Freunde fürs Leben

Freunde fürs Leben
Mit besten Freunden traut man sich auch den ein oder anderen Sprung ins kalte Wasser! (Bild: Fotolia)

Zum Internationalen Tag der Freundschaft am 30. Juli widmen auch wir uns einem der schönsten Dinge im Leben: Beste Freunde – und stellen dir sechs berühmte Paare aus Film, Fernsehen und Literatur vor.

Ich kann mich noch genau  daran erinnern, wie und wo ich sie das erste Mal traf. Meine Freundin Anette. Ich war fünf,  heimlich von zu Hause ausgebüxt – um den Inhalt meines Sparschweins in Cola-Fläschchen umzusetzen.  Vor dem Tante-Emma-Laden stand sie: Streifen-T-Shirt, Latzhose,   Rapposchnitt – und Cola-Fläschchen zwischen den Zähnen. Ein Abziehbild meiner selbst. Zufällig trafen wir uns ein Jahr später wieder. Auf derselben Schulbank. Noch in diesem Schuljahr brach sich Anette beim Skifahren das Bein. Ich besuchte sie Tag für Tag,  um ihr unsere Hausaufgaben zu bringen – wochenlang. Ab da waren wir unzertrennlich. Hörten die gleiche Musik, lasen die gleichen  Bücher, machten den gleichen  Sport. Bis  ich in der  vierten  Klasse die  Schule und damit meine Heimat wechseln musste – 300 Kilometer entfernt von Anette.  Auch heute, viele, viele Jahre später,  trennen uns  Hunderte Kilometer – wir haben inzwischen andere Interessen und führen ein unterschiedliches Leben. Doch Freundinnen sind wir  immer noch.

Freunde sind wie Großcousins

Forscher aus den USA haben jetzt eine Erklärung dafür, wie es kommt, dass  Freundschaften entstehen – und halten, auch wenn die Interessen ganz andere sind. Lieblingsfreunde, sagen die Experten, haben nämlich ähnliche Gene. Das sind die Träger von Erbinformationen, die sich in jeder unserer  Zellen befinden. Damit sind sich Freunde so ähnlich wie Cousins vierten Grades, also so als hätten sie die gleichen Ur-Ur-Großeltern. Herausgefunden haben die Forscher das, indem sie das Erbgut von 2000 Leuten untersuchten.  Sie verglichen die Übereinstimmung der Gene von Freunden mit der von Fremden. Die Wissenschaftler konnten danach sogar blind,  nur anhand der Gene,   sagen, ob zwei Menschen befreundet sind oder nicht.

Freunde können sich gut riechen

Besonders ähnlich sind sich Freunde bei den Genen, die für den Geruchssinn zuständig sind. Das kann daran liegen, dass Menschen mit ähnlichem Geruchssinn sich in den gleichen  Umgebungen wohl fühlen. Dort treffen sie dann aufeinander und freunden sich an. Zum Beispiel vor dem Tante-Emma-Laden, im Reitstall oder auf dem Bolzplatz.

Freunde sind die beste Medizin

Die Forscher haben  auch das Gegenteil entdeckt, nämlich Gene, die  bei Freunden  besonders unterschiedlich sind: Immungene. Die sind dafür verantwortlich, dass unser Abwehrsystem gut funktioniert. Dass wir also nicht so schnell krank werden. Wenn Freunde für jeweils andere Krankheitserreger anfällig sind, ist das  praktisch. Dann stecken sie sich viel seltener  gegenseitig  an.

Wissenswertes über Freundschaft

Rund drei Viertel der Deutschen, genauer: 73 Prozent, haben einen besten Freund oder eine beste Freundin, auf die sie sich immer verlassen, denen sie absolut vertrauen können – mindestens  für  24 Jahre. So lange halten Freundschaften einer Studie zufolge durchschnittlich. Und was macht eine gute Freundschaft aus? Sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, sagen  88 Prozent, immer ehrlich und offen zueinander sein zu können, finden 77 Prozent der Befragten wichtig.

Von Caroline Kron

Berühnte Freunde

1. Ernie und Bert

Ernie und BertEs sind die berühmtesten Helden der Sesamstraße. Sie wohnen zusammen und sind ziemlich beste Kumpel; ein Paar, wie es unterschiedlicher nicht sein könnte. Ernie ist der Spitzbube, ein bisschen naiv und kindlich – mit enormer Fantasie und einem Hang zu nervigen Dingen. Sein Markenzeichen: Ein kehliges Kichern und sein Quietscheentchen. Sein Freund Bert ist streng, korrekt und recht erwachsen – manchmal sogar ein bisschen langweilig. Die beiden ergänzen sich primat!

