpfer wie von Stauffenberg gefeiert - so wie hier auf dem Foto mit Kränzen und Blumen. (Foto: dpa)

Am 20. Juli vor 73 Jahren explodierte eine Bombe. Gezündet hatte sie Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Zusammen mit einer Gruppe von Männern wollte er Adolf Hitler töten – und damit den Zweiten Weltkrieg beenden. Doch das Attentat schlug fehl.

Stell dir vor, jemand macht etwas ganz Furchtbares – und du stehst daneben und schaust zu. Aber irgendwann denkst du dir: Das ist doch Unrecht! Da muss man etwas dagegen tun.

In so einer ähnlichen Lage waren einige Männer vor genau 73 Jahren. Auch sie hatten es mit Unrecht zu tun und wollten etwas dagegen unternehmen. Also schmiedeten sie einen Plan und bauten eine Bombe.

Stauffenberg war hoher Offizier

Claus Graf Schenk von Stauffenberg (Foto: dpa)

Einer der Männer war der Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Er gilt heute als berühmter Widerstands-Kämpfer. Vor etwas mehr als 70 Jahren war er ein hoher Offizier in der deutschen Armee.

In Deutschland herrschte damals die Partei der Nationalsozialisten. Ihr Führer war Adolf Hitler. Die Nazis hatten einen fürchterlichen Krieg angezettelt, den Zweiten Weltkrieg. Deutsche Truppen waren in unser Nachbarland Polen einmarschiert, etwas später auch in Frankreich. Offizier Stauffenberg war bei beidem dabei.

Hitler wollte nicht aufgeben

„Anfangs fand er den Krieg gut. Denn er konnte nun zeigen, was er als Offizier gelernt hatte“, erklärt der Geschichts-Fachmann Christopher Dowe. Doch für die deutschen Truppen lief es in den Gefechten nicht immer gut.

Adolf Hitler und seine Leute wollten das nicht wahrhaben. Sie gaben den Befehl: Durchhalten! Dabei war die Lage längst aussichtslos. Viele Tausend Soldaten verloren so sinnlos ihr Leben. Das machte Stauffenberg wütend – und nachdenklich.

Judenmorde stimmten Stauffenberg um

Aber noch etwas anderes veränderte seine Haltung. „Das war der Beginn des Holocaust“, erklärt der Experte. Die Nazis und ihre Unterstützer hatten damit begonnen, zum Beispiel Menschen mit jüdischem Glauben zu verfolgen. Sie sperrten sie ein und töteten sie. Das passierte fast überall in Europa. Am Ende hatten sie Millionen Menschen umgebracht.

Stauffenberg wollte dagegen etwas unternehmen. Heimlich machte er sich auf die Suche nach Leuten, die genauso dachten wie er. Und er fand tatsächlich welche. Im Geheimen schmiedeten sie den Plan mit dem Attentat. Sie wollten Adolf Hitler umbringen – und damit den Krieg und die Herrschaft der Nazis beenden.

Darf man das?

Aber darf ein Soldat so etwas tun? „Stauffenberg und die anderen entschieden, dass es ihre Pflicht ist – gerade als Soldaten“, erklärt Christopher Dowe. Am 20. Juli im Jahr 1944 passierte es dann. Stauffenberg ließ die Bombe im Hauptquartier des Führers explodieren. Doch Adolf Hitler überlebte.

Für Stauffenberg und die anderen Offiziere hatte diese mutige Tat schlimme Folgen. Sie wurden verhaftet und hingerichtet. Aber sie setzten auch ein wichtiges Zeichen des Widerstands.

Knapp ein Jahr später ging der Krieg zu Ende – und damit die Herrschaft der Nazis.

Von Stefanie Paul (dpa)