Proteste für die Demokratie

Proteste für die Demokratie
Teilnehmer einer Kundgebung für Demokratie. Foto: Thuya Zaw/ZUMA Wire/dpa


Vielleicht hast du in der vergangenen Zeit auch Bilder aus dem Land Myanmar in den Nachrichten gesehen. Dort gehen die Menschen seit Wochen auf die Straße und protestieren.

Sie machen das, um für eine Demokratie in ihrem Land zu kämpfen. Also für ein ähnliches System, wie es das bei uns in Deutschland gibt, wo die Bürger darüber mitentscheiden, wer ihr Land regiert. Myanmar ist in den vergangenen Jahren demokratischer geworden. Vor drei Wochen hat dort aber das Militär wieder gewaltsam die Macht an sich gerissen. Das macht die Menschen wütend.

Ein Foto des Oberbefehlshabers der burmesischen Armee, Min Aung Hlaing, wird aus Protest verbrannt. Foto: Kaung Zaw Hein/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Was ist in Myanmar los?

Myanmar ist ein Staat auf dem Kontinent Asien. Genauer gesagt liegt es in Südostasien. Weißt du, wo Indien und Thailand liegen? Diese beiden Länder grenzen an Myanmar. Du siehst das auf der Karte unten. In dem Land leben rund 54 Millionen Menschen. Die Hauptstadt heißt Naypyidaw.

Gerade protestieren die Menschen in Myanmar gegen eine Militärregierung. Die hat in der Nacht auf den 1. Februar einen so genannten Putsch durchgeführt. Das heißt: Bei einem Putsch wird oft mit Gewalt versucht, die bisherige Regierung zu stürzen. Und das ist auch in Myanmar passiert. Das Militär hat Politiker festgenommen und selber die Macht übernommen.

Eine Demonstrantin zeigt ein Plakat mit dem Bild der gewählten Regierungschefin San Suu Kyi. Foto: Uncredited/AP/dpa

Wieso hat das Militär das gemacht?

Im vergangenen November haben in Myanmar die Bürgerinnen und Bürger das Parlament gewählt. Die Partei der eigentlichen Regierungschefin Aung San Suu Kyi hatte mit großem Vorsprung gewonnen. Das Militär spricht aber von Betrug. Dafür gibt es allerdings keine Beweise.

Das Militär will nun ein Jahr lang selber regieren. Danach haben sie neue Wahlen versprochen. Viele Menschen zweifeln allerdings daran, ob es diese wirklich geben wird.

Was macht den Menschen Angst?

Die Wahlen im November waren in Myanmar etwas Besonderes. Es war erst die zweite freie Wahl.

Das Land wurde vorher lange alleine vom Militär regiert, einer so genannten Militärdiktatur. Dabei ging es ihnen vor allem um Macht und Geld. In dieser Zeit ging es vielen Menschen nicht gut. Deswegen hatten viele Menschen Hoffnung in die neue von ihnen gewählte Regierung.

Foto: Thuya Zaw/ZUMA Wire/dpa

Wie geht es weiter?

Die Menschen in Myanmar protestieren täglich in den größten Städten des Landes. Sie fordern, dass sich das Militär wieder an die Regeln der Demokratie hält. Das Militär hat die Proteste eigentlich verboten. Es geht deswegen gewaltsam gegen die Demonstrierenden vor. Viele Protest-Teilnehmer wurden verhaftet. Mehrere Demonstranten sind gestorben. Das Militär hatte sie angeschossen. Die Menschen in Myanmar lassen sich aber nicht abschrecken. Sie protestieren trotzdem weiter. Am Montag haben sie sogar zu einem besonders großen Streik aufgerufen. Es heißt, dass so viele Menschen seit dem Putsch noch nicht auf der Straße waren.

Ausländische Politiker kritisieren den Militärputsch. Auch die Europäische Union, zu der auch Deutschland gehört, bereitet Strafen für die Militärregierung vor, wenn sich die Situation nicht bald bessert.

Von Katharina Hensel