„Des Kaisers neue Kleider“ kurz und knapp

Angeblich trägt der Kaiser Kleider, die nur von Personen gesehen werden können, die ihres Amts würdig und nicht dumm seien. (Foto: „Emperor Clothes 01“ von Vilhelm Pedersen. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons)
Angeblich trägt der Kaiser Kleider, die nur von Personen gesehen werden können, die ihres Amts würdig und nicht dumm seien. (Foto: „Emperor Clothes 01“ von Vilhelm Pedersen. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons)

Der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen hat das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ geschrieben. Im Jahr 1837 erschien es  in Dänemark in der Reihe „Märchen, für Kinder erzählt“. Und darum geht es in dem Märchen. 

„Des Kaisers neue Kleider“

Es war einmal ein Kaiser, dem war es sehr wichtig immer hübsch und ordentlich auszusehen. Er wollte nur die schönsten Kleider besitzen und sich darin seinem Volk zeigen. Eines Tages jedoch kamen zwei Betrüger in die Stadt. Sie versprachen dem Kaiser ganz besondere Kleider. Menschen, die dumm oder nicht gut genug für ihr Amt waren, sollten diese Kleider nicht sehen können.

Der Kaiser glaubte den Betrügern und war begeistert von der Idee. Er gab ihnen viel Geld und sie begannen, die Kleider zu schneidern. Sie stellten zwei Webstühle auf und taten so, als ob sie arbeiten würden. In Wahrheit aber taten sie gar nichts.

Der Kaiser wollte die Wirkung der Kleider testen. Er schickte einen ehrlichen Minister zu den Betrügern. Die Betrüger erzählten dem Minister wie toll die Kleider schon seien. Sie zeigten in die Luft und erklärten die Muster auf dem Stoff. Der Minister konnte natürlich nichts sehen, denn die Betrüger hatten nichts genäht. Das behielt er aber für sich. Denn sonst wüssten ja alle, dass er dumm wäre. Der Minister lobte die Kleider der Betrüger und berichtete dem Kaiser von der tollen Arbeit.

Die Betrüger verlangten nimmer mehr Geld und steckten sich alles in die eigene Tasche. Genauso erging es auch allen anderen Männern, die der Kaiser zu den Betrügern schickte. Auch er selber konnte die Kleider nicht sehen, war aber zu stolz, um es zuzugeben.

So kam es, dass der Kaiser seine neuen Kleider bei einem großen Festumzug tragen wollte. Er legte all seine Kleider ab und ließ sich von den Betrügern in die neuen Kleider hinein helfen. Er drehte sich vor dem Spiegel und alle waren begeistert.

So trat der Kaiser schließlich vor sein Volk. Alle wussten davon, wie besonders die Kleider waren. Deswegen traute sich niemand, zu sagen, dass sie die Kleider nicht sehen konnten.

Nur ein kleines Mädchen rief auf einmal „Aber er hat ja nichts an!“ Und da fingen auf einmal alle an, sich zu wundern. Und bald stimmte das ganze Volk mit ein. Da ging auch dem Kaiser ein Licht auf und er erkannte, dass die Menschen Recht hatten. Trotzdem entschied er sich, den ganzen Festumzug lang durchzuhalten, auch ohne seine neuen Kleider!

Nacherzählt von Nina Blumenrath

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