Warum müssen wir atmen?

Warum müssen wir atmen?
Wusstest du, dass es gesünder ist, durch die Nase zu atmen als durch den Mund? (Foto: dpa)

Atmen ist für uns lebenswichtig. So befördern wir Sauerstoff aus der Luft in unser Blut. Wir erklären, wie es genau funktioniert.

Aus Sauerstoff wird Energie

Wir kommen eine Weile ohne etwas zu trinken aus. Auch wenn wir sehr durstig werden. Noch etwas länger halten wir ohne Essen durch. Auch wenn wir Hunger haben. Aber was wir ständig brauchen, ist Luft zum Atmen. Woran liegt das?

In der Luft steckt ein Gas, das nahezu alle Lebewesen auf der Welt brauchen: Sauerstoff. Sauerstoff hält unsere Zellen am Leben. Nur mit Hilfe von Sauerstoff gewinnen diese aus Nährstoffen Energie. Dazu muss das Gas aber erst einmal in die Zellen des Körpers gelangen. Aus diesem Grund atmen wir.

Luft durch Luftröhre und Lunge

Unsere Atmung funktioniert so: Atmen wir ein, saugen wir Luft über die Nase oder den Mund durch die Luftröhre in die Lunge. Das geschieht, indem wir Muskeln anspannen, die mit dem Brustkorb und dem Zwerchfell verbunden sind. Die Muskeln ziehen das Zwerchfell zusammen. Es entsteht ein Unterdruck – Luft strömt ein.

Die Lunge kannst du dir vorstellen wie einen umgedrehten Baum. Seinen Stamm bildet die Luftröhre. Sie teilt sich in zwei dicke Äste auf: die Haupt-Bronchien. Diese treten in unsere beiden Lungenflügel ein, wo sie sich weiter zu Bronchien und Bronchialen verzweigen. Immer kleinere Verästelungen enden schließlich in den Lungen-Bläschen. Und die sind mit einem feinen Netz aus gut durchbluteten Adern umsponnen.

„An den dünnen Wänden der Lungen-Bläschen geschieht ein Gas-Austausch“, erklärt der Lungen-Arzt Bodo Niggemann. „Der Sauerstoff der eingeatmeten Luft geht so in unser Blut über.“ Dieser wird dann über die Blutgefäße überall in unseren Körper geleitet, wo er gebraucht wird. Etwa ins Gehirn oder auch in unsere Muskeln.

Wenn sich unsere Muskeln beim Ausatmen entspannen, dehnt sich das Zwerchfell wieder. Der Brustkorb fällt zurück in seine Grundstellung. Die Luft wird über die Luftröhre aus unserer Lunge hinausgedrückt.

Sauerstoff rein, Kohlendioxid raus

Allerdings steckt in dieser Luft nun viel mehr von einem anderen Stoff: Kohlendioxid. Dieses Gas ist ein Abfallprodukt der vorher eingeatmeten Luft. Es entsteht beim Verbrennen von Nährstoffen und wandert aus dem Blut zurück in die Lungen-Bläschen. Deshalb hat Bodo Niggemann auch von einem Gas-Austausch gesprochen: Sauerstoff kommt rein, Kohlendioxid geht raus.

Mach doch mal Atem-Tests!

Wie viel Luft in deine Lungen passt, kannst du selbst ausprobieren. Dazu musst du tief einatmen und die Luft in einen Luftballon pusten. Wie prall lässt sich der Ballon mit einem Atemzug aufblasen?

Fachleute empfehlen, manchmal bewusst auf das Luftholen zu achten.

Denn wir können auf verschiedene Art und Weise atmen. Tief oder flach, durch den Mund oder durch die Nase. Durch die Nase atmen ist gesünder. Denn sie wärmt und feuchtet die Luft an. Und filtert Fremdkörper aus ihr heraus.

Auch die Bauch-Atmung soll besonders gut sein. Dabei zieht sich das Zwerchfell nach unten. Und der Bauch wölbt sich hervor. Bei der Brust-Atmung dagegen erweitert sich vor allem der obere Brustkorb. Viele Leute atmen in die Brust, wenn sie gestresst sind. Dabei ist die Bauch-Atmung viel tiefer und erfordert weniger Kraft. Sie ist deswegen gesünder.

Wenn du also mal entspannen und richtig durchatmen willst: Konzentriere dich darauf, wie du Luft holst. Setze dich aufrecht hin und versuche, bewusst durch die Nase in deinen Bauch hinein zu atmen. Lege dazu deine Hände auf den Bauch. So kannst du besser spüren, wie sich dieser dehnt.

Von Philipp Brandstädter, dpa