Neue Abenteuer aus Lummerland

Neue Abenteuer aus Lummerland
Eine Insel mit zwei Bergen und einem Bahnhof: Das ist Lummerland! Foto: 2018 Warner Bros. Ent./dpa

Bestimmt kennst du Lummerland, die Insel mit zwei Bergen, Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer. Die Abenteuer rund um die beiden Hauptfiguren sind sehr beliebt. Am 1. Oktober kommt ein neuer Film mit den Geschichten in die Kinos. Aber über das Buch wird auch immer wieder gestritten. Autor Michael Ende hat es vor 60 Jahren geschrieben.

Das Kinderbuch «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» des Autors Michael Ende steht in einem Bücherregal. Foto: Marijan Murat/dpa

Warum gibt es Streit?

Einige Menschen sagen: In dem Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gibt es rassistische Stellen. Rassismus bedeutet, dass Merkmale von Menschen, wie die Hautfarbe oder der Nachname, mit bestimmten Eigenschaften verbunden werden. Egal, ob der Mensch diese Eigenschaften wirklich hat oder nicht. Oft sind das schlechte Eigenschaften, der Mensch wird also abgewertet. Auch in anderen Büchern und Filmen gibt es Stellen, über die gestritten wird.

Bei dem Streit über das Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ geht es vor allem um die Hauptfigur Jim, die schwarz ist. Denn als Jim in Lummerland ankommt, sagt ein Insel-Bewohner etwas über ihn, was eine Beleidigung für schwarze Menschen ist. Es wird in dem Buch nur einmal verwendet, doch das reicht schon aus, findet Karim Fereidooni. Er ist Rassismus-Forscher und meint, dass die Leser von Jim Knopf so lernen, dass es in Ordnung sei, schwarze Menschen zu beleidigen.

Jim Knopf in einer Szene des Films „Jim Knopf und die Wilde 13“. Foto: Joe Albas/Warner Bros./dpa

Was sind die Gegenargumente?

Außerdem wird die Darstellung von Jim kritisiert. Karim Fereidooni erklärt: „Schwarze Menschen werden oft als besonders fremd oder exotisch dargestellt. Dabei sollten sie einfach ganz normal vorkommen, wie alle anderen auch.“

Andere Menschen finden, dass die Geschichte um Jim Knopf nicht rassistisch sei. Michael Ende hat das Buch vor vielen Jahren geschrieben. Damals hätten die Menschen noch nicht so viel über die Verwendung dieser Wörter nachgedacht. Karim Fereidooni meint aber, dass sie schon immer eine Beleidigung waren.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer erleben auch im neuen Film ein Abenteuer. Foto: Joe Alblas/Warner Bros/dpa

Was wollen die Kritiker?

Anti-Rassismus-Trainerin Tupoka Ogette hat das Buch als Kind gelesen. „Ich habe Jim Knopf geliebt. Der Junge, der aussah wie ich und der der Held der Geschichte war“, schreibt sie in einem Aufsatz. Aber die Stelle, über die gestritten wird, hat auch sie gestört. Sie hat sie in ihrem Buch übermalt. Karim Fereidooni möchte, wie viele andere auch, dass der Verlag die Stelle aus den Büchern streicht oder umschreibt. Zu anderen Textabschnitten sollte es außerdem Erklärungen geben.

Der Verlag und andere Leute sind bisher dagegen. Eine Politikerin sagt: Man könne nicht im Nachhinein Dinge korrigieren, die vor 100 oder 200 Jahren entstanden seien. In dem Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ kommt die beleidigende Sprache aber  übrigens  nicht vor  – zum Glück!

Von Assata Frauhammer (dpa)