Amerikanische Nerze: Räuber mit glänzendem Fell

Schwarze Augen, weiße Schnauze, ein schlanker, langer Körper und glänzendes Fell. Aus der Ferne betrachtet lassen sich Nerze und Minks schwer unterscheiden. Doch auch, wenn Minks auch Amerikanische Nerze genannt werden: Nerz ist nicht gleich Nerz. Ein Mink ist zum Beispiel etwa ein Drittel bis doppelt so groß wie der Europäische Nerz. Außerdem haben Minks keine weiße Oberlippe. Nur das Kinn ist weiß gefärbt. (Foto: dpa)
Schwarze Augen, weiße Schnauze, ein schlanker, langer Körper und glänzendes Fell. Aus der Ferne betrachtet lassen sich Nerze und Minks schwer unterscheiden. Doch auch, wenn Minks auch Amerikanische Nerze genannt werden: Nerz ist nicht gleich Nerz. Ein Mink ist zum Beispiel etwa ein Drittel bis doppelt so groß wie der Europäische Nerz. Außerdem haben Minks keine weiße Oberlippe. Nur das Kinn ist weiß gefärbt. (Foto: dpa)

Mit müden Augen gucken Nanuk und Enja aus ihrem Versteck heraus. Doch ihre feinen Spürnasen verraten ihnen sofort: Es gibt etwas zu futtern! Sekunden später kraxeln die beiden schon die Hosenbeine ihres Herrchens hinauf. Das ist Max Enders. Die zwei Tiere in seinem Garten sind etwas Besonderes: Nanuk und Enja sind Amerikanische Nerze. Man sagt auch Minks zu ihnen.

Nanuk und seine Schwester wohnen schon seit drei Jahren bei Max Enders. Er hat sie als Welpen von einer Farm freigekauft. „Minks werden leider in vielen Ländern gezüchtet“, erklärt Max. Wegen ihrer glänzenden Felle werden aus den Tieren Pelzmäntel oder Kragen gemacht.

Herrchen Max Enders mit Nerz Enja. (Foto: dpa)

Herrchen Max Enders mit Nerz Enja. (Foto: dpa)

Nanuk und Enja haben Glück gehabt. Bei Max können sie unbesorgt in einem riesigen Gehege herumtoben. Das hat der Gärtner extra für sie gebaut. Dort laufen die beiden Minks durch Röhren und hohle Bäume oder baden in einem riesigen Schwimmbecken. Sehr gern wuseln sie auch auf ihrem Herrchen Max herum. In seinem Pulli kann man sich prima verstecken. Und etwas zu fressen gibt es meist auch.

Hühner-Hälse, Küken und Fisch stehen auf dem Speiseplan

Minks sind reine Fleischfresser. Mit Salat und Körnerfutter braucht man es bei Nanuk und Enja also gar nicht erst versuchen. Stattdessen stehen auf dem Speiseplan: Hühner-Hälse, Küken und auch Fisch. „Nicht gerade appetitlich. Aber die beiden sind nun einmal Raubtiere“, erklärt Max Enders.

Dabei sehen die Minks doch so niedlich aus. Sie haben ein glänzendes Fell, eine braune Stupsnase und schwarze Knopfaugen. Trotzdem sind sie wilde Jäger und deshalb überhaupt nicht zum Kuscheln für zu Hause geeignet. „Die beiden haben unheimlich spitze Zähne und scharfe Krallen“, sagt Max. „Blutige Finger sind da an der Tagesordnung.“ Dabei sind Nanuk und Enja noch vergleichsweise zahm. Schließlich sind die beiden von klein auf an Menschen gewöhnt.

Max Enders hat den Tieren extra einen großen Käfig gebaut. Auf den Farmen haben sie es nicht so gut, dort ist der Käfig sehr viel kleiner. (Foto: dpa)

Max Enders hat den Tieren extra einen großen Käfig gebaut. Auf den Farmen haben sie es nicht so gut, dort ist der Käfig sehr viel kleiner. (Foto: dpa)

Nerzfell ist besonders weich und glänzend. Die Tiere brauchen das dichte Fell, um sich im Wasser vor Nässe und Kälte zu schützen. Doch der Modegeschmack der Menschen wurde dem Nerz zum Verhängnis. Nerzfelle wurden an Jacken, Kragen und sogar an Schuhe genäht.

Käfige so groß wie Schuhkartons

Europäische Nerze wurden deshalb so lange gejagt, bis es fast keine mehr gab. Und weil die Leute noch mehr Pelze wollten, begann man, den Amerikanischen Nerz in Pelzfarmen zu züchten. In kleinen Käfigen, gerade einmal so groß wie zwei Schuhkartons, auf Gitterböden, ohne Wasser zum Schwimmen. Solche Farmen gab es überall in Deutschland. Denn mit den Pelzen ließ sich viel Geld verdienen.

Heute ist das etwas besser. Die schicken Mäntel gibt es längst auch mit Kunstfell. Die Herstellung kostet allerdings. Doch dafür muss man immerhin keine Tiere töten.

Die Pelze von Nerzen sind sehr beliebt. Viele Tiere werden daher gezüchtet, damit man Klamotten aus ihnen macht. (Foto: dpa)

Die Pelze von Nerzen sind sehr beliebt. Viele Tiere werden daher gezüchtet, damit man Klamotten aus ihnen macht. (Foto: dpa)

Naturschützer haben außerdem durchgesetzt: Die Minks in den Farmen sollten unter besseren Bedingungen gehalten werden. Viele Pelzfarmen wurden aufgegeben. „Manche Züchter ließen ihre Tiere einfach laufen“, erklärt Wolfgang Festl. Er ist Vorstand bei Euronerz e. V, einem Verein, der Nerze schützen möchte. „Deshalb gibt es heute fast überall dort viele Minks in freier Natur, wo es früher Farmen gegeben hat“, sagt er.

Gute Schwimmer, Kletterer und Jäger

Max Enders hat sich viel Arbeit mit seinen beiden Minks gemacht. Er hilft beim Tierschutz mit. Und er hat sich jahrelang auf Nanuk und Enja vorbereitet, damit er ihnen ein vernünftiges Leben bieten kann. Die Mühe hat sich für ihn gelohnt.

Nanuk springt ins kühle Nass. (Foto: dpa)

Nanuk springt ins kühle Nass. (Foto: dpa)

„Minks und Nerze haben ein tolles Gehör, um ihre Beute aufzuspüren“, erzählt er. Dank ihrer Schnurrhaare können sie sogar im Trüben fischen. Durch sie bemerken die Minks die kleinste Bewegung unter Wasser. „Sie sind gute Schwimmer, noch bessere Kletterer und sehr gute Jäger“, erklärt Max. „Ich bin von diesen Tieren unheimlich fasziniert.“

Von dpa

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