„An Arne nervt mich gar nichts!“

„An Arne nervt mich gar nichts!“
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„Vielleicht ist es ihnen noch nicht bewusst. Aber man merkt, dass die beiden unheimlich stark zusammenhalten“, sagt der Vater von Arne und Malte. Die beiden Jungs aus Pulheim sind acht Jahre alt, machen beide gerne Liegestütze, gehen in die zweite Klasse und – sehen nahezu gleich aus. Denn sie sind eineiige Zwillinge. Wie solche besonderen Geschwisterpaare entstehen? Das erklären wir dir heute.

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Was ist der Unterschied zu normalen Geschwistern?

Sicher hast du es am Alter von Arne und Malte gemerkt: Sie sind gleich alt, denn sie sind gleichzeitig im Bauch ihrer Mutter herangewachsen. Zwar können deine Geschwister auch ähnlich alt sein wie du, aber trotzdem liegen mindestens etwa zehn Monate dazwischen – so lange, wie eine Schwangerschaft dauert. Und dafür muss der Samen des Vaters erstmal die Eizelle der Mutter befruchten – und dieses Ei sich dann in der Gebärmutter einnisten.

Was sind ein- und zweieiige Zwillinge?

Zwillinge wie Arne und Malte haben nicht nur das gleiche Geschlecht. Sie haben in der Regel auch die gleiche Haar- und Augenfarbe und sogar die gleiche Blutgruppe. Das ist aber nur bei eineiigen Zwillingen so. Zweieiige können sogar ganz unterschiedlich aussehen. Aber zurück zum Anfang – denn ob überhaupt zwei Kinder gleichzeitig entstehen und ob sie dann ein- oder zweieiig sind, entscheidet sich schon zu Beginn der Schwangerschaft.

Bei eineiigen Zwillingen teilt sich die Eizelle einige Tage nach der Befruchtung in zwei Hälften. Deshalb sehen sich die Kinder auch anschließend so ähnlich, denn sie haben identisches Erbgut aus genau der gleichen Ei- und Samenzelle.

Zweieiige Zwillinge entstehen, wie es der Name schon sagt, aus zwei befruchteten Eizellen. Die werden gleichzeitig oder kurz hintereinander von wiederum zwei verschiedenen Samenzellen befruchtet. Deshalb kann auch das Geschlecht dieser Zwillinge unterschiedlich sein – und sie sehen sich manchmal noch nicht einmal sehr ähnlich. Wo diese beiden Eizellen plötzlich herkommen? Das passiert manchmal, wenn der Körper der Mutter in einem Monat zufällig zwei Eizellen gebildet hat.

Man kann jedoch nicht erklären, wie es kommt, dass sich die Eizelle bei eineiigen Zwillingen teilt – das passiert einfach manchmal.

Wie wäre es ohne den anderen?

Arne und Malte nervt es manchmal ganz schön, wenn man sie nicht auseinanderhalten kann. Dafür können sie aber ab und zu auch ihre Lehrerin ein wenig veräppeln, indem sie einfach Rollen tauschen. „An Arne nervt mich gar nichts!“, sagt Malte. Arne aber meint: „Wenn Malte beleidigt ist, finde ich das manchmal schon nervig.“ Beide sind sich aber einig: Wenn der jeweils andere nicht da wäre, „dann könnten wir nicht im Spaß immer unsere Kämpfchen machen!“

Wie oft kommen Zwillinge vor?

Übrigens: Forscherinnen und Forscher der Universität Oxford aus England haben jetzt herausgefunden, dass heute viel mehr Zwillinge geboren werden als früher. Jedes Jahr kommen heute etwa 1,6 Millionen Zwillingspaare zur Welt. Das sind mehr, als insgesamt auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean leben oder etwa auf der Insel Zypern im Mittelmeer!

Woran das liegt? Ein Grund ist, dass viele Frauen heute älter sind, wenn sie Kinder bekommen. Und bei älteren Frauen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Zwillinge bekommen. Außerdem lassen sich mehr Frauen künstlich befruchten – dabei wird die Eizelle einer Frau im Labor von dem Samen eines Mannes befruchtet. Auch dabei entstehen häufiger Zwillinge.

Von Elisa Sobkowiak