Krumme Dinger
Die Freundinnen Emilie und Ronja essen gerne Bananen. Aber wo kommen Bananen eigentlich her und worauf kann man beim Kauf achten? Das erfahren die beiden in einem Projekt für Kinder.
Kittel, Masken und ein Haarnetz auf dem Kopf: So schlüpfen Ronja und Emilie in die Rolle von zwei Arbeiterinnen auf einer Bananen-Farm. Denn die Freundinnen wollen heute viel über das Obst lernen, das sie beide gerne mögen: Bananen. Deshalb machen sie bei einem Projekt in der Stadt Berlin mit.
Mit ihrer Liebe zu Bananen sind Ronja und Emilie nicht allein. Bananen gehören in Deutschland zum beliebtesten Obst. Im Durchschnitt isst jeder Mensch bei uns etwa zwölf Kilogramm Bananen im Jahr. Doch eher wenige Leute wissen, warum die Früchte krumm sind.
Deshalb wird diese Frage gleich zu Beginn geklärt: Eine Bananenstaude wird einige Meter hoch. Auch die Blüten sind groß und schwer und hängen deshalb nach unten. Aus den Blüten kommen die Bananen heraus und wachsen zuerst Richtung Boden. Da sie aber zum Reifen viel Sonne benötigen, biegen sie sich immer weiter nach oben und werden dabei schließlich krumm.
Ein langer Weg
Als Nächstes sprechen die Kinder über das, was jeder im Supermarkt sehen kann: Bananen kosten oft weniger als zum Beispiel Äpfel. Für die acht Jahre alte Emilie und die neunjährige Ronja unverständlich, denn sie wissen, dass Bananen von weit herkommen. „Die Bananen werden mit dem Flugzeug oder Schiff zu unseren Supermärkten gebracht. Das dauert ganz schön lange“, sagt Ronja. Genau so ist es, denn Bananen wachsen am besten in warmen Regionen in der Nähe des Äquators, zum Beispiel in Südamerika.
Warum sind manche Bananen also günstiger als einheimisches Obst? Das hat oft damit zu tun, wie die Bananen angebaut und geerntet werden. Die Arbeiterinnen und Arbeiter werden dabei nicht immer gerecht behandelt und bezahlt. Sogar Kinder müssen manchmal mithelfen. „Kinder müssten doch dann teurer bezahlt werden als Erwachsene“, findet Emilie. Doch stattdessen können die Kinder nicht zur Schule gehen und lernen. So wird es für sie schwer, jemals einen besser bezahlen Beruf zu finden.
Auf die Siegel achten
Hinzu kommt: Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben oft mit Pflanzenschutzmitteln zu tun. Diese Mittel schützen zwar die Bananen vor Krankheiten, enthalten aber giftige Stoffe und können Menschen und der Umwelt schaden.
Doch was können Menschen in Deutschland gegen all das tun? Auch darüber reden Ronja und Emilie heute. Helfen kann es, auf die verschiedenen Siegel zu achten, die auf einigen Bananen kleben. Das grüne EU-Bio-Siegel mit den weißen Sternen zum Beispiel zeigt an:
Beim Anbau dieser Bananen waren bestimmte Pflanzenschutzmittel verboten. Das runde, grün-schwarze Logo von Fair Trade bedeutet: Es wird außerdem streng auf die Arbeitsbedingungen geachtet.
Von Tonja von Thaden (dpa)