 

 

 

2. Dick & Doof

digas-100488456_MDS-KSTA-2003-06-21-tv1-1aNiemand kratzt sich so oft und so ulkig am Kopf wie Stan Laurel, besser bekannt als „Doof“. Und kaum einer guckt so witzig verzweifelt in die Kamera wie sein Freund Oliver Hardy, der in den TV-Filmen „Dick und Doof“ oder „Stan und Laurel“ den „Dick“ spielt. Zum Brüllen komisch sind die zwei, die sich eigentlich nur in ihrem Körperumfang unterscheiden – denn ein bisschen doof sind sie beide. Oder besser: chaotisch. Das Komiker-Duo verzweifelt ständig an eigentlich lösbaren Aufgaben – permanent geht etwas zu Bruch. Witziger kann ein Freundepaar nicht scheitern!

 

 

 

 

3. Jim Knopf und Lukas

digas-99841749_MDS-KSTA-2001-07-30-alt_vm1b „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende gehört zu den beliebtesten und damit auch erfolgreichsten deutschen Kinderbüchern. Darin geht es um den Waisenjungen Jim Knopf, der per Post nach Lummerland kommt. Dort macht er später eine Lokomotivführerlehre bei Lukas, der sein bester Freund wird. Weißt du woher Jim seine Namen hat? „Knopf“ heißt er, weil seine Pflegemutter Frau Waas auf sein nicht zu stopfendes Loch in der Hose voller Verzweiflung einen Knopf nähte, damit Jim es einfach auf- und zuknöpfen kann. Seinen Vornamen hat Lukas ihm gegeben, weil er findet, dass der Junge „einfach so aussieht“. Das Buch zeigt: Freundschaften könne zwischen den unterschiedlicshten Menschen entstehen – egal ob jung oder alt, dunkelhäutig oder bleich, groß oder klein, dick oder dünn!

 

 

 

 

 

4. Goethe und Schiller

Deutschland: Thüringen - Weimar„Schiller war mir anfangs verhasst“, schreib Johann Wolfgang von Goethe später einmal. Man kann also sagen, dass es keine Liebe auf den ersten Blick war, die die beiden großen deutschen Dichter zusammenführte. Doch die Freundschaft, die daraus entstand wird häufig als die produktivste bezeichnet, die es in der Literaturgeschichte jemals gegeben hat. Ihre Dichterfreundschaft begann mit einem Gespräch über die Urpflanze. Es folgten eifrige Briefwechsel, gemeinsame  Werke und gegenseitige Bewunderung. Für Friedrich Schiller war Goethe das größte literarische Genie seiner Epoche – und umgekehrt. Goethe faszinierte es, dass der wesentlich jüngere Friedrich der einzige Dichter war, der seine eigene Auffassung von Kunst und Literatur begriff.

 

 

 

 

 

5. Harry Potter und Ron Weasley

WATSON RADCLIFFE GRINTRonald Bilius Weasley, Ron genannt, ist der beste Freund von Harry Potter und gehört wie er in Hogwarts dem Haus Gryffindor an. Die beiden sind unzertrennlich – trotz aller großen und kleinen Streitereien und Differenzen, die zu einer Freundschaft eben auch gehören. Eifersucht zum Beispiel – weil der andere sich in das selbe Mädchen verliebt hat oder der eine mehr im Rampenlicht steht als der andere. Immer wieder trennen sich die beiden, immer wieder kommen sie zusammen. Wie wahre Freunde das meist tun, können sie sich gegenseitig gut verzeihen.

 

 

Asterix & Obelix

digas-118722654_MDS-KSTA-2013-10-17-8778156.71-60462366Ihre Freudschaft war so spannend, dass 35 Bücher daraus entstanden sind: Asterix und Obelix von dem französischen Autor René Goscinny und Zeichner Albert Udzero. „Asterix und Obelix“ gehört zudem zu den wenigen Comics, die im Schulunterricht, vor allem in den Fremdsprachen gelesen werden. verwendet werden. Ihre Abenteuer spielen alle im Jahr 50 vor Christi Geburt in Gallien, dem heutigen Frankreich. Asterix und die übrigen Dorfbewohner haben durch einen Zaubertrank übermenschliche Kräfte und können damit der römischen Armee widerstehen. Asterix, von Beruf Krieger, ist klein und schmächtig, aber besonders clever. Ganz anders als sein im wahrsten Sinne des Wortes dickster Freund Obelix. Der ist riesig und stark, aber ein bisschen schlicht gestrickt. Und sehr empfindlich!