Organe spenden ist kompliziert

Organe spenden ist kompliziert
Wer nach seinem Tod Organe spenden mˆchte, kann einen Ausweis ausfüllen. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Manche Menschen spenden nach ihrem Tod ihre Organe. Damit sie kranken Menschen das Leben retten. Doch wie läuft so eine Organspende eigentlich ab? Wir haben nachgefragt.

In Krankenhäusern muss es häufig sehr schnell gehen. Das gilt besonders, wenn ein Mensch in Lebensgefahr ist. Zum Glück können Ärztinnen und Ärzte den Patienten oft helfen. Manchmal gibt es aber auch traurige Nachrichten und ein Mensch stirbt.

In solchen Boxen werden gespendete Organe transportiert. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Das passiert zum Beispiel manchmal nach schweren Unfällen. Dabei kann es zu einer besonderen Lage kommen: Das Gehirn des Menschen arbeitet zwar nicht mehr. Er ist also tot. Seine Organe können anderen Menschen aber noch das Leben retten. Der Mensch kann also seine Organe an einen Kranken spenden, etwa sein Herz oder seine Leber.

Am Mittwoch haben sich Politiker der deutschen Regierung mit dem Thema beschäftigt. Denn damit so eine Organspende klappt, muss vieles zusammenkommen. Erst mal muss klar sein, dass der Mensch wirklich tot ist. Um das festzustellen, kommen zwei Ärzte ins Krankenhaus. «Nicht zusammen, sondern unabhängig voneinander», erklärt die Ärztin Undine Gerlach.

Nun stellt sich die Frage: Wollte derjenige überhaupt, dass seine Organe gespendet werden? Wer das will, kann zum Beispiel schon vorher einen speziellen Ausweis ausfüllen. Gibt es so etwas nicht, fragen die Ärzte bei den Angehörigen des Verstorbenen nach.

Wenn alles geklärt ist, kommen Spezial-Ärzte in das Krankenhaus. Sie kennen sich damit aus, wie man Organe entnimmt und bei anderen Menschen einpflanzt. Nun muss alles wieder sehr schnell gehen. Denn nach dem Hirntod arbeiten die Organe nicht ewig weiter. «Für den Transport werden die Organe auf Eis gelegt», sagt Undine Gerlach.

Doch wer bekommt das Organ überhaupt? «Es gibt eine Warteliste für Menschen, die ein Organ benötigen», erklärt eine Expertin. Zum Beispiel, weil ihre Leber nicht mehr richtig arbeitet. Das neue Organ muss möglichst gut zu dem Empfänger passen. Nur dann kann es ihm vielleicht das Leben retten. (dpa)