Hunger auf Gestein

Hunger auf Gestein
Das ist Suse, die Tunnelbohrmaschine. (Bild: dpa)

Die Röhre führt einige Hundert Meter tief hinein in den Berg. Es wird immer dunkler. Nur ein paar Scheinwerfer leuchten noch. Motoren dröhnen. Arbeiter sind zu sehen. Sie tragen Bauhelme auf dem Kopf, schwere Stiefel und knallorangene Arbeitsanzüge. Schließlich ist das Ziel erreicht: Wir sind ganz vorne, bei Suse. So heißt die Tunnel-Bohrmaschine.

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Der Eingang zu Suse (Bild: dpa)

Suse ist die Abkürzung für: „Stuttgart-Ulm schneller erreicht“. Denn Suse bohrt gerade am Rand der Stadt Stuttgart einen langen Tunnel in die Erde. Stuttgart liegt im Bundesland Baden-Württemberg. Wenn der Tunnel fertig ist, wird er fast zehn Kilometer lang sein. In Zukunft sollen dort ICE-Züge durchflitzen.

Suse ist 120 Meter lang. Sie ist so etwas wie eine riesige, fahrbare Fabrik, in der viele Menschen arbeiten. Auf der Maschine ist alles untergebracht, was Tunnelbauer brauchen: Werkzeug, Kabel, Lüfter für die Frischluft und vieles mehr. Ähnlich wie bei einem Schiff gibt es mehrere Decks: das Oberdeck, das Mitteldeck und das Unterdeck.

Suse schneidet sich in den Stein

Eine Maschine wie Suse bohre sich dabei aber nicht wirklich in den Berg, sagt Robert Pechhacker. Er ist einer der Chefs der Baustelle. Es gibt keinen spitzen Bohrer, wie bei einer Bohrmaschine. Stattdessen ist da ein riesiges, flaches Schneidrad. Es ist fast elf Meter groß und dreht sich in das Gestein. Auf der Scheibe sitzen alle möglichen Werkzeuge. Zum Beispiel Meißel und Schneiderollen. Sie zerschneiden und zerstückeln das Gestein. „Das Schneidrad wird fest in den Berg gedrückt“, verrät Robert Pechhacker.

Doch die Tunnelbauer können das Gestein, das vor ihnen liegt, gar nicht sehen. Welches Gestein Suse gerade herausholt, erkennen sie nur auf dem Förderband. Denn nachdem das Schneidrad das Gestein herausgeschnitten hat, bringen es die Förderbände durch Suse und nach draußen.

Daran kann der Fahrer der Maschine aber jede Menge ablesen: Liegt zu viel Gestein auf dem Band, muss er langsamer bohren. Liegt zu wenig darauf, muss er etwas Gas geben. Manchmal muss der Fahrer rechts ein bisschen mehr Druck machen. Und später ist es vielleicht genau andersherum. Das ist von Gestein zu Gestein unterschiedlich. „Man braucht ein Gefühl für den Berg“, sagt der Fachmann.

Von dpa