Streit mit den Rohingyas

Streit mit den Rohingyas
Aung San Suu Kyi ist Regierungschefin in dem Land Myanmar. Zu einem wichtigen Thema wollte sie sich lange nicht äußern - und hat es jetzt doch getan. (Foto: dpa)

Im Land Myanmar gibt es zurzeit heftigen Streit zwischen der Regierung und einer bestimmten Gruppe von Menschen: den Rohingya.

Die Rohingya sind eine Bevölkerungruppe, die schon lange in Myanmar lebt. Der Streit hat viel mit Religion zu tun. Denn die meisten Menschen in Myanmar sind Buddhisten. Die Rohingya hingegen sind Muslime. Eigentlich sollte das kein Problem sein. Aber die Rohingya fühlen sich von der Regierung schlecht behandelt – nur weil sie Muslime sind.

Regierung soll Rohingyas vertrieben haben

Angeblich hat eine Gruppe von Rohingyas Polizisten angegriffen und sie verletzt. Die Regierung hat daraufhin brutal zurückgeschlagen: Sie sollen Hunderte Rohingyas aus ihren Häusern vertrieben haben und sogar Hunderte Menschen getötet haben. Einfach nur weil sie Rohingyas sind. Experten von den Vereinten Nationen kritisieren die Regierung für dieses Vorgehen stark.

Die Chefin der Regierung in Myanmar heißt Aung San Suu Kyi. Sie wurde vor mehr als 25 Jahren ‎mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, weil sie sich in ihrem Land für Frieden eingesetzt hatte. Ihre Gegner sperrten sie deshalb sogar ein. Damals hieß Myanmar noch Birma.

Chefin drückte sich lange um Probleme

Heute gehört Aung San Suu Kyi zur Regierung. Mehr noch: Sie ist die Chefin der Regierung, ganz ähnlich wie Angela Merkel Chefin der Regierung in Deutschland ist. Sie hat also viel zu sagen. Doch sie hat sich zu dem Streit mit den Rohingyas lange nicht geäußert. Experten haben sie deswegen scharf kritisiert: Gerade als Friedensnobelpreisträgerin sollte sie mehr dafür tun, dass in ihrem Land tatsächlich Frieden für alle herrscht, finden sie.

Am Dienstag hat Aung San Suu Kyi endlich eine Rede gehalten, in der es um die Rohingyas ging. In dieser Rede verurteilte sie die Gewalt. „Alle von uns wollen Frieden und keinen Krieg“, sagte sie.

Viele Menschen waren dennoch enttäuscht von der Rede. Sie hatten gehofft, dass Aung San Suu Kyi sich noch deutlicher äußert und Mitgefühl zeigt.

Von ann (mit dpa)