Herr Lenin kehrt heim

Herr Lenin kehrt heim
Der Politiker Lenin und seine Frau sitzen an einem Tisch. Foto: UPI/A0001_UPI/dpa

Vor 100 Jahren starb Wladimir Iljitsch Lenin. Mit seinen politischen Ideen veränderte er die Welt. Um seine Ziele zu erreichen, wandte er auch Gewalt an.

Ein Zug fährt durch Deutschland. An sich wäre das nichts Ungewöhnliches. Doch es ist April 1917 und in Europa tobt noch der Erste Weltkrieg. Da fährt man also nicht einfach mal so quer durch das Land. Auch der Passagier, der im Zug sitzt, ist ungewöhnlich. Es ist ein Politiker. Sein Name: Wladimir Iljitsch Lenin. Genannt wird er meist nur Lenin.

Wladimir Iljitsch Lenin war Anführer einer Aktion gegen die Regierung in Russland. Vor 100 Jahren starb er. Foto: -/dpa

Wegen seiner politischen Ideen hatte er sein Heimatland verlassen müssen. Zuletzt lebte er in der Schweiz. Von dort macht sich Lenin auf den Weg zurück in seine Heimat, nach Russland. Und diese Reise sollte die Welt verändern.

In Russland war kurz zuvor eine Revolution ausgebrochen. Das bedeutet, es kam zu einem gewaltsamen Umsturz der Regierung. Der russische Herrscher, der sogenannte Zar, war abgesetzt worden. An seiner Stelle herrschte jetzt eine neue Regierung. Doch mit deren Ideen war Lenin nicht einverstanden. Er wollte das Land auf seine eigene Art umgestalten.

Weder reich noch arm

Lenin gehörte dem Kommunismus an. Er glaubte: Alle für den Lebensunterhalt wichtigen Dinge wie Fabriken, Äcker und Felder sollten allen Menschen gemeinsam gehören. Es sollte weder arme noch reiche Leute geben. Stattdessen sollten alle gleich viel besitzen. Dadurch würde es keine Armut mehr geben, niemand müsste hungern und alle könnten sich eine Wohnung leisten – so zumindest die Idee.

Einige Kommunisten meinten: Die armen Leute sollten sich selbst zusammenschließen und diese Veränderung aus eigener Kraft erreichen. Lenin sah das etwas anders. Er war davon überzeugt, dass die Menschen dafür eine Gruppe bräuchten, die sie anführt. Diese Anführer-Gruppe sollten Lenin und seine Leute sein. Sie nannten sich Bolschewiki. Um seine Ideen durchzusetzen, war Lenin jedes Mittel recht, auch Gewalt.

An vielen Orten erinnern Statuen an den umstrittenen Politiker Wladimir Iljitsch Lenin. Diese steht zum Beispiel in Deutschland. Foto: Caroline Seidel/dpa

Mit seinen Leuten setze er die Regierung ab und versuchte die Macht im Land zu übernehmen. Andere Parteien wurden verboten. Politische Gegner wurden unterdrückt, weggesperrt oder umgebracht. Es gab jedoch erbitterten Widerstand und so kam es in Russland zu einem blutigen Bürgerkrieg. Sehr viele Menschen verloren dabei ihr Leben. Fachleute schätzen, dass es mehrere Millionen Menschen waren.

Gründung der Sowjetunion

Am Ende setzten sich Lenin und die Bolschewiki durch. 1922 wurde die Sowjetunion gegründet. Das war ein Zusammenschluss verschiedener Staaten. Russland und einige Nachbarländer gehörten dazu. Das waren zum Beispiel die Ukraine und Belarus. So entstand das größte Land der Welt. Es reichte von einer Region an der Ostsee bis nach Asien. Seit mehr als 30 Jahren existiert dieses Land aber nicht mehr.

Lenin war damals an der Gründung dieses Riesen-Staats beteiligt. Zu dieser Zeit war er jedoch bereits schwer krank. Kurz darauf starb er. Das ist nun schon 100 Jahre her. Bis heute verehren manche Menschen aber immer noch seine Politik. Unter den meisten ist sie wegen der vielen Gewalt aber umstritten.

Von Stefanie Paul (dpa)