Alles rund ums Ei

Alles rund ums Ei
Foto: Uwe Zucchi/dpa

Das Osterfest wird anders werden dieses Jahr. Aber das ist überhaupt kein Grund, traurig zu sein. Denn mit der Familie frühstücken, Osternester suchen und Eier bemalen, all das geht ja trotzdem! Aber Moment mal … Eier bemalen?! Woher kommt diese Tradition eigentlich? Wir erklären es dir.

Warum ein Ei?

Zuallererst: Warum ist eigentlich ausgerechnet ein Ei das Symbol für Ostern – und nicht etwa eine Zwiebel oder ein Toastbrot? Das Ei spielt schon lange eine wichtige Rolle in Geschichten und Mythen. Man glaubte früher sogar, dass das Ei magische Kräfte hat und zum Beispiel Leben, Tod, oder Krankheit beeinflusst. Und ein bisschen ist es ja auch so: Schließlich können die weiblichen Eizellen gemeinsam mit den männlichen Spermien ein neues Lebewesen erschaffen. Im Mittelalter benutzten übrigens manche Hühnereier statt Geld, um ihre Abgaben an den Staat zu zahlen.

Das Ei hatte also schon ganz viele verschiedene Funktionen. Dass wir es an Ostern essen, hat unter anderem mit der Fastenzeit zu tun. Früher aßen gläubige Menschen an den 40 Tagen vor Ostern weder Fleisch noch Eier, um an Jesus zu erinnern. An Ostersonntag war das Fasten vorbei – also zur Auferstehung Jesu am dritten Tag nach seiner Kreuzigung.

Eier mit gemalten Landschaften stehen auf dem Ostereier-Künstlermarkt im Ostereiermuseum. Das Museum hat rund 8000 Eier im Bestand. Foto: Fabian Sommer/dpa

Warum bemalen wir Eier?

Um das Ende der Fastenzeit zu feiern, verschenkte man früher bemalte Eier. Im Mittelalter nahmen die Menschen sie mit in die Kirche, um sie segnen zu lassen. Ein Teil der Christen sieht im Ei Jesus‘ Grab und im Knacken der Schale seine Auferstehung. Zunächst malte man deshalb Kreuze auf die Schalen, irgendwann wurden daraus mehr Muster und Farben. Das haben die Menschen damals etwa mit Kaffeesatz, Birkenblättern oder Rote-Bete-Saft gemacht, als es noch keine künstlichen Färbemittel gab.

Besonders verbreitet ist das Ostereier-Bemalen übrigens in osteuropäischen Ländern – also zum Beispiel in Polen oder Tschechien. Dort gibt es sogar häufig Ostereier-Wettbewerbe. 

Foto: Jens Wolf/dpa

Wie lange lebt ein Huhn?

Hühner legen eigentlich von Frühjahr bis Herbst Eier, also in der hellen Jahreszeit. Die meisten großen Eierfabriken tricksen die Hühner aber aus: Dort ist es das ganze Jahr über hell. So legen die Hühner auch im Winter Eier. Das ist für die Tiere natürlich anstrengend, weil sie sich nicht ausruhen können. Normalerweise können Hühner zehn bis 15 Jahre alt werden – Tiere aus diesen Fabriken leben aber meist nicht so lange. Es gibt aber ein Huhn, das sogar 27 Jahre alt geworden ist – es hieß Großmütterchen und stammte aus Schweden. Das muss ein ziemlich glückliches Huhn gewesen sein, oder?

Foto: Uwe Zucchi/dpa

Einmal Zahlen, bitte!

Wusstest du, dass es in Deutschland ungefähr 177 Millionen Hühner und andere Geflügelarten gibt? Sie alle zusammen legen pro Jahr etwa 13,7 Milliarden Eier – das ist eine Zahl mit neun Nullen! Davon entfallen 240 Millionen Eier auf den Ostereier-Bedarf bei uns in Deutschland. Die meisten Eier werden übrigens in Japan gegessen, nämlich rund 350 Stück pro Person im Jahr. In Deutschland sind es etwa 235 Eier pro Person.

Von Elisa Sobkowiak