Wenn das Wasser in den Himmel spritzt

Wenn das Wasser in den Himmel spritzt
Vorsicht, heiß! An einigen Stellen stehen Schilder, die sagen, wie heiß das Wasser ist. Foto: Finn Huwald/dpa

Nur wenige Minuten sind Pause. Dann schießt schon wieder eine Fontäne aus Dampf und Wasser aus der Erde. Auf der Insel Island kann man so ein Spektakel erleben. Das heißt Geysir.

Erst ist es ganz ruhig. Dann bildet sich im Wasser eine große Blase, und zack: Da schießt die riesige Fontäne aus der Erde heraus! Meterhoch spritzt das Wasser von einem Geysir. So nennt man dieses Naturspektakel.

Der Geysir Strokkur auf Island. Foto: Finn Huwald/dpa

Hunderte Naturbegeisterte warten hier auf der Insel Island gespannt auf den nächsten Ausbruch. Das ist richtig spannend. Geysire gibt es aber nicht nur auf Island. Auch zum Beispiel in den USA oder in Chile in Südamerika kann man sie anschauen. Da, wo es Geysire gibt, sind Vulkane in der Nähe.

Unter der Erdoberfläche von einem Geysir befindet sich ein großes Loch. Man kann es vergleichen mit einem Schornstein am Haus: ein langes Rohr, das senkrecht nach oben geht. Oben an der Oberfläche sehen wir Wasser, fast ein kleiner Teich. Auch tiefer in der Erde befindet sich Wasser in diesem „Schornstein“. Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied: Tief unter unseren Füßen ist es superheiß im Gestein. Das liegt auch an den Vulkanen. Die hohen Temperaturen führen dazu, dass das Wasser da unten anfängt zu kochen.

Es entsteht Wasserdampf

Wasser kocht bei 100 Grad Celsius – allerdings nicht überall. „Zum Beispiel, wenn man im Gebirge auf 4000 Metern Höhe Wasser kocht, merkt man, dass das Wasser schon bei etwas mehr als 80 Grad anfängt zu kochen“, erklärt der Geowissenschaftler Thomas Walter vom
Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam. Das liegt am Umgebungsdruck, der im Gebirge niedriger ist. Im Erdboden ist der Druck dagegen höher, und das Wasser braucht über 120 Grad, bis es zu blubbern beginnt.

Touristen warten gespannt auf den nächsten Ausbruch des Strokkur-Geysirs auf Island. Foto: Finn Huwald/dpa

Wenn das Wasser kocht, entsteht Wasserdampf. Das kennst du auch vom Kochtopf. Der Dampf braucht viel mehr Platz als das Wasser. Denn es werden aus einem Liter Wasser Hunderte Liter Wasserdampf. Allerdings ist im „Schornstein“ in der Erde nicht unendlich Platz. Es baut sich
ein riesiger Druck auf. Es gibt nur einen Weg, wie dieser Druck entweichen kann: Er muss oben raus.

Fast wie beim Feuerwerk

Der Wasserdampf drückt sich also hoch an die Oberfläche und schießt dann aus der Erde heraus. Dabei drückt er das Wasser an der Oberfläche mit raus. So entsteht die spektakuläre Fontäne. Unten läuft unterdessen Wasser in die jetzt leeren Kammern unter dem „Schornstein“ nach und wird auch erhitzt. Die nächste Fontäne steht
bevor.

 „Wir messen schon seit Jahren den Strokkur-Geysir auf Island. Der hat alle drei bis vier Minuten einen Ausbruch“, schildert Geysir-Experte Thomas Walter. In der Fachsprache spricht man von Eruption. Es kann aber auch mal länger dauern.

Der Strokkur-Geysir ist einer der bekanntesten Geysire. Im vergangenen Jahr kamen rund 1,5 Millionen Besucher. Jede Fontäne wird von ihnen mit lautem „Oh“ und „Ah“ begleitet. Fast wie bei einem
 Feuerwerk.

Von Finn Huwald (dpa)