Auf der Internetseite „YouNow“ können alle zugucken

Auf YouNow kann man Filmchen von anderen Leuten anschauen. (Foto: dpa)
Auf YouNow kann man Filmchen von anderen Leuten anschauen. (Foto: dpa)

Ein Junge sitzt in seinem Zimmer und quatscht, zwei Mädchen essen Pizza. Klingt erst mal nicht spannend. Doch diese Leute filmen sich dabei, etwa mit der Kamera am Smartphone oder am Laptop. Zu sehen sind die Filmchen auf einer Internetseite. Es gibt sie erst seit kurzer Zeit in Deutschland. Die Seite heißt YouNow (gesprochen: ju nau). Das ist englisch und bedeutet so viel wie: du jetzt. Denn Menschen sind genau in dem Moment im Internet zu sehen – also live.

Ansehen kann sich das jeder, der auf die Seite geht. Neben dem Video-Fenster ist ein Chat-Fenster. Hier können alle Leute etwas zu den Filmen schreiben. Auch das können wieder alle Menschen lesen, auch der Filmer. Er antwortet dann auf Fragen, wenn er mag.

Manche Jugendliche finden YouNow gut, weil man dort Filme von sich zeigen kann. „Sie hoffen vor allem darauf, dass es viele Leute mögen“, sagt Expertin Petra Grimm. Das zeigen die Zuschauer dann ähnlich wie auf Facebook mit einem Daumen-Symbol. „Manche wollen dadurch ein bisschen berühmt werden“, sagt die Fachfrau.

Experten sind von YouNow nicht begeistert

Doch im Gegensatz zu vielen Jugendlichen ist eine Menge Experten von der Seite gar nicht begeistert. „Es gibt viele gemeine Kommentare auf YouNow“, sagt Petra Grimm. «Manche Leute werden als Hackfresse oder als dick beschimpft», erzählt sie.

Sie glaubt, das hat auch damit zu tun, dass die Schreiber nicht ihre richtigen Namen angeben müssen. So fühlen sie sich unbeobachtet und schreiben Fieseres als sie sagen würden. Für die Filmenden ist das natürlich nicht schön.

Manche Jugendliche fühlen sich überrumpelt

Manche Zuschauer fordern die Filmer auch auf, blöde Dinge zu tun. Zum Beispiel ihren BH zu zeigen oder die Füße. „Weil das live ist, fühlen sich manche Jugendliche überrumpelt. Sie machen schnell, was die Leute wollen, und danach bereuen sie es“, sagt die Fachfrau.

Außerdem erzählen einige Leute auf YouNow zu viele persönliche Sachen. Etwa wo sie wohnen und ob sie gerade allein zu Hause sind. Das ist natürlich doof. Da könnten wildfremde Menschen schnell herausfinden, wo jemand wohnt und plötzlich vor der Tür stehen, sagt Petra Grimm.

Manche Experten raten deshalb: Lieber doch erst mal ein Video aufnehmen, wer so etwas gern machen will. Dann einem Erwachsenen zeigen und auf die Video-Plattform YouTube stellen. Dort kann man auch im Nachhinein noch Dinge ändern oder löschen.

SO verhält man sich auf YouNow richtig

Erst ab 13 Jahren

Eigentlich darf man im Internet auf YouNow erst ab dem Alter von 13 Jahren Filme von sich zeigen. Für Jüngere ist das nicht geeignet, sagen Experten. Wer sich YouNow dennoch früher ansehen will, braucht dafür die Erlaubnis eines Erwachsenen. Am besten schaut man auch mit ihm zusammen rein.

Vor dem Einschalten der Kamera überlegen

Oft kommen auf YouNow sehr schnell Fragen von Anderen. Da kann man leicht nervös werden – und sich versehentlich verplappern und etwas verraten, was man gar nicht möchte. Darum überlegt man sich am besten vor dem Einschalten der Kamera, was man machen und zeigen will.

Nichts persönliches Erzählen

Außerdem sollte man nichts Persönliches von sich erzählen. Also nicht, wo man wohnt, keine Telefonnummern verraten und am besten nicht einmal den richtigen Namen.

Nicht das eigene Zimmer filmen

Auch ist das Filmen im eigenen Zimmer nicht gut. Meist liegen hier viele persönliche Dinge herum, die keine fremden Menschen etwas angehen. Und wenn jemand sagt: Zeig doch mal dies und das her, sollte man das auf keinen Fall machen.

Sind noch andere zu sehen?

Und schließlich muss man bei YouNow auch darauf achten, wen man mit seiner Kamera mitfilmt. Sind vielleicht Mitschüler mit auf dem Film oder Lehrer? Haben die auch sicher nichts dagegen, live im Internet von vielen Menschen gesehen werden zu können? Das muss man vorher klären.

Von dpa

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