Ein Schirm über unserer Erde – die Ozonschicht

Ein Schirm über unserer Erde – die Ozonschicht
Foto: Caroline Seidel

Die Erde ist von einer unsichtbaren Schicht umgeben: der Ozonschicht. Foto: EPA/NASA

Wenn du nach oben in den Himmel schaust, siehst du Wolken, Flugzeuge und nachts die Sterne. Da oben ist aber noch etwas, das du gar nicht sehen kannst – es ist nämlich durchsichtig.

Ahnst du, worum es geht? Die Rede ist von der Ozonschicht. Aber was ist das eigentlich genau? Und warum gibt es jedes Jahr am 16. September einen ganzen Tag, der an den Schutz der Ozonschicht erinnert?

Was ist die Ozonschicht?

Aber von vorne: Ozon ist ein Gas. Es ist wie der Sauerstoff, den du einatmest, aber viel, viel konzentrierter. Auf der Erde würde dir Ozon also nichts nützen, es kann dich sogar krank machen – aber in 15 bis 50 Kilometern über der Erde wirkt Ozon wie ein Schutzschild. Es „schluckt“ einen Großteil des ultraviolettes Lichts – also kurzwellige Sonnenstrahlen, die für uns schädlich sein können.

Und zum Glück gibt es dieses Schutzschirm: Denn die Strahlen können nicht nur dein Immunsystem verschlechtern und Sonnenbrand verursachen, sondern im schlimmsten Fall auch Hautkrebs. Die Ozonschicht ist also sehr wichtig für uns: Es ist sozusagen für die Erde das, was für deine Haut die Sonnencreme ist.

Was ist ein Ozonloch?

Jetzt denkst du vielleicht: Wenn es doch die Ozonschicht gibt, wieso muss ich meine Haut dann trotzdem im Sommer noch mit Creme vor der Sonne schützen? Ein Grund ist: Ende der 1950er Jahre stellten die Menschen fest, dass die Ozonschicht besonders über der Südhalbkugel – also unter anderem über den Kontinenten Australien, Antarktis und Teilen von Südamerika – sehr dünn geworden war. So eine besonders starke Ausdünnung der Ozonschicht nennt man auch „Ozonloch“.

Der Kühlschrank Foron DKK H 135, der weltweit erste Kühlschrank der ohne FCKW- und FKW lief. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Was ist das Montrealer Protokoll?

Damals gab es aber noch nicht so gute Messgeräte. Wie ernst die Lage war, begriffen die Menschen erst 1985. Denn sie waren den gefährlichen Strahlen von der Sonne ausgesetzt! Dass die Ozonschicht so dünn geworden war, lag unter anderem an den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW). Puh, ein ganz schön langer Name! Diese gefährlichen Stoffe waren zum Beispiel in Spraydosen und Feuerlöschern enthalten. Und dann musste alles sehr schnell gehen: Am 16. September 1987, also heute vor 32 Jahren, vereinbarten 24 Staaten und die Europäische Gemeinschaft einen Vertrag – das sogenannte „Montrealer Protokoll“. In dem wurde streng geregelt, welche Stoffe auf keinen Fall mehr in die Erdatmosphäre entweichen dürfen, um die verbliebene Ozonschicht nicht noch weiter zu gefährden. Stoffe wie FCKW wurden also dank des Montrealer Protokolls verboten oder stark eingeschränkt.

Das Ozonloch (lila und blau) über der Antarktis im Jahr 2013. Foto: NASA’s Goddard Space Flight Center

Und wie geht es der Ozonschicht heute?

Gut, dass die Menschen damals dafür gesorgt haben, dass die Ozonschicht besser geschützt wird. Denn: Seitdem Stoffe wie FCKW verboten wurden, ist die Ozonschicht wieder dicker geworden. Der Ausstoß schädlicher Stoffe soll um 90 Prozent gesunken sein. Aber: Der Schutzschirm über der Erde erholt sich nur sehr, sehr langsam. Forscher glauben, es dauert noch bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts, bis die Ozonschicht uns wieder besser vor der Strahlung schützt. Und: Natürlich müssen wir Menschen alle darauf achten, dass die Ozonschicht nicht erneut gefährdet wird. Denn auch der Klimawandel und die damit steigenden Temperaturen auf unserer Erde tragen zum Abbau von Ozon bei. Umso wichtiger, dass jedes Jahr am 16. September an die wichtige Ozonschicht gedacht wird!

Von Elisa Sobkowiak