Was bitteschön ist Bubble-Fußball?

Was bitteschön ist Bubble-Fußball?
Ja, wo laufen sie denn? Bubble-Fußball ist eine ziemlich verrückte Sportart. (Bild: dpa)

Rempeln, schubsen, umrennen: Das alles ist beim Bubble-Fußball erlaubt. Bei dieser Sportart stecken die Spieler in Bällen aus Plastik. Die neunjährige Theresa hat den Sport ausprobiert. Sie erzählt davon – wir wir berichten, wo diese verrückte Sportart herkommt.

„Was ist das denn?“, fragt Theresa und drängelt sich an ihrem kleinen Bruder vorbei. So kann sie besser sehen. Sollen das etwa riesige Seifenblasen sein? Oder Monster-Flummis? „Ne, da schauen ja Füße unten raus“, sagt sie. Als Theresa genauer hinguckt, sieht sie: Da stecken Kinder in den Kugeln. „Das will ich auch machen“, ruft die Neunjährige. Und weg ist sie.
Theresa flitzt über die Wiese in der Stadt Regensburg in Bayern. Die Kugeln gehören zu einer ungewöhnlichen Sportart: Bubble-Football (gesprochen: babbel-futtbol). Bubble ist englisch und bedeutet etwa Blase oder auch Seifenblase.Bubble-Football ist eine lustige Sportart für Mannschaften, bei der Rempeln und Schubsen erlaubt sind. Die Seifenblasen heißen Bumperz. Sie sind aus Plastik und werden vor dem Spiel aufgeblasen. Ziel ist es, den Fußball ins gegnerische Tor zu schießen.
Aber so weit ist Theresa noch nicht. Erst mal muss sie es irgendwie in diese durchsichtige Kugel schaffen. Sie kriecht kopfüber hinein, biegt sich nach rechts, verrenkt sich nach links und fällt um. „Puh, das ist gar nicht so leicht“, hört man sie leise aus der Kugel sagen. Dann hat sie es raus: Innen sind zwei Träger. Da muss sie hineinschlüpfen, genauso wie bei einem Rucksack. Vor ihrer Brust sind außerdem zwei Griffe. An denen kann sie sich festhalten.
So, jetzt sitzt das Ding. Theresa marschiert los – ganz langsam. Dann lässt sie sich einfach mal nach hinten fallen. Ihre Beine fliegen hoch, als die Seifenblase den Boden berührt. „Aahh“, ruft sie laut. „Und wie komme ich jetzt wieder hoch?“
Wie ein Käfer liegt Theresa auf dem Rücken und zappelt mit den Füßen. Das sieht lustig aus und ist anscheinend genau richtig. Denn so schaukelt sie sich wieder hoch und kommt auf die Beine. Sie kichert und nimmt Anlauf.
„Achtung, ich ramme“, warnt sie einen Mitspieler. Und schon sind die beiden zusammengestoßen. Die Kugeln prallen voneinander ab und die beiden landen wieder im Gras. Anders als bei normalen Zusammenstößen tut das in den Bumperz aber nicht weh.
Nach ein paar Minuten ist Theresa außer Atem. Ein Tor geschossen hat sie nicht. Am Anfang sind Laufen, Fallen und Rammen genug. Allein das Rennen in den Bällen ist ziemlich anstrengend. „Man kriegt nicht so viel frische Luft da drin“, keucht sie und kriecht aus dem Bumperz raus. Beim Rauskriechen holt sie sich einen Kratzer an der Augenbraue. Begeistert ist sie trotzdem: „Das hat echt Spaß gemacht!“

Die Regeln – So geht Seifenblasen-Fußball

Kindergrafik:Bubble-Fußball (ai-eps)Jedes Spiel beginnt mit der Begrüßung. Weil sich die Spieler nicht die Hände geben können, tippen sie sich mit ihren Kugeln an. Ein Spiel dauert normalerweise zehn Minuten. Eine zweite Halbzeit gibt es nicht. Wer in den zehn Minuten die meisten Tore schießt, hat gewonnen. Jede Mannschaft kann selbst entscheiden, ob jemand ständig das Tor bewacht – oder ob jeder alles machen darf: Torwart, Stürmer und Verteidiger.
In jeder Mannschaft sind vier Spieler. Sie dürfen ihre Gegner umrennen, anrempeln und wegstoßen. Das Rammen von hinten ist allerdings verboten! „Weil man dann nicht sieht, dass man gerammt wird“, erklärt Tobias Schweigert. Er gehört zum Verband für Bubble-Fußball in Deutschland. „Dem Körper fehlt dann die richtige Spannung und man könnte sich wehtun, weil man komisch hinfällt.“
Wer dem Gegenspieler ein Bein stellt oder einen Mitspieler rammt, der auf dem Boden liegt, bekommt eine gelbe Karte. Wer mehrmals foult, muss für ein paar Minuten aussetzen. Rote Karten gibt es auch. „Ich wüsste aber nicht, dass das schon mal vorgekommen ist“, sagt Tobias Schweigert und lacht

Wo gibt es schon Mannschaften in Deutschland?

Ein super Fußballer muss man bei dieser Sportart nicht sein. Beim Bubble-Fußball gibt es nämlich auch eine Hobby-Liga. Da machen vor allem Leute mit, die sonst nicht so oft auf dem Fußball-Platz stehen. Die Besten in dieser Liga kommen aus Bayern. Genauer gesagt aus der Stadt Straubing. Schon der Name der Mannschaft klingt lustig: 1. FC Haudaneben. Im letzten Jahr gewannen die Spieler die Deutsche Meisterschaft. „Wir hatten die Rambo-Taktik. Erst alles wegräumen und dann den Ball spielen“, erzählt Maximilian Rüb, einer der Spieler. „Wir werden auch dieses Jahr wieder den Titel holen.“
Im November findet die Meisterschaft zum zweiten Mal statt. In einigen Städten haben sich schon Mannschaften gegründet: zum Beispiel in Bremen, Bielefeld und Stuttgart. In zwei Jahren soll es sogar eine richtige Weltmeisterschaft geben.

Woher stammt die Sportart?

Bubble-Fußball kommt aus Skandinavien. Das liegt in Nordeuropa. Dort wurde das Fußballspielen im Plastikball erfunden. Vor zwei Jahren entdeckten ein paar Deutsche die neue Sportart in dem Land Dänemark. Und brachten sie auch nach Deutschland.
Auch andere lustige Wettkämpfe kommen aus dem Norden Europas. In Finnland zum Beispiel spielen manche Leute Fußball im Schlamm. Auch das gibt es mittlerweile in Deutschland. Für einen anderen Wettbewerb müssen die Menschen raus in die Kälte: die Europameisterschaft in der Schneeballschlacht

Wo kann man Siefenblasen-Fußball spielen?

Die Kugeln beim Bubble-Fußball sind ziemlich teuer. Eine kostet mehrere Hundert Euro. Deshalb leihen sich viele Leute die Bumperz, so nennt man die Kugeln auch, aus. Auch das ist nicht gerade billig. Für eine Kugel bezahlt man um die 50 Euro pro Tag. Manchmal kann man die Sportart aber auch umsonst ausprobieren: zum Beispiel auf größeren Stadtfesten.
Es gibt in Deutschland auch einige besondere Sporthallen, die die großen Seifenblasen aus Plastik haben. Eine liegt zum Beispiel in Heusenstamm im Bundesland Hessen, eine andere in Regensburg in Bayern. Auch in anderen Städten soll es bald möglich sein, Bubble-Fußball zu spielen.

Von dpa