Super langes Instrument
Zora lernt ein Instrument, das viel zu groß für ihr Zimmer ist: das Alphorn. Es ist besonders in ihrer Heimat weit verbreitet.
„Als ich zum ersten Mal ein Alphorn gesehen und gehört habe, wusste ich: Dieses Instrument möchte ich spielen lernen.“ Wenn Zora über ihr Hobby spricht, kann man die Begeisterung in ihrer Stimme hören. Zora ist zwölf Jahre alt und lebt in unserem Nachbarland Schweiz. Das Alphorn verbinden viele Menschen mit Zoras Heimatland. Es wird aber auch in Österreich und im Süden von Deutschland häufiger gespielt.
Das vordere Ende eines Alphorns sieht aus wie ein Trichter. Aus dem Loch des Trichters kommt der Ton. Am anderen Ende ist das Alphorn sehr schmal. Hier wird das Mundstück angesetzt.
Das Alphorn hat keine Tasten oder Löcher wie eine Flöte. Ohne das Mundstück ist dem langen Instrument kein Ton zu entlocken. Zora macht dafür in einem Verein mit, der Alphornvereinigung. Präsident Beat Hunziker sagt: „Manche Menschen glauben, man braucht viel Luft, um dieses große Instrument zu spielen. Das stimmt aber nicht. Die Luft ist ja bereits in dem langen Rohr des Alphorns.“
Langes Alphorn, tiefe Töne
Je länger das Alphorn ist, umso tiefer sind die Töne, die man darauf spielen kann. In der Schweiz werden Alphörner meist etwa dreieinhalb Meter lang gebaut. Um die Luft zum Klingen zu bringen, musst man sie in Schwingung versetzen.
Und das macht man mit den Lippen. Beim Spielen muss Zora ihre Lippen auf besondere Weise anspannen und zum Vibrieren bringen. Versuch doch mal, das Brummgeräusch eines Autos mit dem Mund nachzumachen. Das funktioniert so ähnlich. Weil diese Technik genutzt wird, um Töne zu erzeugen, zählt das Alphorn zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es fast nur aus Holz besteht. „Wer bereits ein Blechblasinstrument spielen kann, hat es auch bei dem Alphorn leicht“, sagt Beat Hunziker.
Alphornmusik kann man sehr weit hören
Zora konnte noch kein Instrument spielen, als sie mit dem Alphorn begann. Trotzdem fiel es ihr leicht, die Technik zu lernen. Wenn sie auf ihrem Alphorn spielen will, braucht sie viel Platz. „Zum Glück haben wir ein großes Zimmer, in dem das Alphorn Platz hat. Ich spiele nicht so gern im Garten. Nur wenn ich mir sicher bin, dass ich das Lied gut kann.“ Denn Alphornmusik kann man sehr weit hören. Bis zu 15 Kilometer können die Töne hörbar sein, weshalb das Alphorn früher vor allem von Almhirten genutzt wurde.
Heute gibt es viele schöne Musikstücke, die sich mit dem Alphorn spielen lassen. „Mein Lieblingsstück heißt ‘Der erste Ruf ins Tal’“, erzählt Zora. „Es ist nicht lang und nicht schwierig, aber ich finde, es klingt sehr schön.“
Von Mariana Friedrich (dpa)





