Zeitreise in die Antike

Zeitreise in die Antike
Der Vulkan Vesuv ist hinter der Stadt Pompeji zu sehen. Foto: Kirsten Haake/dpa

Wir machen eine Zeitreise und fahren nach Pompeji: Diese Stadt wurde vor ungefähr 2000 Jahren unter Vulkanasche begraben. Heute können wir trotzdem durch ihre Straßen spazieren und in Villen hineinschauen. Komm mit!

Der Vulkan hatte wohl Warnzeichen gegeben. Aber nur wenige Menschen in der Stadt Pompeji verstanden die Gefahr. Es ging dann furchtbar schnell: Schwarze Aschewolken verdunkelten den Himmel, Asche und Bimssteine regneten vom Vesuv auf die Stadt herunter. In kurzer Zeit war Pompeji begraben, fast alle Bewohnerinnen und Bewohner tot.

Dieses Unglück im Jahr 79 unserer Zeitrechnung aber ist für uns ein Glück! Denn es sorgte dafür, dass das Leben in der antiken Stadt von einem Moment auf den anderen stehen blieb. Erst vor ungefähr 300 Jahren wurde die Stadt von Archäologen wiederentdeckt, und man begann sie auszugraben. Das geschieht bis heute!

Auf den Stufen saßen damals Leute und schauten sich etwa ein Theaterstücke an. Heute besuchen täglich Tausende Touristen die Stadt Pompeji. Foto: Kirsten Haake/dpa

So erzählt uns Pompeji, wie Menschen vor etwa 2000 Jahren lebten: wie sie ihre Häuser dekorierten, ihre Freizeit verbrachten und ihre Toten begruben.

Der Stadtplan sieht wie ein Gitter aus

Was einem gleich auffällt: Die Straßen mit dickem Kopfsteinpflaster sind alle schnurgerade. Wie ein Gitter sieht der Stadtplan aus. Es gibt Hauptstraßen und schmalere Straßen, die davon abzweigen mit vielen großen und kleinen Wohnhäusern.

Als Erstes gehen wir aber zum Forum. Da war schon früher am meisten los. Rund um den großen Platz trafen sich die Leute, um Geschäfte zu machen: zum Beispiel in der Basilika, das war der prächtigste Bau am Platz. Hier wurde verhandelt und Recht gesprochen.

In der Mitte des Forums ragt eine Reiterstatue auf. Auch die Götter hatten dort ihren Platz: Es gab etwa einen Apollo-Tempel, und wenn man den Gott Jupiter ansah, erblickte man im Hintergrund den noch friedlichen Vesuv.

Hungrig geworden? Viele Leute in Pompeji besaßen Sklaven und Sklavinnen, die sie bedienten und etwa Essen zubereiteten. Aber für einen Snack zwischendurch gab es auch Stände. Es ist noch nicht lange her, da entdeckten die Fachleute bei ihren Ausgrabungen einen Hühnerimbiss. Kochstellen sieht man in mehreren Häusern in Pompeji. Es sind kreisrunde Vertiefungen im Stein. Die Bemalung an einem Gebäude direkt an der Straße zeigt aber deutlich: Hier wurde Hähnchen gebraten und verkauft.

Die Wände dieses Lokals zeigen: Hier konnten die Menschen in Pompeji damals Hähnchen essen. Foto: Archäologiepark Pompeji/dpa

Sportanlage und Thermen

Eine Stadt nur mit Häusern und Geschäften wäre vielleicht langweilig. Pompeji hatte zum Beispiel auch eine Art Sportanlage und die Thermen. Dazu gehörten warme Dampfbäder und Wasserbecken. Die Wände waren bunt bemalt, sodass alles elegant aussah.

Die Menschen ließen sich auch unterhalten. Vom Forum war es nicht weit bis zum Großen Theater. Dort saßen die Zuschauerinnen und Zuschauer im Halbrund auf den ansteigenden steinernen Stufen und sahen und hörten auch gut, was unten gespielt wurde.

Zum Schluss unseres Spaziergangs schauen wir noch bei reichen Leuten herein: Das Haus des Fauns war das größte in ganz Pompeji. Seine Besitzer ließen sich aufwendige Mosaik-Fußböden legen und große Bilder an die Wände malen. Seinen Namen hat das Haus von einer Götterfigur, einem Faun. Eine Figur davon stand in einem Becken, das durch eine Lücke im Dach mit Regenwasser gefüllt wurde. Damals, als Pompeji noch eine lebendige Stadt war.

Von Kirsten Haake (dpa)