Ein besonderes Kunstwerk
Zwischen riesigen alten Maschinen, Förderbändern und rostbraunem Metall steht ein langer Tisch. Darauf malen Lukas, Isabella und viele andere Kinder mit Farben und Pinseln ein riesiges Bild.
Es riecht nach Staub und Farbe. Einige bemalte Baumwolltücher hängen schon von hohen Gerüsten. Isabella, Lukas und die anderen Kinder schlüpfen noch schnell in die Malkittel, dann ist es so weit: Die niederländischen Künstler Krista Burger und Kenneth Letsoin haben sich etwas Besonderes für sie ausgedacht. Sie haben eine Gruppe aus neun Fünftklässlern eingeladen, mit ihnen zu malen. „Wir legen Baumwolltücher aus und dann geht’s los“, sagt Krista Burger.

Krista Burger und Kenneth Letsoin laden häufiger Menschen ein, gemeinsam Kunst zu machen. Diesmal waren Isabella und Lukas dabei. Foto: Jennifer Heck/dpa
Das Projekt gehört zu einer großen Ausstellung, der Urban Art Biennale. Die findet im Bundesland Saarland in der Völklinger Hütte statt. Wo Isabella und Lukas an diesem Tag malen, stellten rund hundert Jahre lang Arbeiter Roheisen her, das zu Stahl weiterverarbeitet wurde.
Eine große Installation
„Wir machen eine große Installation, inspiriert aus diesem Raum“, sagt Krista Burger. „Das waren hier gigantische Öfen. Schaut euch um und malt, was euch interessiert!“ Hier ragen hohe schornsteinähnliche Türme in den Himmel, n der großen Halle laufen Gleise auf dem Boden entlang, unzählige Rohre kreuzen sich auf ihrem Verlauf. Die Völklinger Hütte ist das einzige vollständig erhaltene Eisenwerk der Welt. Sie ist ein Weltkulturerbe, also ein Denkmal, das für unsere Kultur eine besondere Bedeutung hat. Heutzutage kommen Besucher zu Führungen und Ausstellungen.
Isabella und Lukas schauen sich um, doch sie wissen nicht genau, was sie malen sollen. Krista Burger setzt sich zu ihnen. „Wie fängt man am besten mit dem Abmalen an?“, fragt sie. „Ich schau’ es mir an und versuche dann, es nachzumalen“, sagt Lukas. „Du weißt, wie es geht“, sagt die Künstlerin.
Ein Regenbogenfenster
Der Elfjährige entscheidet sich für ein Fenster. „Es besteht hauptsächlich aus Quadraten und Rechtecken und sieht trist aus und staubig“, sagt Lukas. Fünf bis zehn Minuten haben die Kinder Zeit für eine grobe Skizze mit dem Bleistift. Dann holen sie sich je ein Kästchen mit der Farbe ab, die sie gerade benutzen möchten.
„Ich will ein Regenbogenfenster malen“, sagt Lukas. „Das Fenster sieht so grau aus, ich möchte ein bisschen Farbe reinbringen.“ Isabella hat sich das Transportband ausgesucht und malt es mit roter und grüner Farbe nach.
In so einer Umgebung zu malen, das ist neu. Lukas staunt über die fertigen Kunstwerke, die schon in der Halle hängen. Alle Baumwolltücher mit den einzelnen Kunstwerken fügen die Künstler für die Ausstellung zu einem großen Gesamtwerk zusammen. So entstehen riesige Flächen mit Kunst. Die gigantischen Maschinenteile des alten Eisenwerks sollen aber auch weiterhin zu sehen bleiben.
Von Jennifer Heck (dpa)





