Hey Mister Lollipop!

Hey Mister Lollipop!
Der Lollipop-Mann (Verkehrshelfer) Joe Byrne vor einer Schule in London. Foto: Christoph Meyer/dpa

Schau mal dahinten, ein Lollipop-Mann! In seiner knallgelben Jacke ist er schon von Weitem zu sehen.

Wichtiger ist aber die riesige Warnkelle, die der Mann in der Hand hält: ein Stiel mit einem großen runden Schild. Das erinnert ein wenig an einen überdimensionalen Lutscher oder Lollipop, findest du nicht? Deswegen wird er auch so genannt. Aber was genau hat der Mann damit vor?

Das tun Lollipop-Menschen

Dieser Mann (Bild) heißt Joe Byrne – und falls du wegen seines Titels „Lollipop-Mann“ denkst, er verkauft Süßigkeiten, dann liegst du falsch. In Wahrheit ist er Schülerlotse in Großbritannien. Er achtet darauf, dass Kinder auf ihrem Weg zur Schule ohne Gefahr über die Straße kommen. Lollipop-Mann ist natürlich nicht der echte Name für diesen Job. Aber die Kinder mögen den Namen und ihre Lollipop-Männer und -Frauen. Denn die passen bei jedem Wetter vor den Schulen auf. Egal ob es regnet, hagelt oder schneit!

Joe Byrne passt als Lollipop-Mann vor der Schule auf, dass alle sicher über die Straße kommen. Foto: Christoph Meyer/dpa

Autofahrer müssen warten

Joe Byrne ist für die Sicherheit der Kinder der Alexander McLeod Grundschule in London zuständig – sein Arbeitsplatz ist also direkt auf den Straßen der Hauptstadt von Großbritannien. Der Lollipop-Mann freut sich, wenn ihm die Kinder mit einem Lächeln „Guten Morgen, Joe!“ zurufen. Oder besser „Good Morning, Joe!“, weil ja alle dort Englisch sprechen. Dann geht er zur Mitte der Straße, stellt sich breitbeinig auf und zeigt den Autofahrern an: Sie müssen warten, bis die Gruppe Schüler die Straße überquert hat und auf der anderen Seite angekommen ist.

Immer weniger Lotsen

Reporter berichten, dass es nicht mehr so viele Lollipop-Schülerlotsen geben soll wie früher. Viele Städte haben nicht mehr genug Geld, um sie zu bezahlen. Andererseits bringen aber mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, erzählt eine Mitarbeiterin der Stadt. Das sei gefährlich, wenn sie zum Beispiel die Sicht für andere behindern, weil sie zu nah am Schuleingang parken. Deshalb ist die Arbeit der Lollipop-Leute umso wichtiger, weil sie den Überblick in dem ganzen Verkehrs-Chaos behalten. Übrigens: Auch in Deutschland gibt es Schülerlotsen. Laut der Deutschen Verkehrswacht gibt es bundesweit etwa 50 000 von ihnen! Vielleicht ja auch vor deiner Schule?

Zur richtigen Zeit vor Ort

Joe Byrne macht seine Arbeit jedenfalls gerne: „Ich hab einen sehr guten Grund, morgens aufzustehen“, sagt er. Das eine oder andere Mal konnte er gerade noch ein Kind festhalten, das ansonsten womöglich vor ein Auto gerannt wäre. Ärgern würde sich Joe Byrne über Kinder nie. Es seien meistens die Erwachsenen, die dafür verantwortlich sind, wenn es gefährlich wird, sagt er. Eigentlich müsste Herr Byrne nicht mehr arbeiten, denn er ist schon 75 Jahre alt. Wenn man ihn fragt, wie lange er noch Lotse bleiben möchte, macht er Witze. Am liebsten würde er als Lollipop-Mann auf der Straße eines Tages tot umfallen, sagt er. „Als ich das einigen Eltern erzählt habe, meinten sie: Ich solle sie aber bitte noch vorher über die Straße lassen“, erzählt er und lacht. Natürlich ist das nur Spaß!

Von Christoph Meyer (dpa/ sob)