Was essen die Astronauten im Weltraum?

Was essen die Astronauten im Weltraum?
So sieht das sogenannte "Space Food" aus. (Foto: dpa)

Auch im Weltraum wird gegessen. Doch das Essen für Astronauten schmeckt anders als auf der Erde. Ein Koch erklärt uns die Unterschiede.

Stell dir einmal vor, du müsstest jeden Tag etwas essen, das dir überhaupt nicht schmeckt! Iiiih, schon wieder Rosenkohl. Bäääh, Spargel! Das kann einem die Laune ziemlich vermiesen. So ähnlich geht es wohl auch den Raumfahrern auf der Internationalen Raumstation ISS. Die Raumstation schwirrt einige Hundert Kilometer über uns im Weltraum um die Erde herum. Die Raumfahrer, die dort leben, können nicht einfach zum Kühlschrank spazieren und sich etwas Leckeres herausnehmen. Sie müssen spezielle Astronauten-Nahrung essen. Und die ist nicht immer superlecker.

Vor allem früher mussten die Astronauten ganz schön tapfer sein. Denn das Essen, das sie in den Weltraum mitbekamen, war wohl alles andere als lecker. Und es sah auch nicht besonders toll aus. Das Essen war damals in Tuben aus Metall abgepackt, so ähnlich wie Zahnpasta. Die Tuben mussten die Astronauten dann direkt in ihrem Mund ausdrücken. Oder sie saugten sie mit einer Art Strohhalm aus. Heraus kam eine kalte Paste, zum Beispiel aus Fleisch und Gemüse.

Jetzt ist das Essen für die Raumfahrer schon um Klassen besser. Manchmal gibt es sogar einen Leckerbissen. Die Raumfahrer dürfen sich nämlich eine Mahlzeit wünschen, zum Beispiel für ihren Geburtstag. Das Gericht wird extra vor ihrem Abflug für sie gekocht und dann mit ins All gegeben.

Alexander Gerst wünscht sich Käse-spätzle

Harald Wohlfahrt bekocht auch Raumfahrer. (Foto: dpa)

Harald Wohlfahrt bekocht auch Raumfahrer. (Foto: dpa)

Das macht zum Beispiel Harald Wohlfahrt. Er ist ein Spitzen-Koch und arbeitet normalerweise in einem berühmten Restaurant im Schwarzwald. Die Gegend liegt im Bundesland Baden-Württemberg. Manchmal bekocht Wohlfahrt aber auch Raumfahrer. Zuletzt hat er das für den deutschen Astronauten Alexander Gerst getan. Der lebte mehrere Monate auf der ISS. Alexander Gerst hatte sich zum Beispiel Käse-Spätzle gewünscht.

Doch wie kocht man überhaupt für den Weltraum? „Das ist gar nicht so einfach“, sagt Harald Wohlfahrt. Denn man muss viele verschiedene Dinge beachten. „Zum Beispiel darf man nur ganz bestimmte Zutaten verwenden“, erklärt der Koch. Viele Wochen musste der Fachmann deshalb in seiner Küche tüfteln und herumprobieren, austesten und sich immer wieder neue Rezepte überlegen.

Suppen müssen dick sein wie Brei

Soßen oder Suppen dürfen beispielsweise nicht zu flüssig sein. Sonst könnte sich ein Tropfen lösen und durch die Raumstation schwirren. Denn im All herrscht Schwerelosigkeit. Durch den Tropfen könnten Geräte kaputtgehen oder Filter verstopfen. Deshalb müssen die Suppen ganz dick sein, ähnlich wie ein Brei.

Auf der Internationalen Raumstation gibt es dreimal am Tag etwas zu essen: Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Dazwischen gibt es noch Snacks, zum Beispiel Kuchen. Die Astronauten können vor dem Flug ins Weltall ihr Essen selbst probieren und auswählen. Das passiert auf der Erde schon viele Monate vor dem Start.

Etwas gibt es auf der Raumstation allerdings nicht: Brot! Das würde nämlich viel zu stark krümeln. Die Krümel könnten wichtige Geräte, Filter oder Leitungen verstopfen. Statt Brot gibt es Tortillas (gesprochen: Tortijas). Das ist eine Art Fladen aus Maismehl.

„Würde man die Gerichte auf der Erde probieren, dann würde man vermutlich auch sagen, dass sie viel zu stark gewürzt sind“, erklärt Harald Wohlfahrt. Denn der Geschmackssinn verändert sich im Weltraum. Was auf der Erde noch lecker geschmeckt hat, schmeckt plötzlich fad. Oder umgekehrt: Es schmeckt im All plötzlich total lecker.

Die Geschmacks-Knospen schwellen an

Die Forscher glauben, dass es etwas mit der Schwerelosigkeit zu tun hat. Denn dadurch verteilen sich in unserem Körper die Flüssigkeiten ganz anders, etwa Wasser und Blut. Dabei schwellen wohl auch die Geschmacks-Knospen an. Diese sitzen zum Beispiel auf unserer Zunge. Sie sorgen dafür, dass wir schmecken können.

Einerseits muss das Essen stark gewürzt sein. „Andererseits darf aber nur ganz wenig Salz drin sein“, sagt der Koch. Denn zu viel Salz im Körper ist schlecht, sagen Forscher. Bei den Raumfahrern könnte es dafür sorgen, dass die Knochen schwächer werden.

In Dosen verpackt

Das fertige Essen reist dann gut verpackt in einer Dose mit den Astronauten in den Weltraum. Diese Dose können die Raumfahrer in einer Art Ofen erhitzen. Und fertig ist im All ihr Schlemmer-Essen!

Von dpa

So kann zum Beispiel ein Frühstück im Weltraum aussehen: ESA Astronauten André Kuipers und der NASA-Kollege Michael Foale essen Käse. (Foto: dpa)

So kann zum Beispiel ein Frühstück im Weltraum aussehen: ESA Astronauten André Kuipers und der NASA-Kollege Michael Foale essen Käse. (Foto: dpa)

Dreimal am Tag eine Mahlzeit

Auf der Internationalen Raumstation gibt es dreimal am Tag etwas zu essen: Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Dazwischen gibt es noch Snacks, zum Beispiel Kuchen. Die Astronauten können vor dem Flug ins Weltall ihr Essen selbst probieren und auswählen. Das passiert auf der Erde schon viele Monate vor dem Start.

Etwas gibt es auf der Raumstation allerdings nicht: Brot! Das würde nämlich viel zu stark krümeln. Die Krümel könnten wichtige Geräte, Filter oder Leitungen verstopfen. Statt Brot gibt es Tortillas (gesprochen: Tortijas). Das ist eine Art Fladen aus Maismehl.Kindergrafik: Das Essen der Astronauten (20.02.2015)